Preview - Call of Duty: WW II : Ein spielbares Band of Brothers

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Band of Brothers

„Ich möchte, dass ihr diese Figuren kennenlernt, sie euch ans Herz wachsen, ihr sie versteht“, sagt Glen Schofield. Und das ist durchaus ungewöhnlich für die Call-of-Duty-Serie, die in der Regel sehr fokussiert darauf ist, eine globale Geschichte epischen Ausmaßes zu erzählen und dazu neigt, so häufig die Protagonisten zu wechseln, dass es uns heute schwer fallen würde, noch die einzelnen Charaktere dem jeweiligen Spiel zuzuordnen. Perspektivwechsel wird es geben, unter anderem spricht Schofield von Missionen aus Sicht einer französischen Widerstandskämpferin sowie eines britischen Offiziers namens Crowley. Interessant, schließlich wurde damals London heftig bombardiert und man fürchtete Hitlers V2-Raketen.

Aber die Entwickler arbeiten mit einem langsameren Tempo, die Szenen wirken zumindest bislang nicht überhastet und auch in Sachen Charakterkonstellation schauten die Kalifornier viel von Altmeister Spielberg ab, der mit „Band of Brothers“ die vielleicht beste Serie über den Zweiten Weltkrieg entwickelt hat. Wir begrüßen es, dass man sich offensichtlich die Soldaten dort genau angeschaut und sich davon inspirieren lassen hat. So gibt es in Call of Duty: WW II zwei Majore namens Pierson und Turner. Eigentlich Freunde und Kameraden, die viel zusammen durchgemacht haben. Doch der eine ist bereit, seine Männer zu verheizen, wenn es nur der Mission dient. Der andere will so viele wie möglich durchbringen, um jeden Preis – und wenn er dafür einen Befehl missachten muss. Auch spielmechanisch will Call of Duty diesen Gruppengedanken fördern, insbesondere im Multiplayer.

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Verabschiedet euch vom Auto-Heal

Call of Duty: WW II nutzt in der Kampagne sehr interessante Mechaniken, die auch den Multiplayer bereichern und dezent Richtung Battlefield rücken dürften. Denn jedes Squad-Mitglied hat unterschiedliche Attribute, die sich aktiv nutzen lassen. Ein Kamerad wirft Rod etwa ein Magazin zu, als der sein M1 Garand leergeschossen hat. Auch gibt es kein Auto-Heal, ihr könnt euch nicht einfach hinter einem Stein verstecken und drei Sekunden später ist wieder alles paletti. Wie im echten Krieg seid ihr auf Sanitäter angewiesen.

Noch ist unklar, ob diese Kampagnenmechaniken auch im Multiplayer genutzt werden, aber es wäre wünschenswert. Gerade dieses Geben und Nehmen ist in Battlefield sehr bereichernd und schweißt Teams zusammen. Generell arbeitet Call of Duty: WW II im neuen Modus War mit Szenarien, also einer Abfolge von Multiplayer-Karten – sehr ähnlich den Operations in Battlefield 1. Das ist spannend, weil es dynamisch funktioniert: Die Alliierten überwinden in einem Dorf nahe Paris die Hecke, müssen den Funkturm in die Luft jagen und die 88-mm-Flak. Verliert ihr als Wehrmachtsfraktion den Funkturm, müsst ihr zumindest die 88er schützen, damit das Punktekonto nicht ins Bodenlose rutscht. Call of Duty meets Battlefield, aber mit ganz eigenem Touch. Gefällt uns!

Fazit

Benjamin Kratsch - Portraitvon Benjamin Kratsch
Band of Brothers als Videospiel und Teamplay statt Egotrip? Bin ich dabei!

Persönlich gehöre ich zur Fraktion, die gut gemachte Geschichten sehr schätzt. Es wäre also fantastisch, wenn Activision und Sledgehammer hier wirklich ein spielbares „Band of Brothers“ meets „Der Soldat James Ryan“ abliefern würden. Die Chancen dafür stehen gut, denn die ersten Gameplay-Impressionen hinterlassen deutlich mehr Charaktertiefe, als wir das eigentlich von Call of Dutys Supersoldaten gewohnt sind. Der Spielstil ist schon sehr hart, mitunter auch extrem brutal – wird nicht jedem gefallen, wirkt aber authentisch. Auch dass die Waffen verziehen und offensichtlich deutlich mehr Geschick erfordern als in den futuristischen Call of Dutys wie Infinite Warfare, gefällt uns. Zudem scheint Sledgehammer Games ein paar richtige gute Ideen für den Multiplayer zu haben, die weniger auf Einzelleistung und Killstreaks abgehen und deutlich aktiver Teamplay fordern und fördern.

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