Test - Call of Duty: Modern Warfare: Mobilized : Pixelige Mobilisierung der Soldaten

  • DS(i)
Von Kommentieren

Call of Duty und kein Ende: Nachdem Modern Warfare auf Next-Gen in die zweite Runde ging und die Wii eine Erstlingsumsetzung bekam, dürfen nun auch DS-Besitzer in den Krieg ziehen. Wir haben den DS-Stylus durchgeladen, den Touchscreen mit Tarnfarben bemalt und uns in die pixeligen Gefechte gestürzt.

Passend zur heiß erwarteten Veröffentlichung von Modern Warfare 2 ist Activision überzeugt, dass die Call-of-Duty-Reihe einmal mehr einschlagen wird wie eine Nuklearbombe. Die beiden Nintendo-Plattformen werden nicht mit dem Sequel, sondern mit einer Umsetzung des ersten Teils versorgt. Genau genommen bekommt jedoch nur Nintendos Wii eine wirkliche Adaption spendiert. Das DS-Spiel hat zwar fast den gleichen Namen, ist in Wahrheit aber ein komplett neuer Kriegsausflug.

Immerhin orientiert sich die Hintergrundgeschichte von Call of Duty: Modern Warfare: Mobilized auf DS halbwegs an dem großen Vorbild. In einem nahöstlichen Krisenherd wurde der dortige Präsident gestürzt. Blutige Kämpfe brechen aus, die Welt wird von Terroristen bedroht und ihr macht euch auf die Jagd nach Raketen, die in den Händen der Bösewichter die westliche Zivilisation ins Unglück stürzen könnten. Ihr übernehmt die Steuerung eines Elitesoldaten, der an verschiedenen Orten den Fieslingen einen Strich durch die Rechnung machen soll. Die Handlung wird insgesamt ziemlich wirr erzählt, Militär-Fans kommen aber auf ihre Kosten.

Unfreiwilliger Soldatentanz

Überhaupt leidet das Spiel ein wenig darunter, das ihr des Öfteren nicht so recht wisst, was ihr als Nächstes tun sollt und vor allem weshalb. Da es sich bei dem Titel aber um einen geradlinigen First-Person-Shooter handelt, lautet die Devise im Zweifelsfall: Die Gänge entlang weiterlaufen und alles abballern, was sich euch in den Weg stellt. Dabei müsst ihr jedoch aufpassen, dass ihr nicht aus Versehen (oder aus frustrierter Absicht) einen eurer Teamkollegen aufs Korn nehmt.

Meist seid ihr nämlich mit Begleitung unterwegs. Zwar ballern die Kameraden fleißig mit, die Kills müsst aber doch ihr erledigen. Außerdem verhalten sich sowohl Freund als auch Feind mal recht clever, mal ausgesprochen dämlich. Es kann also schon mal vorkommen, dass ihr einen amüsanten Ringeltanz zu Gesicht bekommt, weil weder euer Kumpel noch dessen Feind gerade wissen, ob sie sich angreifen oder in Deckung gehen sollen.

Aber genug genörgelt, denn wenigstens sind die Gegner mehr als bloß bessere Pappfiguren zum Abballern. Ein Highlight ist die Steuerung. Ihr bewegt die Sicht und damit auch euren Kanonenlauf per Berührung des Touchscreens. Den Soldaten lasst ihr mittels Digi-Kreuz oder Action-Knöpfe loswandern. Mit einem Druck auf die Schultertaste lasst ihr die Waffe sprechen. Das Wechseln der Waffe, das Nachladen und das Heranzoomen erfolgen über Icons am Rand des unteren Bildschirms.

Call of Duty: Modern Warfare Mobilized - Launch Trailer
Während Modern Warfare 2 die Heimkonsolen aufmischt, soll dies Modern Warfare Mobilized auf dem DSi tun. Passend zum Start gibt es diesen neuen Launch Trai

In einem eher langweiligen Training übt ihr die gelungene Steuerung, danach wird es ernst. Der Schwierigkeitsgrad fällt nämlich recht hoch aus. Das liegt primär daran, dass euer Alter Ego bloß wenige Treffer einstecken kann, bis er das Zeitliche segnet. In bewährter Manier müsst ihr bei einer Verletzung lediglich einige Sekunden in Deckung gehen, um euch zu regenerieren.

Kurz, aber knackig

Die Entwickler haben sich redlich Mühe gegeben, das neue Modern Warfare auf DS im Sinne der übrigen Versionen zu gestalten. Das bedeutet, dass ihr schnörkellose Baller-Action im modernen Kriegsszenario geboten bekommt, die mitunter an einen Hollywood-Blockbuster erinnert. Ständig seid ihr in Bewegung, Gegner tauchen häufig unvermittelt auf und spektakuläre Szenen wie einstürzende Häusermauern, ein zu Boden gehender Sendeturm, eine Bombardierung oder ein auftauchender Panzer sind an der Tagesordnung. Für willkommene Auflockerung sorgen außerdem Passagen, in denen ihr etwa einen Computercode hacken müsst, mit einem stationären Geschütz schießt, per Fahrzeug die Feinde beharkt, am Steuer eines Jets Raketenangriffe auslöst oder auch mal in einer Radaransicht die Terroristen unsanft in Rente schickt.

Nach einem ziemlich langweiligen Anfang dreht die Einzelspielerkampagne Schritt für Schritt mächtig auf und kann euch prima unterhalten. Leider ist der Kriegseinsatz aber dann allzu schnell vorbei: Nach drei bis vier Stunden sehen versierte Handheld-Soldaten den Abspann. Die freischaltbaren Bonusmodi und höhere Schwierigkeitsgrade verlängern die Spielzeit nur bedingt. Dasselbe gilt für den etwas mageren Mehrspielermodus. Dieser ist zwar nicht schlecht und bietet sogar eine (Lag-lastige) Online-Option, im Vergleich zum fulminanten Mehrspieler-Part im originalen Modern Warfare fällt das gesellige DS-Geballer jedoch massiv ab.

Grafisch kitzelt n-Space eine mehr als beachtliche Leistung aus dem DS, auch wenn das Geschehen arg pixelig wirkt. Beim Sound fällt die sehr umfangreiche deutsche Sprachausgabe positiv, der euch in den Wahnsinn treibende Todesschrei hingegen negativ auf. Egal ob ihr einen Gegner erschießt oder selbst ins Gras beißt: Jedes Mal ertönt dasselbe nervige Todesgebrüll.

Fazit

von David Stöckli
Unterhaltsam, abwechslungsreich, gelungene Shooter-Kost im Kleinformat: Mit Modern Warfare: Mobilized liefert n-Space genau das ab, was man von einem DS-Ballerspiel erwarten darf. Weder spielerisch noch technisch gibt sich der Titel eine echte Blöße. So richtig umwerfend ist das Kriegsspiel aber auch wieder nicht. Außerdem ist der Umfang etwas dürftig ausgefallen. Wer also unbedingt auf dem DS eine spaßige Ego-Ballerei sucht, darf zugreifen, alle anderen bleiben bei den stationären Versionen.

Überblick

Pro

  • gelungene Steuerung
  • ordentliche 3D-Grafik
  • unterhaltsame Kampagne
  • Extra-Aufgaben lockern Spielverlauf auf

Contra

  • sehr kurze Kampagne
  • wenige Informationen und Untertitel
  • magerer Mehrspielermodus
  • durchwachsene KI
  • nervenzehrendes Sterbe-Soundsample

Wertung

  • DS(i)
    73
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel