Special - Kommentar: Modern Rosenkrieg : Scheidungskrieg bei Infinity Ward

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Huiuiui, da fliegen ja mal richtig die Fetzen. Activison und Infinity Ward lassen es im Ehestreit richtig krachen und Electronic Arts reibt sich die Hände und bekommt vielleicht sogar als lachender Dritter das Sorgerecht. Doch was ist da nun eigentlich alles passiert? Was hat dazu geführt, dass es plötzlich mit Respawn Entertainment ein neues Entwicklerstudio gibt? Die Wahrheit ist irgendwo da draußen und irgendwie weiß keiner so recht, wo, wie, wer und warum. Wir fassen die Seifenoper für euch zusammen.

Eigentlich funktionierte die Ehe zwischen Activision und Infinity Ward ja richtig prächtig. Das Entwicklerstudio, das 2002 aus den Medal-of-Honor-Machern der Softwareschmiede 2015 entstand, lieferte mit Call of Duty ein mächtiges Erstlingswerk und den Auftakt zu einer Serie, die den Schotter lastwagenweise in den Geldspeicher des Publishers karrte. Nicht zu vergessen die Ablegermarke Modern Warfare, die zu den meist verkauften Spieleserien überhaupt zählt. Papa Activision übernahm 2003 die noch junge Spielemama und traf damit sicherlich eine richtige Entscheidung.

Doch es ist immer so im Leben. Gerade wenn man meint, alles läuft prima, man versteht sich und die Kinder wachsen, blühen und gedeihen, geht der Ehekrach so richtig los. Warum, ist allerdings nicht so ganz klar. Fest steht nur, dass es einer der beiden klassischen Gründe ist. Laut den Anhängern von Mama dreht sich alles ums Geld, während Papa Activision fest der Meinung ist, dass Mama zumindest teilweise fremdgegangen ist. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es geht dabei gar nicht um Infinity Ward, sondern um zwei führende Köpfe des Entwicklerstudios, die bei Papa in Ungnade gefallen sind.

Ab hier wird es nun richtig dubios, zumal keiner so richtig weiß, wer nun schwindelt und wer nicht. Fakt ist jedenfalls, dass Activision am 1. März 2010 nach einem Meeting die beiden führenden Mitarbeiter Jason West und Vince Zampella, beide Mitbegründer des Studios, vor die Tür setzen ließ. Nicht einfach so, sondern mit Security und allem, was dazugehört. Der Vorwurf: Vertragsbruch und geschäftsschädigendes Verhalten. Angeblich hätten die beiden nicht nur versucht, die Entwicklung von Modern Warfare 3 zu verzögern, sondern wären beim Flirt mit anderen Publishern erwischt worden.

Die beiden Gefeuerten machten nicht nur einen auf überrascht und traurig, sondern schossen nur wenige Tage später aus der Hüfte zurück. Mit dicker Munition, nämlich einer Klage über 36 Millionen Dollar, die ihnen noch aus der Kasse von Activision an Anteilen aus den Verkäufen von Modern Warfare 2 zustünden. Und nicht nur das, West und Zampella kämpfen zudem um die Markenrechte an Modern Warfare. Sollten die beiden damit durchkommen, stünde Activision vor allem vor dem Problem, dass die Entwicklung der Modern-Warfare-Reihe vom DLC bis zu einem neuen Teil erst mal komplett auf Eis läge. Das wäre schon ein heftiger Tritt ins Gemächt.

Interessanterweise schwirrten fast gleichzeitig Gerüchte herum, dass Activisions neu gegründetes Sledgehammer-Studio an einem neuen Titel der Call-of-Duty-Reihe arbeiten würde. Zunächst hieß es sogar, dass Modern Warfare 3 nicht von Infinity Ward entwickelt werden würde. Das wurde inzwischen revidiert, angeblich arbeitet Infinity Ward an Modern Warfare 3, Treyarch an einem neuen Call of Duty und Sledgehammer an einem Action-Adventure für die Call-of-Duty-Reihe. Liegt vielleicht hier die Ursache des Streits? Sollte Infinity Ward den Goldesel teilen und war mit der Art und Weise nicht einverstanden? Oder sollte das Studio gar komplett ausgebootet werden?

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