Vorschau - Call of Duty: Black Ops III : Multiplayer auf der E3

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Ja nach Specialist variieren die Fähigkeiten stark. So besitzt „Seraph" einen fetten Revolver, mit dem sie Feinde mit nur einem Treffer ausschaltet, alternativ lässt sich mit ihr zeitweise der Multiplikator für die Scorestreaks erhöhen. „Outrider" hat einen Bogen mit Explosionsgeschossen in der Hinterhand oder lässt sich im Blickfeld die Positionen der Gegner anzeigen. Reaper ist ein Kampfroboterprototyp der Regierung und besitzt einen Arm, der sich in eine Minigun verwandeln lässt. Oder er glitcht sich durch die Karte. Das bedeutet, dass ihr euch etwas in die Vergangenheit zurückteleportiert, um Feinden im wahrsten Sinne des Wortes in den Rücken zu fallen. Fünf weitere Spezialisten werden bis zur Veröffentlichung noch enthüllt.

Tödliches Free Running

Ihr müsst euch nicht dauerhaft auf einen Spezialisten festlegen. Stattdessen könnt ihr zwischen den Partien munter hin- und herwechseln. Damit ihr nicht ständig die gleichen Gesichter auf dem Schlachtfeld seht, was beim Anzocken bei Treyarch vor Ort durchaus vorkam, soll es zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung geben. Doch wie fühlt sich Call of Duty: Black Ops III im Multiplayer-Modus an? Anders, ohne jedoch zu sehr von den bekannten Formeln abzuweichen.

Treyarch stellte von vornherein klar, dass die bewährten Gameplay-Grundsätze, die mit den letzten Teilen eingeführt wurden, weiter zementiert werden, sofern sie noch zeitgemäß sind. Etwa das Katz- und Mausspiel zwischen den Spielern, ohne den direkten Kontakt zu beschränken. Oder dass das Level-Design auf maximal zwei vertikale Ebenen begrenzt ist, sodass ihr mögliche Gefahren immer im Blick habt und entsprechend reagieren könnt. Trotzdem wurde in den ersten Monaten der dreijährigen Entwicklungszeit viel experimentiert.

Die Philosophie im Multiplayer lautet: „Guns up!“ Die neue Traversal-Mechanik erlaubt genau das. Zum einen könnt ihr unendlich lange rennen, sogar seitlich oder rückwärts. Dabei seid ihr immer noch in der Lage, mit eurer Waffe aus der Hüfte zu feuern, selbst wenn ihr Hindernisse in flottem Tempo überwindet. Mit dem Thrust Jump schielen die Entwickler in die Richtung von Advanced Warfare, die neue Art des Springens funktioniert hier jedoch etwas anders. Statt euch in der Luft in eine bestimmte Richtung zu stürzen, habt ihr nun eine Anzeige, die sich leert, wenn ihr zum Doppelsprung ansetzt und kurz in der Luft schweben möchtet. Ihr habt beim Springen also viel mehr Kontrolle.

Call of Duty: Black Ops III - Reveal Trailer (dt.)
Hier könnt ihr euch den ersten vollwertigen Trailer anlässlich der Ankündigung von Call of Duty: Black Ops III bei uns ansehen.

Der Power Slide setzt auf die gleiche Anzeige und lässt sich mit der neuen Sprungmechanik verbinden. Im neuen Slide könnt ihr eure Waffe in jede von euch gewünschte Richtung nutzen, was zu coolen Manövern führt. Habt ihr nicht genügend Saft im Tank, bleibt euch die normale Grätsche übrig. Dabei müsst ihr auf eure Waffe verzichten, aber immerhin dürft noch über den Boden rutschen, was euch in brenzligen Situationen das Leben retten kann.

Heutzutage befruchten sich Ego-Shooter in vielen Fällen gegenseitig. So seid ihr in Call of Duty: Black Ops III in der Lage, ähnlich wie in Titanfall an Wänden entlangzujoggen und dabei sogar die Richtung zu wechseln. Die Mechanik geht innerhalb weniger Sekunden in Fleisch und Blut über und erweitert das Bewegungsrepertoire immens. Zumal ihr auch hier weiterhin eure Waffe nutzen dürft. „Guns up!“ eben. Zu guter Letzt wird das Tauchen eingeführt. Unter Wasser hören die Schusswechsel nicht auf, auch wenn die Lungenflügel nur begrenzt Luft speichern können. Ihr solltet also nicht trödeln und im Zweifelsfall mit einem Thrust Jump wieder an Land hopsen. Sämtliche neuen Manöver verleihen der Action auf dem Bildschirm noch mehr Dynamik. Call of Duty war noch nie so flott, da sich alle Aktionen miteinander kombinieren lassen, sofern die entsprechende Leiste gefüllt ist.

Waffenporno

Laut Treyarch identifizieren sich die Spieler häufig mit ihrer Waffe. Mit dem neuen Menüpunkt "Gunsmith" werden für sie wahrscheinlich Träume wahr. Hier bastelt ihr auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Gewehre sowie Pistolen eure ganz persönlichen Varianten. Es gibt einen Slot für Visiere und fünf weitere für andere Aufsätze. Diese Ausrüstungsplätze unterliegen jedoch immer noch den Regeln des Pick-10-Klassensystems.

Natürlich dürft ihr also neben einem Visier noch ein Laserpointer, einen Schalldämpfer und ein vergrößertes Magazin montieren, jedoch solltet ihr dann später im Klasseneditor dafür Sorge tragen, dass ihr entsprechend viele Punkte freihabt. Anderenfalls müsst ihr Kompromisse eingehen. Dann müssen Perks oder andere Ausrüstungsgegenstände gestrichen werden. Nett ist, dass jeder Aufsatz optische Alternativen besitzt, die stellenweise erst freigespielt werden müssen, um die Einzigartigkeit der erstellten Variante weiter zu unterstreichen.

Aber das ist noch nicht alles: Unter dem Punkt "Paintjob" dürfen sich besonders kreative Waffenbastler austoben und schicke Designs erstellen. An den drei Seiten der Waffe stehen euch jeweils 64 Schichten zur Verfügung. Da werden in absehbarer Zeit sicherlich todbringende Kunstwerke auf dem Schlachtfeld zu sehen sein. Camos runden den künstlerischen Wahnsinn in "Gunsmith" ab. Eine soziale Community-Komponente soll es ebenfalls geben. Wie die jedoch aussieht, wollten die Entwickler nicht verraten.

Zombies, offene Fragen, den PC im Blick

Freunde des Zombiemodus werden ebenfalls wieder bedient, so viel steht nach der ersten Präsentation bei Treyarch jedenfalls fest - zahlreiche Easter Eggs und Geheimnisse inklusive. Auch sollt ihr erstmalig Erfahrungspunkte verdienen, mit denen ihr dauerhaft neue Fertigkeiten freischaltet. Doch darüber hinaus schweigen die Entwickler zur Untotenhatz. Man wolle sich erst später konkret dazu äußern.

Während sich die Gefechte im Multiplayer schon zum aktuell frühen Zeitpunkt sehr rund anfühlen und eine Menge Spaß machen, selbst wenn neue Modi durch Abwesenheit glänzten, bleibt die Kampagne gegenwärtig das große Fragezeichen. Nicht zwingend was die Geschichte betrifft, hier kann es ja durchaus von Vorteil sein, ahnungslos zu sein, damit etwaige Überraschungen wirklich überraschen und somit ihren Zweck erfüllen. Doch wie sieht es mit der Abwechslung aus? Wie beeinflussen die zusätzlichen Mitspieler die Missionsstruktur? Gibt es wie im Vorgänger wieder optionale Einsätze und mehrere Enden? Anspielbar war die Kampagne bei Treyarch nicht, man konnte lediglich zwei Entwicklern über die Schulter schauen, wie sie den Ausschnitt aus der Präsentation erneut bewältigten. Sie spielten auf dem PC mit einer 4K-Auflösung.

Studioboss Mark Lamia erklärte, dass der PC nicht stiefmütterlich behandelt werden soll, im Gegenteil. Die 300 Angestellten bei Treyarch wollen die Stärken des Rechenknechts ausnutzen, um den Besitzern dieser Plattform die bestmögliche Spielerfahrung zu bieten. Hier ist aber logischerweise noch vieles Work in Progress, genauso wie bei den Konsolenversionen. Was jedoch feststeht, ist der Fokus auf eine Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde. Die PlayStation 4 schafft das gegenwärtig mit einer Auflösung von 1080p, bei der Xbox One zog sich Mark ein wenig aus der Affäre, indem er betonte, dass die finalen Werte noch lange nicht feststehen. Er bekräftigte jedoch, dass die Bildrate die höhere Priorität genießt.