Test - Call of Duty 2: Big Red One : Konsolenspieler an die Front!

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Wieder einmal müssen die Videospieler an der Front aushelfen: In ’Call of Duty 2: Big Red One’ bestreiten PS2-, Xbox- und GCN-Anhänger abwechslungsreiche WWII-Schlachten an der Seite einer legendären Infanteriedivision. Ob man dem Marschbefehl von Activision wohl Folge leisten sollte? Die Antwort erfahrt ihr in unserem Review.

Die großen Roten

Eigentlich müsste man ja fast glauben, mittlerweile hätten die Videospieler länger Dienst an den Fronten des Zweiten Weltkriegs geleistet als die tatsächlichen Soldaten – dermaßen viele Shooter in diesem Setting sind schließlich in den vergangenen Jahren erschienen. ’Call of Duty 2: Big Red One’ macht da keine Ausnahme: Ihr kämpft aufseiten der Alliierten auf den Kriegschauplätzen Nordafrika, Italien, Frankreich und Deutschland.

Der Zusatz im Namen ist dann auch Programm: Ihr kämpft an der Seite der berühmten amerikanischen ersten Infanterie-Division – genannt Big Red One –, die durch ihre roten Schulterabzeichen auffielen und sich besonders mutig und erfolgreich im Kampf bewiesen. Bereits ihr Einsatz im Ersten Weltkrieg machte sie legendär. Die Big Red One waren außerdem die Ersten, welche eine europäische Stadt befreiten, und die Ersten, welche eine deutsche Stadt einnahmen. Ihr müsst als Neuling in der Gruppe beweisen, dass ihr einen Platz in dieser legendären Armee-Einheit wirklich verdient habt. Durch gefährliche Einsätze versucht ihr, dem Feind gezielt schmerzhafte Nadelstiche zu versetzen, welche die Achsenmächte empfindlich treffen sollen. Dabei wechseln nicht nur die Schauplätze, sondern auch die Zeiträume – historische Filmschnipsel im Wochenschau-Stil zwischen den Missionen erklären euch das Szenario und führen in die Handlung ein.

Abwechslungsreicher Krieg

Um etwaigen Verwirrungen vorzubeugen: ’Call of Duty 2: Big Red One’ auf PS2, Xbox und GameCube hat nur die Thematik und das Genre mit ’Call of Duty 2’ für PC und Xbox 360 gemeinsam – die Story, die Levels und Gameplay-Details sind komplett unterschiedlich. Aber natürlich steuert ihr auch in ’Big Red One’ euren Spielcharakter aus der Ego-Perspektive durch die Missionen, ballert auf Knopfdruck, geht in die Hocke, springt über kleinere Hindernisse, werft Granaten und zoomt je nach Waffe, um so über Kimme und Korn genauer zu treffen. Während ihr in der PC- und der Xbox-360-Fassung ohne Energiebalken auskommt, habt ihr auf den ’alten’ Konsolen eine solche Health-Anzeige, die es entsprechend mit Erste-Hilfe-Kisten aufzufrischen gilt. Ihr könnt stets nur zwei Waffen zugleich mit euch herumtragen, wobei sich die meisten Wummen in eine der beiden Kategorien ’Salven-Gun’ und ’Einzelschuss-Waffe’ einteilen lassen. Leider haben es die Entwickler mit dem Balancing der Waffen nicht so genau genommen. Die Einzelschuss-Kanonen sind etwas zu langsam, zumal die Maschinenpistolen viel zu zielgenau sind. Mit etwas Fingerspitzengefühl könnt ihr selbst pixelgroß erscheinende Feinde aus der Distanz rasch erledigen. Dies liegt nicht zuletzt auch an den zu großzügig berechneten Trefferzonen: Selbst mit einem Scharfschützengewehr könnt ihr einen halben Meter neben den Gegner ballern und trefft ihn dennoch.

Die toll gestalteten Levels lassen dieses Manko aber verschmerzen. Die Entwickler haben mit viel Liebe zum Detail die Missionen so entworfen, dass zu keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Natürlich ist das Spielkonzept immer dasselbe (Gegner töten), aber die teils fast schon cineastisch gescripteten Szenen halten die Neugier des Spielers am Leben. Als Beispiel sei ein Einsatz in Nordafrika genannt: Zunächst säubert ihr mit einer stationären Kanone die anrückenden Panzer, dann nehmt ihr die stürmenden Bodentruppen ins Visier, woraufhin ihr eine feindliche Bergfestung einnehmen und einen Steinwall sprengen müsst. Danach sollt ihr mit einem Raketenwerfer die heranfahrenden mobilen Einheiten des Gegners aufs Korn nehmen, um dann nur einige Meter weiter aus der Deckung heraus drei versteckte Scharfschützen auszuschalten.

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