Test - Bundesliga Stars 2001 : Bundesliga Stars 2001

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Bundesliga Stars 2001

Herzstück des Titels ist der Saison-Modus, in welchem ihr mit einer Bundesliga-Mannschaft eurer Wahl ein komplettes Jahr nachspielen dürft. Ihr spielt dann allerdings nicht nur in der 1. Liga, sondern werdet auch gegen europäische Grössen im Europapokal kicken. Während der Saison kommt dann alles zum Tragen, was den Fussball ausmacht. Verletzungssorgen plagen euch, Spieler werden erschöpft und auf dem Transfermarkt wird bei Erfolglosigkeit kräftig zugelangt. Gezahlt wird mit sogenannten 'Stars', die ihr erhaltet, wenn ihr ein Spiel gewinnt, besonders fair spielt oder einfach nur Tore erzielt. Je besser ihr also zu Beginn spielt, desto schneller entwickelt sich euer Team zu einer echten Spitzenmannschaft.

Eure errungenen 'Stars' dürft ihr entweder, wie bereits angesprochen, auf dem Transfermarkt gegen neue Leistungsträger eintauschen, oder aber ihr investiert diese in eure eigene Mannschaft. Jeder eurer Kicker hat verschiedene Fähigkeiten, darunter Ausdauer, Schnelligkeit, Schusskraft oder Kopfball, welche ihr durch diese verbessern könnt. Leider kommt es während einer Partie aber weniger auf diese Fähigkeiten, als auf eure eigenen im Umgang mit der Tastatur oder Gamepad an. So lohnt sich zumeist nur die Entwicklung passiver Eigenschaften wie Schnelligkeit und Ausdauer, damit eure Spieler nicht allzu schnell aufgrund der Anstrengungen erschöpft sind.

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Während der Spiele selbst fallen mehrere Dinge auf. Da wäre zunächst die Art und Weise, wie Tore erzielt werden. Aufgrund der vereinfachten Steuerung sind vor allem komplexe Spielzüge oder Versuche, über die Flügel zum Erfolg zu kommen, kaum noch möglich. Im Gegensatz zu 'FIFA 2000' führen diese nur in den seltensten Fällen zum Tor. Viel effektvier dagegen sind jetzt Alleingänge. Zumeist kommt nach einer Kurzpass-Orgie im Mittelfeld der Ball zum Mittelstürmer, der sich daraufhin von der Mitte der gegnerischen Spielhälfte seinen Weg durch die gegnerische Abwehr bahnt und mit einem gezielten Schuss abschliesst. Neben vereinzelten Fernschusstoren, die einzig und allein durch das Schuss-System zu Stande kommen - je länger ihr die Schusstaste gedrückt haltet, desto härter wird der Schuss, desto grösser ist aber auch die Möglichkeit, dass der Ball das Tor verfehlt - können viele Treffer auch durch Standardsituationen fallen. Vor allem die Möglichkeit, Freistösse hart und angeschnitten zu treten, hinterlässt einen guten Eindruck.

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Ein zweiter Punkt wäre die KI der Torhüter. Diese schwankt einmal mehr zwischen absolutem Weltklasse- und unterstem Kreisklasse-Niveau. Dies mündet entweder in sich breitmachender Verzweiflung, wenn ein Keeper wieder einen Ball nach dem anderen aus dem Torwinkel fischt, oder in Lachkrämpfen, wenn mal wieder alles beim gegnerischen Tormann schief geht. So bleibt zum Beispiel ein Ball nur unweit vom 5-Meter-Raum entfernt liegen, jedoch stürmt der Torwart nicht heraus, um diesen zu ergreifen, so dass ihr in aller Seelenruhe dem Ball den letzten Schubser verpassen könnt, damit dieser über die Linie trudelt. Ein weiteres Problem wird bei Ecken deutlich, die auf das kurze Eck des Tores gebracht werden. Da sich der Keeper fast ausschliesslich auf die lange Ecke konzentriert, könnt ihr unbedrängt an angesprochener kurzer Ecke einköpfen oder schiessen.

Für ungewollten Humor sorgt aber nicht nur der Torhüter, sondern auch der Sound. Zwar kommentieren Manfred Breuckmann und Rolf Töpperwien die Spiele stets annehmbar, von Fehler verschont bleibt aber auch dieser Programmteil nicht. Wenn angesprochene Kommentatoren bei einem vom Torwart parierten Fernschuss rufen "Ein schönes Tor! Die Flanke kam so präzise in den Strafraum und er hat sie verwandelt", kann man sich das Schmunzeln nun wirklich nicht mehr verkneifen. Ein weiteres dieser Beispiele ist der altbekannte Pfostenschuss, der mit einem schlichten "An die Latte!" bewertet wird. Dass derartige Fehler aber nicht nur hier vorkommen, beweisen eindrucksvoll die Zuschauer. Da staunt man nicht schlecht, wenn man beim Spiel Schalke 04 gegen Hertha BSC Berlin im Gelsenkirchener Parkstadion plötzlich "Borussia Dortmund"-Rufe vernimmt.

Bundesliga Stars 2001

Ähnlich zu bewerten ist die Grafik, die im Gegensatz zum Vorgänger wesentlich verbessert wurde und mit Auflösungen bis zu 1280x1024 Bildpunkten und einem modernen Motion-Capturing-System glänzen kann, jedoch immer noch nicht an den Standard eines 'FIFA 2000' heranreicht. Auch hier trüben immer wieder kleine, aber störende Fehler und eine inkonsequente Ausarbeitung den Spielspass. Die Zuschauer auf den Tribünen sind immer noch sich auf und ab bewegende Kleckse und die Bewegungen des Tornetzes sind äusserst eckig geraten. Dass diese beiden Dinge nicht sein müssen hat bereits der Referenztitel von EA Sports bewiesen. Zusätzliches Bugs wie das zeitweise Verschwinden der halben Stadionüberdachung während einer Wiederholung tun ihr Übriges, so dass die Grafik letztendlich nur gehobenes Mittelmass darstellt.

 

Fazit

von
'Bundesliga Stars 2001' wurde gegenüber den Vorgänger in vielen Bereichen erheblich verbessert, was aber nicht heissen muss, dass der Titel jetzt reif ist, um in der Referenzklasse mitzuspielen. Vielmehr ist das Spiel wie ein Verein aus der 2. Liga, der Saison für Saison knapp den Aufstieg in die 1. Liga verpasst. Hier geschieht dies alleine durch die zahlreichen kleinen Fehler, die in nahezu allen Programmteilen auftreten. Ob nun die Fehltritte in der akustischen Untermalung, die zeitweise wirklich strohdummen Torhüter oder einfach nur die Tatsache, dass nicht einmal die sündhaft teure DFB-Lizenz richtig ausgenutzt wurde. Es sind letztendlich alles Elemente, die ein kleines Stück von der anfänglichen Euphorie wegknabbern. So ist auch 'Bundesliga Stars 2001' nur ein mittelmässiges Produkt. Wer sich noch einige Wochen gedulden kann, sollte auf 'FIFA 2001' warten.  

Wertung

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