Special - Bully: Die Ehrenrunde : Warum Herbig einen auf Bully macht

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Vielleicht möchte sich Michael Herbig aber auch nur einreihen in die lange Liste jener Promis, die schon mal wegen eines Problems mit ihrem Namen oder dem Namen anderer vor Gericht gezogen sind. Ich erinnere beispielsweise an den Fall Mariah Carey (die Sängerin) vs. Mary Carey (die Porno-Darstellerin) aus dem Jahr 2006. Da befürchtete die Klägerin, dass man sie künftig mit "Wat kost die Stunde?" ansprechen könnte; und da ärgerte sich die Verklagte, dass die Klage nicht schon drei Jahre früher kam, als sie gerade auf Politik umsatteln wollte - dann hätte Kalifornien vielleicht heute statt des "Gouvernators" eine Ex-Pornostellerin an seiner Spitze.

Herbig ist übrigens auch nicht der erste Promi, der sich mit der Videospielindustrie überwirft: Einst klagte Oliver Kahn gegen seinen virtuellen Auftritt in EAs 'FIFA 2002' und bekam sein gutes Recht: Man hätte ihn wirklich vorher mal fragen können.

Kurioser ist da schon die Geschichte aus dem Jahr 2000, als Uri Geller nicht damit einverstanden war, dass Nintendo ein Löffel-verbiegendes Pokémon auf Sammelkarten druckte. Aber andererseits - was will man auch von jemandem erwarten, der von sich behauptet, das Ende des Kalten Krieges herbeigeführt zu haben, weil er Gorbatschow "friedvolle Gedanken" gesendet habe. Das wiederum spielt übrigens in einer Liga mit der fixen Idee von David Hasselhoff, dass er entscheidend zum deutschen Mauerfall beigetragen habe, weil er 1989 "I've been looking for freedom" vor dem Brandenburger Tor gesungen hat. Kein Scherz.

Nun möchte man meinen, dass jemand, der wie Michael Herbig als Komiker sein Geld verdient, mehr Spaß versteht, als ein Normalsterblicher, doch auch hier gibt es bereits Gegenbeispiele aus der Vergangenheit. So ist es gar nicht lange her, dass auch Atze Schröder wegen einer Namensangelegenheit seinen Anwalt bemühte: Der fand es nämlich gar nicht witzig, dass sein bürgerlicher Name bei Wikipedia veröffentlicht wurde (ja, Atze heißt gar nicht Atze! Und gleich gar nicht Schröder!) - dabei kann man diesen sowieso an jeder Google-Straßenecke oder auch ganz offiziell beim Patentamt nachlesen.

Letztendlich muss man wohl - um mal wieder auf den 'Bully'-Streit zurückzukommen - davon ausgehen, dass es sich bei der aktuellen Klage eher um eine Publicity-Aktion handelt, als um eine echte Sorge um Herbigs Persönlichkeitsrecht.

Zumal jemand, der seinen Bekanntheitsstatus vor allem Persiflagen zu verdanken hat, dann doch eigentlich derjenige ist, der im Glashaus sitzt und mit Steinen wirft. Vor meinem Geistigen Auge sehe ich jedenfalls gerade, wie die Nachkommen des österreichischen Königshauses gemeinsam mit Mr. Spock und allen Trekkies dieser Welt, der Karl-May-Gesellschaft e.V., Vertretern der amerikanischen Ureinwohner und überhaupt allen Menschen mit dem Namen Michael eine Sammelklage gegen Herbig einreichen. Warum und wogegen ist dabei eigentlich auch egal, oder?

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