Test - Breath of Fire III : Breath of Fire III

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Das klassische PSone-Rollenspiel ’Breath of Fire III’ besitzt nach wie vor viele Fans. Was liegt da näher, als den Titel auf die PlayStation Portable zu portieren? Wir haben uns in das Drachen-Epos gestürzt und überprüft, ob das Spielspaßfeuer noch nicht erloschen ist.

Die Geschichte wiederholt sich

Es gibt Rollenspiele, die erfinden sich mit jeder Episode neu. 'Dragon Quest' wäre hier zu nennen und natürlich die 'Final Fantasy'-Reihe. Dann gibt es Serien, die eine durchgängige Geschichte erzählen, wie man es bei den 'Lunar'-Titeln erleben kann. Und dann gibt es noch 'Breath of Fire'. Capcoms Beitrag zum Rollenspiel-Genre erzählt zwar nicht immer genau die gleiche Geschichte, baut jedoch stets auf der gleichen Ausgangssituation auf. Und so schlüpft ihr auch in Teil drei der Serie, der 1997 erstmals auf PlayStation erschien und nun für Sonys PSP fast inhaltsgleich konvertiert wurde, in die Rolle des Drachenkindes Ryu, das sich auf der Suche nach seinen Ahnen befindet. Da man sich dabei schwer mit einem schuppigen Feuerspeier identifizieren kann, erkundet ihr die Welt größtenteils in Ryus zweiter Gestalt, nämlich der eines kleinen Jungen. Zur Seite stehen euch zwei Mitstreiter und natürlich gilt es auch hier, am Ende die Welt zu retten.

Dies alles hört sich recht konservativ an und auch der Rest des Spiels setzt auf bekannte Pfade. Ihr folgt der Hauptgeschichte, erfüllt nebenbei kleinere Sidequests und schlagt unzählige Rundenkämpfe gegen die riesige Schar an Gegnern. Wer dabei eine Antipathie gegen Zufallskämpfe hat, sei an dieser Stelle gewarnt: 'Breath of Fire' übertreibt es gerne mit den Überraschungsscharmützeln, sodass ihr in Dungeons alle 30 Sekunden auf einen Feind stoßt. Doch auch wer Freude an den taktisch nur mäßig anspruchsvollen Kämpfen findet, wird zunächst von den langen Ladezeiten schockiert sein, die euch vor jedem Kampf gut zehn Sekunden warten lassen.

Glücklicherweise besteht das Spiel jedoch nicht nur aus monsterverseuchten Dungeon-Erkundungen. Kleinere Rätseleinlagen, Minispiele und das durchdachte Weiterentwicklungssystem sorgen für Motivation. Letzteres fällt dabei als einziges Spielelement innovativ aus. Anstatt nur über die Ausrüstung an euren Charakterwerten zu schrauben, könnt ihr später über entsprechende Kristalle, die ihr untereinander mixt, das Erscheinen von Ryus Drachenform bestimmen. Ziel ist es dabei, eine Kombination zu finden, die nicht sofort euren kompletten Mana-Vorrat aufbraucht, sobald ihr in die Drachenform geht, gleichzeitig aber genug Schlagkraft bietet, um auch die Oberfieslinge des Spiels zur Strecke zu bringen.

2D meets 3D

Auf der Strecke blieb bei der Konvertierung dann auch die deutsche Lokalisierung der PlayStation-Variante. Das PSP-Spiel erscheint hierzulande komplett auf Englisch. Während dies angesichts der desaströsen Übersetzung der PSone-Variante einige freuen mag, haben Englisch-Unkundige hier klar das Nachsehen. Glücklicherweise ist das jedoch der einzige Makel in Sachen Präsentation. Die Grafik gefällt sehr gut, bietet sie doch eine gelungene Mixtur aus liebevoll handgezeichneten 2D-Bitmaps, die sich auf nicht minder kreativen 3D-Umgebungen tummeln. Dank der kräftigen Farben des PSP-Displays kommt dabei das Anime-Design voll zur Geltung. Ebenfalls gefallen kann schließlich die akustische Seite des Spiels. Zwar erreicht 'Breath of Fire III' nie die musikalischen Höhen eines 'Final Fantasy' oder 'Xenogear', dafür fallen die Musikstücke angenehm abwechslungsreich aus.

Fazit

von Sven Mittag
Leider handelt es sich beim ersten Ausflug von 'Breath of Fire' für Sonys Handheld um den schlechtesten Teil der Erfolgsserie. Wer jedoch mit langen Ladezeiten und nervigen Zufallskämpfen leben kann, darf dennoch einen Blick auf das Rollenspiel werfen.

Überblick

Pro

  • Rollenspielkost der alten Schule
  • riesiger Umfang
  • ansprechende Grafik
  • anspruchsvolles Dungeon-Design

Contra

  • Texte nur auf Englisch
  • extrem lange Ladezeiten …
  • … bei häufigen Zufallskämpfen

Wertung

  • PSP
    72
    %

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