Vorschau - Bravely Second: End Layer : Unverändert gut?

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Bravely Default machte seinerzeit fast alles besser, was langjährige Fans am eigentlich besten Rollenspielpferd im Square-Enix-Stall, nämlich Final Fantasy, zu kritisieren hatten. Ein klassisches Rollenspiel inklusive rundenbasierten Kampfsystems mit dem besonderen Dreh. Der Nachfolger Bravely Second: End Layer will auf diesem Erfolg aufbauen und lässt daher das Grundrezept unangetastet. Stattdessen werden der Essenz zwei, drei feine Gewürze beigefügt, um ein voraussichtlich noch schmackhafteres Süppchen zu kochen.

Wer hatte Ende 2013 nicht darüber geschmunzelt, dass das „bessere Final Fantasy“, wie es Kollege Michael in seinem Test bezeichnete, aus demselben Haus wie der einstige Rollenspielkönig stammt. Square Enix hielt sich damals den Spiegel der Vergangenheit vor und zeigte, was Final Fantasy einst so besonders machte.

Ein Mosaik aus Alt und Neu

Bravely Default bot klassische Rollenspielkost und wagte zur positiven Überraschung kaum Experimente. Stattdessen bekamen Genre-Fans eine rundenbasierte Kampfmechanik inklusive Job-System mit der taktischen „Brave-“ und „Default-“Komponente. Verpackt wurde das Fundament in die wunderschöne Welt von Luxendarc mit ihren handgezeichneten, fantasievollen Hintergründen. Nicht nur aus technischer Sicht knüpft der Nachfolger Bravely Second: End Layer, der am 26. Februar endlich auch in Europa erscheint, an den ersten Teil an.

Bravely Second spielt wenige Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers und holt viele Protagonisten für eine Zugabe auf die Bühne zurück. So wurde die Vestalin des Windes, Agnès Oblige, entführt. Ihr Leibwächter, Yew Geneolgia, schwört, seine Herrin aus den Fängen des Kaisers Verheer zu befreien, dessen Reich hoch über Eternia schwebt. So rauft er sich mit den bereits bekannten Charakteren Tiz Arrior und Edea Lee zusammen, um die Rettungsmission zu starten. Berührungspunkte zum Vorgänger sind also definitiv gegeben. Aber das muss nichts Schlechtes sein. Schon während unserer Anspielsitzung ließen sich bekannte Orte sowie zahlreiche neue Dungeons und Städte erkunden, die sich perfekt in das Gesamtbild von Luxendarc einfügen.

Veränderungen im Detail

Bravely Second übernimmt natürlich nicht jede Einzelheit. Die wohl auffälligste Änderung betrifft wohl den Soundtrack. Die vollkommen neue Kampfmusik wirkte dem ersten Hören nach weniger treibend und schien weniger Ohrwurmpotenzial zu besitzen. Dieser Eindruck kann sich natürlich mit den Spielstunden noch ändern und ist vermutlich auf den Wechsel der verantwortlichen Musiker zurückzuführen: Statt Revo von der japanischen Band Sound Horizon kümmert sich nun Supercells Ryo um den Soundtrack.

Bravely Second: End Layer - Das Abenteuer beginnt Trailer
Ab Februar wird Bravely Second: End Layer für den Nintendo 3DS verfügbar sein.

Des Weiteren wurde die Optik der Charaktere in Kämpfen und Zwischensequenzen leicht verändert, man hat sich um Nuancen vom Chibi-Look entfernt. Eine Detailänderung, die allerdings nur im direkten Vergleich mit Bravely Default auffällt. Dadurch habt ihr aber ein wenig mehr Fläche, um die Job-Kostüme eurer Team-Mitglieder zu bewundern, von denen es nun zwölf neue gibt, was die Zahl der Klassen auf stolze 30 erhöht. Damit erschließen sich in Auseinandersetzungen neue strategische Möglichkeiten.

Das lange Warten

Die wohl praktischste Neuerung betrifft allerdings eine ganz simple Option des Spiels. Während im Vorgänger auf der Karte manche Bereiche nur durch einen Dungeon als Durchgang betreten werden konnten und ihr ihn stets komplett durchschreiten musstet, gibt es nun die Option, das Labyrinth nach dem ersten erfolgreichen Durchlauf zu überspringen und direkt zum anderen Ende auf der Karte zu gelangen. Eine sinnvolle Detailverbesserung, die den Spielfluss positiv beschleunigen sollte.

Dagegen bleiben die Bremsen an anderer Stelle angezogen. Beispielsweise müsst ihr immer noch Stunden warten, um die namensgebende Bravely-Second-Fähigkeit in Kämpfen einsetzen zu können, die die Zeit einfriert und Handlungen zu jedem Zeitpunkt erlaubt. Wer nicht warten will, kann Bravely Seconds auch gegen Echtgeld kaufen. Erfreulicherweise hat es auch die Aufbaukampagne in etwas abgewandelter Form ins neue Spiel geschafft, allerdings müsst ihr darin ebenfalls hauptsächlich auf den Countdown starrend warten. Viel länger wird aber die Wartezeit bis zur Veröffentlichung 26. Februar dauern.

Fazit

Mathias Windhager - Portraitvon Mathias Windhager
Was soll schon schiefgehen?

Wer Bravely Default gespielt hat, wird wohl aufgrund des Ablaufs der zweiten Spielhälfte an der Perfektion der Rollenspielperle gezweifelt haben. Wenn Square Enix nicht zum Wiederholungstäter wird, wovon ich ausgehe, kann ich mir nach aktuellem Stand kaum vorstellen, was Bravely Second: End Layer groß verkehrt machen soll. Der Vorgänger ist eines dieser unverbrauchten Spiele, die sich ohne große Veränderung, aber mit anderer Handlung „noch mal“ veröffentlichen lassen.

Durch das, wie es bisher aussieht, richtige Verhältnis aus Alt und Neu bietet das Spiel voraussichtlich genügend Anreize für Neueinsteiger und jene Spieler, die beide Enden des Vorgängers gesehen haben. Wir betreten alte Schauplätze und finden trotzdem immer wieder etwas Unbekanntes. Die eine oder andere Komfortoption tut ihr Übriges. Wie gut die Perle noch poliert wurde, erfahrt ihr dann in unserer ausführlichen Review.