Test - Bombshell : Halbes Diablo mit Aliens

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3D Realms brachte uns Action-Perlen wie Duke Nukem und fungierte auch als Publisher für Wolfenstein 3D. Dieses Fossil der Spielebranche feiert nun zusammen mit dem Entwicklerstudio Interceptor Entertainment sein Comeback. Und wie könnte es das besser tun als mit einem neuen Duke Nukem! Allerdings besitzt Gearbox seit 2010 die Duke-Nukem-Lizenz. Die Frage für 3D Realms lautet deshalb: Wenn nicht der Duke, wer dann? Aber klar: Bombshell!

Wer? Bombshell, ein toughes Mädel, das in einem miesen Teaser-Trailer Mitte 2014 viel nackte Haut zeigte und im Grunde zu einem weiblichen Duke werden sollte. Über die nächsten Monate hat sich ihr Charakter aber gewandelt. Tough ist sie geblieben, zeigt aber nun weniger nackte Haut und ist dafür krasser drauf. Doch was genau macht Bombshell eigentlich in Bombshell und ist das Spiel nun so bombig wie der Duke oder doch nur ein Rohrkrepierer?

Bitte, sprich nicht mehr über dein Auto

Ihr spielt Bombshell aus der isometrischen Perspektive wie zum Beispiel Diablo. Die Kamera ist fixiert, was zu kleineren Problemchen führen kann, aber das kennt man ja auch aus Diablo. Ihr klickt nicht auf den Boden, um euch in eine bestimmte Richtung fortzubewegen, sondern nutzt WASD oder den Controller wie bei einem Twin-Stick-Shooter. Die Steuerung ist problemlos, obwohl Sprungpassagen mit Maus und Tastatur etwas kniffliger werden. Alles andere als knifflig ist es, der belanglosen Geschichte zu folgen. Die Präsidentin wird von Aliens entführt und ihr springt durch ein Portal in eine außerirdische Welt, um sie zu befreien. Schnarch.

Wenigstens sind die Dialoge so geschmacklos und blödsinnig, dass man aus ihnen eine gute Portion Spaß ziehen kann. Bombshells Synchronsprecherin schafft es, ihre Sätze und Einzeiler sehr professionell rüberzubringen und auch der Bösewicht klingt glaubwürdig. Die restlichen Synchronstimmen sind vermutlich Entwickler mit minimalem Sprechertalent.

Leider werden Bombshells Sprüche sehr schnell nervtötend, da sie dauernd wiederholt werden. Am Anfang des Spiels wird ihr Auto von den Aliens in die Luft gejagt und noch Stunden später meckert sie darüber. Trotzdem würden wir Bombshell gerne in einem anderen Spiel sehen, da ihr Charakter definitiv Potenzial hat, das hier nicht vollständig zur Geltung kommt.

Die armen Aliens

Die Finishing Moves sind zwar in der ersten Stunde cool anzusehen, wiederholen sich danach aber zu oft und dauern etwas zu lange. Wenigstens gibt es pro Gegnertyp immer neue Moves, die sie ausführen kann. In den Zwischensequenzen, die nach jedem der drei etwas taktischeren Bosskämpfe kommen, könnt ihr ebenfalls bestaunen, wie eiskalt und tödlich Bombshell sein kann. Die Musik hilft dabei zu zeigen, wie hart Bombshell drauf ist, und erinnert an DOOM oder den guten alten Duke.

Bombshell - Launch Trailer
Bombshell ist ab sofort für den PC erhältlich; wir zeigen hier den Launch-Trailer.

Insgesamt ist die Präsentation gelungen. Die Sound-Effekte sind wuchtig, die Musik rockt, an der Grafik gibt es nicht viel zu bemängeln und größere Bugs oder Abstürze haben uns während unserer Alien-Mörder-Tour ebenfalls nicht heimgesucht. Aber in Bombshell werdet ihr nicht nur euer Fadenkreuz auf Aliens richten und abdrücken, sondern auch mit Rollenspielelementen konfrontiert. Na ja, sehr rudimentären Rollenspielelementen. Und genau hier beginnt das Spiel auseinanderzufallen.