Test - Bomberman Hardball : Bomberman Hardball

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In ’Bomberman Hardball’ zeigt sich der Videospiel-Oldie einmal von der sportlichen Seite. In Golf, Tennis und Baseball dürfen sich bis zu vier Spieler austoben und zur Abwechslung auch an klassischen Sprengpartien teilnehmen. Olympiaverdächtiger Hit oder Krückensport im Rentnerheim? Die Antwort gibt’s im Test.

Was Mario kann, ...

... kann Bomberman schon lange! Dies dachten sich wohl die Verantwortlichen bei Hudson Soft während des letzten Gamecube-Multiplayerabends. Der Nintendo-Klempner hechtet schon seit N64-Tagen in einwandfreien Sportspiel-Adaptionen über kunterbunte Tenniscourts und verbessert sein Handicap auf abgefahrenen Golfkursen, die mit der relativ trockenen Realität des Ärzte-Sports rein gar nichts zu tun haben. Der japanische Traditionshersteller schlägt allerdings einen anderen Weg ein und schnürt unter dem Titel ‘Bomberman Hardball’ ein kompaktes Sportpaket samt Filzball-Hatz, dem satten Grün von vier 18er-Löchern und sogar einer Baseball-Umsetzung. Als ob das nicht schon genug wäre, bekommen Fans des Videospiel-Oldies die allseits beliebte klassische Bombenlegerei in nie zuvor gesehenem Variantenreichtum obendrauf.

Live!?

Die größte Schwäche gleich vorweg: Der Tamagotchi-artige ‘Live’-Modus entbehrt jeder Existenzberechtigung und ist totlangweilig, aber Schwamm drüber: Schließlich gibt es mit Bomberman Hardball gleich vier technisch saubere, aber unspektakuläre Spiele in einem. Drei Courts (Rasen, Sand und Halle) bilden die typische Grundlage der knuffigen Tennis-Variante. Slice, Topspin und Lob gelingen tadellos, während man mit der Dosierung und dem Zielen der Schläge tatsächlich höllisch aufpassen muss. Schade, dass die putzigen Bombenleger ziemlich fußlahm sind. Gerade gegen die CPU watschelt man behäbig und oft erfolglos prinzipiell erreichbar anmutenden Cross-Schlägen hinterher. Im Duell gegen einen oder gerade im Doppel gegen zwei Freunde ist die Racket-Schlacht aber trotzdem durchaus die ein oder andere Runde wert.

Beim Baseball gilt es hingegen erst einmal, das Regelwerk zu begreifen. Hat der durchschnittliche Deutsche diese Hürde dann überwunden, findet er hier eine eher wenig spannende Simpelfassung dieser Randsporterscheinung. Viel zu steuern gibt es außer dem Bat beziehungsweise der Wurfrichtung allerdings nicht. Jedenfalls nicht in der empfehlenswerten halbautomatischen Steuerungseinstellung. Wer’s mag ...

Ebenfalls nur für zwischendurch ist der 18 Löcher umfassende Golfkurs, der in vier verschiedenen Jahreszeiten gespielt werden darf. Zwar gibt sich die grundsätzliche Umsetzung der gediegenen Freizeitbeschäftigung durchwegs solide, den Anspruch eines ‘Links 2004’ oder den Umfang eines ‘Tiger Woods’ darf man hier aber nicht erwarten.

Alte Werte

Und so bleibt die stärkste Disziplin des im Freundesquartett brauchbaren Spielepotpurris eindeutig das traditionelle Sprengen alter Freunde im klassischen ’Bomberman’-Modus. Unzählige Pickups, Laufbänder und Arenen bieten mehr als genug Abwechslung, wenn auch die Übersicht unter der aufgestockten Komplexität deutlich leidet. Oft wisst ihr nicht, wer von euren Freunden euch nun über den Jordan geschickt hat. Macht nichts – Spaß macht es trotzdem.

Fazit

von Alexander Bohn
’Bomberman Hardball’ ist ein günstiger ‘Bomberman’-Rundumschlag, dem allerdings einiges an Feinschliff abgeht. Für Anhänger von spaßigen Multiplayer-Schlachten stellt der Titel aber eine lohnenswerte Investition dar.

Überblick

Pro

  • zu viert spaßig
  • saubere Technik
  • guter Umfang

Contra

  • Original-Modus recht unübersichtlich
  • für Einzelspieler kaum brauchbar
  • setzt in keiner Einzeldisziplin Maßstäbe

Wertung

  • PS2
    69
    %

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