Test - Blinx: The Time Sweeper : Blinx: The Time Sweeper

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Jump'n Run-Anhänger kamen bei der Xbox bisher noch nicht so recht auf ihre Kosten – Microsofts 'Blinx: The Time Sweeper' soll hier aber endlich Abhilfe schaffen. Besonders auffällig an dem niedlichen Abenteuer ist die Möglichkeit, die Zeit nach Belieben zu manipulieren. Wieso der innovative Titel den vielen Vorschusslorbeeren schlussendlich doch nicht ganz gerecht wird, erfahrt ihr hier.

Blinx: The Time Sweeper
Die Tom-Tom-Gang macht großen Ärger.

Kampf gegen Zeitdiebe
Nach dem Starten des Titels dürften sich einige Spieler fragen, wer sich hinter dem noch recht unbekannten Studio Artoon verbirgt. Tatsächlich darf man aber von diesen japanischen Entwicklern einiges erwarten, schließlich handelt es sich um ehemalige Mitarbeiter der berühmten Sega-Spieleschmiede 'Sonic Team', die unter anderem die Jump'n Run-Highlights um Segas Maskottchen Sonic ausgetüftelt haben.

Danach folgt bereits ein fröhliches Intro, das vor allem kurze Ausschnitte von Spielsequenzen zeigt und das innovative Zeit-Feature beschreibt, worauf wir später eingehen. Im Titelmenü habt ihr die Auswahl, ob ihr einen Spielstand laden, ein neues Abenteuer starten oder in den Optionen Steuerung und Sound euren Wünschen anpassen wollt. Beginnt ihr ein neues Spiel, bekommt ihr ein sehr hübsches und langes Rendervideo zu sehen, das die Hintergrundgeschichte von 'Blinx' verdeutlicht. Held des Abenteuers ist der Hausmeister-Kater Blinx, der in der Zeitfabrik arbeitet. Diese sorgt für die Herstellung von Zeit in Form von Zeitkristallen, die dann an verschiedene Welten geliefert wird. Klar, dass so was wie die Zeit ein kostbares und empfindliches Gut ist und die Arbeiter in der Fabrik eine große Verantwortung haben.

Doch plötzlich erklingt eine Alarm-Meldung: Die fiese Tom-Tom-Gang, eine Bande von schurkischen Schweinen (im wortwörtlichen Sinn), hat die Welt B1Q64 überfallen und versucht, Zeitkristalle zu klauen. Darüber hinaus verwandeln sich die nicht genutzten Kristalle zu fiesen Monstern, welche die Gegend tyrannisieren. Zu allem Unglück hat die Tom-Tom-Gang auch noch die hiesige Prinzessin entführt. Während die Zeitfabrik-Leitung die Welt schon aufgeben und versuchen will, andere Regionen zu retten, zögert Blinx keine Sekunde – beim Anblick der lieblichen Prinzessin kann er gar nicht anders, als nach B1Q64 zu reisen, um die Monster zu zerstören, Zeitkristalle einzusammeln und der fiesen Gang den Garaus zu machen.

Blinx: The Time Sweeper
Blinx kann allerlei Gegenstände aufsaugen.

Kampf mit Müll
Niedliche Helden, fiese, tierische Gegner, Kristalle einsammeln, Prinzessin retten … ja, bei 'Blinx: The Time Sweeper' handelt es sich um ein Jump'n Run, das sowohl auf klassische Elemente des Genres, aber auch auf einige neue Ideen setzt. Ihr bewegt also Blinx durch dreidimensionale Levels, vergleichbar mit 'Super Mario Sunshine' oder 'Sonic Adventure 2 Battle'. Dabei ist die Steuerung recht simpel ausgefallen – mit dem linken Analog-Stick bewegt ihr den Kater in die gewünschte Richtung, lasst ihn mit Druck auf den A-Knopf springen und mit X seine Waffe einsetzen. Anders als seine Kollegen darf Blinx nämlich nicht einfach auf die Monster springen, sondern muss Müll auf sie abschießen. In jedem Level müsst ihr alle Unholde besiegen, wobei euch gerade mal zehn Minuten zur Verfügung stehen. Anfangs dürftet ihr mit dieser Zeiteinschränkung keine Probleme haben, aber schon bald sitzt euch die Limite kräftig im Nacken – nur wer rasch, effizient und mit etwas Taktik vorgeht, kommt rechtzeitig ans Ziel. Überhaupt ist das Spiel recht knifflig ausgefallen und auch der Umfang aus zehn Welten und insgesamt 40 Levels geht in Ordnung. Somit dürften selbst Jump'n Run-Kenner einige Zeit beschäftigt sein, zumal es in den Abschnitten noch einiges an versteckten Wegen und Items gibt, die ein mehrmaliges Level-Besuchen lohnenswert machen.

Blinx: The Time Sweeper
Mit solchen Kristallen lässt sich die Zeit manipulieren.

Beim Kampf gegen die Monster kommt eine Art Schlüssel-förmiger Staubsauger zum Einsatz. Per Knopfdruck saugt ihr damit herumliegende Gegenstände wie Mülltonnen, Zahnräder, Steine, Blumentöpfe, Bälle oder gar Baumstämme, Kühlschränke und Parkbänke ein und schießt sie dann auf den Feind. Allerdings könnt ihr nur maximal fünf Items gleichzeitig tragen, wobei gewisse Gegenstände je nach Gegner besser oder schlechter wirken. Als Beispiel sei hier ein Frosch genannt, der normale Gegenstände einfach aufsaugt und so immer größer wird. Da helfen am besten Bomben, die er brav schluckt, um kurz darauf zu explodieren. Als Alternative könnt ihr aber auch versuchen, ihn mit allerlei Gegenständen im Rücken zu treffen. Leider ist das Zielen allerdings weniger einfach, als es zunächst aussieht – Grund hierfür ist ein halbautomatisches Zielen, das einen Gegner von selbst anvisiert. Dies sorgt aber nicht nur für Unübersichtlichkeit, da sich die Kamera ebenfalls an diesem Zielsystem orientiert, andererseits habt ihr vor allem im Kampf gegen mehrere Gegner nie die Gewissheit, dass ihr jetzt genau den Unhold trefft, den ihr auch treffen wollt. Außerdem kommt es ab und zu vor, dass der Müll aufgrund der nicht ganz gelungenen Kollisionsabfrage scheinbar an unsichtbaren Mauern abprallt, kurz vor dem Gegner zum liegen kommt oder einfach komplett an ihm vorbei segelt, weil das Zielsystem schlicht ein Item in einer ganz anderen Blickrichtung anvisiert. Neben etwas Glück und Geschick ist allerdings auch Taktik wichtig, denn wenn ihr plötzlich in einem verschlossenen Raum steht und es dort zuwenig Müll hat, dann habt ihr ein echtes Problem. Somit hilft es, wenn man das Level bereits kennt und so etwas vorausplanen kann, was man bald brauchen wird.

 

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