Test - Beyond: Two Souls : Drücke X für Ellen Page

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Es gibt wenige Videospielfiguren, die einem wirklich ans Herz gehen, virtuelle Charaktere, um die man sich sorgt, die einen mitreißen. Jodie Holmes ist so eine Figur, die dem Spieler noch lange nach dem Abspann durch den Kopf geistert. David Cage, Autor und Regisseur von Beyond: Two Souls, lässt sich eine ganze Spielhälfte Zeit, um diese Bindung zwischen Spieler und Spielfigur herzustellen. Und am Ende seines interaktiven Films brennt er ein Action-Feuerwerk ab, das polarisieren wird.

Die Ausgangssituation ist vielversprechend: Jodie ist kein normales Mädchen. Seit ihrer Geburt wird sie von einem übersinnlichen Wesen begleitet, das sie Aiden nennt. Woher es kommt und wieso es ausgerechnet an sie gebunden ist, weiß sie nicht. Das ist eines der großen Mysterien, die erst im Laufe der interessanten Geschichte gelöst werden. Klar ist jedoch von Anfang an, dass Jodies Besonderheit ihr Leben komplett auf den Kopf stellt, sie mehr als einmal in Tränen ausbrechen lässt und sogar schuld an diversen Selbstmordversuchen ist.

Damit dürfte klar sein, dass Jodies Geschichte äußerst dramatisch verläuft. Ungewöhnlicherweise wird diese aber nicht chronologisch erzählt. Stattdessen springen die Entwickler wild in der Zeitlinie umher und nicht jeder Sprung ist sinnvoll, mancher sogar kontraproduktiv. Wird sie beispielsweise in einer Szene vom unsympathischen Ryan Clayton aus den Händen der Ersatzvaterfigur Nathan Dawkins gerissen, ist sie in der nächsten plötzlich Hals über Kopf in genau diesen Ryan verliebt. Als Spieler oder Zuschauer muss man derartige Schwächen, auch in Bezug auf manche unpassende Dialoge, akzeptieren können. Es handelt sich wie schon bei Heavy Rain beileibe nicht um eine oscarreife Erzählung - aber um eine äußerst unterhaltsame.

Beyond: Two Souls - Video Review
Ist das Kunst oder kann das weg? Wir haben uns das neuste Werk von David Cage vorgeknöpft.

Hollywood-Prominenz

Das liegt vor allem an den hervorragenden Schauspielern und der erstaunlichen technischen Umsetzung. Ellen Page, Willem Dafoe und sogar alle Nebendarsteller wurden bis in die kleinste Gesichtsregung eingefangen. Das sieht so beeindruckend aus, dass man sich manchmal fragt, ob man nicht doch bereits an einer PlayStation 4 sitzt. So ist es ein Leichtes, mit Jodie mitzufühlen, mitzuleiden und ein gewisses Beschützergefühl für sie zu entwickeln. Die Schauplätze hauen einen zwar nicht immer im gleichen Maße vom Stuhl, sind jedoch durchgehend überzeugend gestaltet - auch wenn manche Szenerie etwas unterkühlt und steril rüberkommt.

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