Test - Batman Season 2: The Enemy Within : Die komplette Staffel im finalen Test

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Batman was back! Wir blicken zurück auf fünf spannende Episoden mit dem Flattermann und fragen uns, ob die zweite Staffel hält, was sie versprochen hat. Wie entwickelte sich der Joker? Was machen eure Freundschaften? Kommen sich Batman und Catwoman wieder näher? Bricht Alfred zusammen? Und wer überlebt das Abenteuer nicht? Fragen, zu denen ihr selbst die Antworten wählt.

Es war wieder einmal eine lange Staffel. Fünf Episoden beziehungsweise etwas mehr als zehn Stunden lang war die zweite Season von Telltales Batman-Erzählung und wir ziehen ein Resümee. Fakt ist: Die Serie ist gewachsen und hat in dieser Staffel die Ereignisse der ersten Staffel weitergeführt. Die Beziehung zu eurem Freund/Stalker/Fan John Doe wurde sinnvoll fortgesetzt und vertieft, doch dazu später mehr.

Was ernüchterte: Entscheidungen aus der ersten Staffel hatten keine allzu großen Auswirkungen auf diesen Teil. Konsequenzen zeigen sich zum größten Teil nur in unwesentlichen Details: Narben etwa, die sich ein Charakter in einem Kampf zugezogen hat oder nicht, oder Anekdoten in einem Nebensatz, die auf vorangegangene Geschehnisse anspielen. Auch in dieser Staffel wirken sich eure Entscheidungen zwar massiv auf den Moment aus (ihr entscheidet stellenweise sogar über Leben und Tod), doch für spätere Ereignisse haben sie nur wenig Relevanz.

Erst die letzten beiden Episoden nahmen diesbezüglich einen Schnitt vor. Dort nämlich machen sich schließlich die Auswirkungen eurer Handlungen stark bemerkbar. Bis zur vierten Episode wirkten zum Beispiel die Beziehungen von Bruce Wayne zu Selena und John Doe wie vorgefertigt und relativ starr. Doch gerade eure Verbindung zu Letzterem entfaltet sich in der letzten Episode so richtig. Sie macht die dynamische Partnerschaft zum Dreh- und Angelpunkt der Geschehnisse und es kommt endlich zu richtig wichtigen Entscheidungen.

Der Joker: Freund oder Feind?

Was Telltale mit der finalen Episode auf außergewöhnliche Weise gelungen ist, ist die Trennung in zwei fast komplett unterschiedliche Handlungsstränge. Ihr selbst habt zu verantworten, ob der Joker in diesem Kapitel entsteht oder nicht. Habt ihr euch ihm gegenüber nicht korrekt verhalten oder ihn oft hängen lassen, dann wird aus dem harmlos wirkenden Arkham-Insassen der legendäre Superschurke, den alle Comicfans kennen und fürchten. Dann beginnt er die Episode mit Schrecken und Terror, seine große Liebe Harley Quinn an seiner Seite.

Seid ihr John Doe gegenüber aber als Freund aufgetreten, dann öffnet sich ein Parallelkosmos, den wir so in den Comics und Filmen noch nicht kennengelernt haben. Alles dreht sich um die Frage: „Was wäre, wenn der Joker und Batman Partner sind?“ Zugegeben, eine interessante Konstellation. So offenbart sich für Fans eine interessante Interpretation der Batman-Joker-Beziehung und definitiv der kreativste Moment, den die Staffel zu bieten hat.

  • Batman: The Enemy Within - Screenshots - Bild 1
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Aber: Die Geschichten der anderen Charaktere verblassen vor diesem Hintergrund zu unbedeutendem Beiwerk. Das Schicksal Alfreds zum Beispiel dümpelt lediglich vor sich hin und wird nur in wenigen Nebenszenen erläutert. Die Beziehung zu James Gordon ist fast völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Auch konnte ich mir nie merken, welcher Agent von Bösewicht Agent Waller im Spielverlauf eigentlich gestorben ist. Und gab es da nicht noch eine Romanze mit Catwoman?

So gut und groß Batmans und Jokers Beziehung aufgebaut ist, so wenig werden die anderen Partner- und Feindschaften gepflegt. Spielten etwa Harley Quinn, Bane und Mr. Freeze zu Beginn eine große Rolle, verkommen sie gegen Ende zu Statisten. Eigentlich eine Schande, wenn man die Möglichkeiten bedenkt. Doch was gab es abseits der vielgesichtigen Geschichte noch?

Batman: The Enemy Within - Episode #5 Joker Villain TRailer
Hier bekommt ihr den Joker als ultimativen Bösewicht als weitere mögliche Variante in der fünften Episode zu sehen.

Action wie in den 60ern

Kämpfe und Konflikte gibt es auch in dieser Staffel wieder zuhauf, was manchmal etwas aufgesetzt wirkt, vor allem wenn die Kampfszenen übertrieben in die Länge gezogen sind und die Aktionen zum Teil irrwitzig aussehen. Uns war es jedenfalls etwas zu viel Popcornaction, besonders in der ersten Riddler-Episode.

Auch die Rätsel und wenigen Knobeleinlagen dienen allenfalls der Abwechslung, waren aber weder innovativ noch besonders spaßig, stattdessen fühlten sie sich wie Lückenfüller an. Von seinen Detektivfähigkeiten muss Batman leider ebenfalls nur selten Gebrauch machen.

In der viel gerühmten Batman-Arkham-Serie etwa gab es gerade bei den Begegnungen mit dem Riddler zahlreiche, denkwürdige Rätsel. Bei der Untersuchung von Tatorten und der Rekonstruktion von Tathergängen hätten sich die Entwickler ebenfalls etwas mehr einfallen lassen dürfen.

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