Test - Batman: Arkham VR : Ich bin Batman!

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Die Arkham-Reihe von Entwicklerstudio Rocksteady wusste den dunklen Ritter schon immer exzellent in Szene zu setzen. Mit einem eigenem VR-Titel liefert das Studio neuen Stoff für Batman-Fans und greift dabei auf eine große Palette bekannter Figuren und Schauplätze aus den bisherigen Spielen zurück. Ein interessantes Gesamtpaket, das jedoch sehr kurz ist und mit einigen Problemen zu kämpfen hat.

Rund 90 Minuten schlüpft ihr in die Haut von Batman und erforscht die kriminelle Welt Gothams. Länger benötigt ihr für den rund 20 Euro kostenden VR-Happen nicht. Details zur Handlung verraten wir nicht, da sie im Mittelpunkt steht und ein wichtiger Teil der Erfahrung ist. Mithilfe der Move-Controller interagiert ihr mit eurer Umwelt. Ihr hebt Gegenstände auf, untersucht sie auf Hinweise oder kombiniert sie, um neue Möglichkeiten freizuschalten. An eurem Ausrüstungsgürtel findet ihr eine Greifhakenpistole, ein Analysegerät und Batarangs, die ihr zur Verteidigung werft. Das dabei vermittelte Gefühl, die Batman-typischen Gadgets vom eigenen Gürtel zu ziehen, ist eindrucksvoll und stärkt die Illusion, in die Rolle von Bruce Wayne zu schlüpfen.

Frei bewegen könnt ihr euch leider nicht. Auf Knopfdruck wechselt ihr die Position zwischen mehreren festgelegten Punkten. Das ist etwas schade, da vor allem die Bewegungsmöglichkeiten und die Stealth-Fähigkeiten von Batman prägend für die vorausgegangen Open-World-Spiele waren. Leider ermöglicht euch Batman: Arkham VR hier nur eine „Teleportation“ zu festgelegten Punkten, ähnlich wie bei Google Street View. Ihr ändert euren Blickwinkel, bewegt euch aber nicht frei.

Batman: Arkham VR - E3 2016 Announcement Trailer
Der Schwarze Ritter macht die PS4 zum Release von PSVR auch in der virtuellen Realität unsicher.

Kopfsache

Rocksteady schafft es erneut, eine interessante und packende Story rund um den dunklen Ritter zu erzählen. Vorwissen aus den bisherigen Arkham-Spielen ist nicht nötig, um Spaß mit dem Titel zu haben. Auch wenn die Arkham-Spiele schon immer eine packende und stellenweise psychedelische Atmosphäre zu inszenieren wussten, verleiht die virtuelle Realität diesen Momenten eine ganz neue Intensität, insbesondere in den Gesprächen mit den Bewohnern Gothams, denen ihr wie einem realen Gegenüber begegnet. Das Studio versteht es, den Spieler in unangenehme Situationen zu versetzen und ihn nur durch kleine Bewegungsgesten sich schlecht fühlen zu lassen – und damit ist nicht die VR-typische Motion Sickness gemeint.

Ein großes Problem ist jedoch die Umwelt, mit der ihr interagiert. Figuren registrieren nicht, wenn ihr sie berührt oder anderen Blödsinn mit ihnen anstellt. Dadurch wirkt das Geschehen um euch herum schnell künstlich und reißt euch aus der Immersion. Selbst wenn ihr jemandem einen Gegenstand an den Kopf werft, zeigt sich jener davon unbeeindruckt. Selbstverständlich sind die Möglichkeiten in der virtuellen Realität noch begrenzt, etwas mehr Detailverliebtheit hätte uns dennoch gut gefallen. Hier liegt viel Potenzial brach, das in einem eventuellen Nachfolger ausgeschöpft werden könnte.

Zudem gibt es immer wieder Situationen, in denen man gerne in die Handlung eingreifen möchte, aber schlicht und ergreifend nicht die Chance dazu bekommt. Während klassische Videospiele Einschränkungen in der Handlungsfreiheit etwa durch Zwischensequenzen kenntlich machen, verschwimmen in der virtuellen Welt die Grenzen zwischen Interaktionsradius und Kulisse auf mitunter verwirrende Weise. Das ist während des Spielerlebnisses zwar nicht frustrierend, dennoch kratzt dieser Umstand erneut an der Illusion, Batman zu sein.

Batman: Arkham VR lässt euch die Wahl, ob ihr im Stehen oder im Sitzen spielt und ob ihr den DualShock 4 oder die Move-Controller nutzt. Im Stehen ist die Immersion deutlich stärker als im Sitzen. Die Steuerung mit dem DualShock 4 ist ruckelig und bei Weitem nicht so imposant wie mit den Move-Controllern. Am Controller wählt ihr eure Waffen mit Viereck, Dreick und Kreis aus und zielt automatisch in die Mitte eures Sichtfeldes. Gegenstände, mit denen ihr interagieren könnt, leuchten auf und lassen sich mit den Analog-Stick untersuchen. Da gefallen uns die Move-Controller und die Bewegungssteuerung definitiv besser.

Greift zu, wenn...

…ihr Batman und die Arkham-Reihe mögt und Spaß an Bewegungssteuerung habt.

Spart es euch, wenn...

… ihr einen Blockbuster auf dem Niveau der Arkham-Spiele erwartet oder euch eine lange Spielzeit wünscht.

Fazit

Robin Rottmann - Portraitvon Robin Rottmann
Eindrucksvoller Benchmark

Für rund 20 Euro liefert Rocksteady ein solides VR-Spektakel ab, das 90 Minuten lang zeigt, was Batman in Zukunft in der virtuellen Realität alles erleben könnte. Leider sind die Aufgaben und Möglichkeiten noch so simpel gestrickt, dass der große Aha-Effekt ausbleibt. Dennoch wird man gut unterhalten. Um einen Eindruck davon zu erhalten, was mit PS VR und den Move-Controllern alles möglich ist, eignet sich Arkham VR ideal. Wir sind gespannt, was uns Rocksteady auf dieser Basis in Zukunft kredenzen wird.

Überblick

Pro

  • tolle Umsetzung der Move-Steuerung
  • dicht verwebte Handlung mit den bisherigen Arkham-Spielen
  • viele bekannte Schauplätze und Figuren
  • ansprechende Optik.
  • Ich bin Batman!

Contra

  • keine freie Bewegung
  • Umwelt wirkt plastisch
  • Figuren reagieren kaum auf eigene Aktionen
  • keine deutsche Sprachausgabe
  • Steuerung mit DualShock 4 verbesserungswürdig

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