Test - ATI Radeon HD4850 : Spitzengrafik für unter 150 Euro

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Auch bei der HD4850 takten sich die GPU und der Speicher herunter. Doch obwohl ATI PowerPlay verbessert haben will, nuckelt diese Grafikkarte mit 139 Watt spürbar mehr als eine HD3850 aus der Leitung. Das überrascht, zumal die maximale Leistungsaufnahme auf dem gleichen Stand bleiben sollte. Eine HD3850 braucht unter gleichen Bedingungen nur 131 Watt, sogar die GTX280 zieht mit 157 Watt genauso viel wie der schwächere Konkurrent.

Im Last-Modus zeigt sich ein ähnlicher, wenn auch nicht ganz so krasser Unterschied im Hinblick auf die HD3850 und der Leistung der HD4850. In diesem Fall saugt das gute Stück mit unserem Testsystem 265 Watt aus der Leitung und damit fast genauso viel wie eine 9800GTX und knapp 70 Watt mehr als eine HD3850. Glücklicherweise bietet die HD4850 genügend Leistung, um zumindest im Last-Betrieb den Verbrauch rechtfertigen zu können.

Lautstärke und Temperatur

Kleine 55mm-Lüfter versetzen den einen oder anderen unter euch in Angst und Schrecken. Das geschieht nicht ohne Grund, schließlich brüllen vor allem die kleinen Kaltluftpuster aufgrund der deutlich höheren Umdrehungsgeschwindigkeit lauter als ihre größeren 70mm- beziehungsweise 80mm-Kollegen. Bestätigt diese Erfahrung auch eine HD4850?

Erstaunlicherweise bleibt der kleine Rotierer größtenteils ruhig. Im Idle-Modus gehört er sogar zu den unauffälligsten Sprösslingen der Lüfterbranche, will das gute Stück mit 42 dB doch überwiegend die Klappe halten. Eine HD3850 schont das Ohrenschmalz übrigens ebenfalls mit 42 dB, gefolgt von einer GeForce 9800GTX mit 42,5 dB und einer Radeon HD3870 mit 43 dB. Nur unter Belastung im Full-Betrieb schießt der Winzling mit 49 dB etwas mehr als 5 dB über seinen kleinen HD3850-Bruder hinaus, doch selbst bei Extrembelastungen kann die günstige Grafikkarte halbwegs leise bleiben.

Der Schein trügt jedoch, denn wegen der vornehm zurückhaltenden Drehzahl entwickelt sich eine HD4850 zum wahren Hitzebomber. In puncto Temperaturen legt sie nämlich einen Negativrekord auf die Bühne, sogar ihr ohnehin schon heißes HD3850-Geschwisterchen weist die RV770-Basis großzügig in die Schranken.

Satte 74°C im Single- und 76°C im CrossFire-Modus donnert die HD4850 auf den Tisch – wohlgemerkt im Idle-Betrieb. Damit liegt sie, man mag es kaum glauben, 14°C vor der GeForce 9800GX2 und weit abgeschlagen von der HD3850 mit 45°C. Erreicht sie schon hier einen bedenklichen Zustand, kann sie im Full-Modus ganze Spanferkel gar kochen: 86°C haut eine einzelne Grafikkarte aus dem Schacht, bei zwei Schmalspurgefährten im CrossFire fallen sogar 90°C an. Leider schabt sie mit diesen Emissionen an der kritischen Marke von 90°C. Ein heißer Sommertag sollte ihr jedenfalls erspart bleiben.

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