Test - ATI Radeon HD4850 : Spitzengrafik für unter 150 Euro

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Mit maximal 110 Watt Stromzufuhr rammt ATI seinen jungen Schützling in den fruchtbaren Lehmboden des AMD-Grafikgartens. Auf ihm hockt der RV770Pro, welcher sich im Hinblick auf den etwas kräftigeren RV770XT (HD4870) lediglich in geringeren Taktraten unterscheidet. Das auf Hochglanz polierte Grafikgehirn taktet mit 625 MHz, der XT-Ableger schafft hingegen stolze 750 MHz. Als Speicher verwendet die HD4850 512 MB herkömmlichen GDDR3-RAM mit 993 MHz (effektive 1.986 MHz) mit einer 256 Bit großen Speicheranbindung. Bei der Radeon HD4870 pocht mittlerweile hochmoderner GDDR5-Grafikspeicher, was trotz des gleichen Takts einen deutlichen Leistungssprung bedeutet – den Test zu ATIs aktuellem Flaggschiff lest ihr in den nächsten Tagen bei uns.

Die Shader-Prozessoren wurden für den RV770 von 64 auf satte 160 bei einem Takt von 625 MHz mehr als verdoppelt. Durch das 5D-Prinzip erreicht die 120 bis 150 Euro teure Grafikkarte genau 1.000 GFLOPS und kann in diesem Punkt sogar Nvidias neusten Highend-Chip GT200 übertrumpfen. Mit seinen 240 1D-Shadern passen nur 933 GFLOPS durch die Pipelines, Nvidia muss sich deswegen allerdings nicht auf die Zunge beißen. Denn dank anderer Architektur spielen eine GTX260 und GTX280 in einer höheren Liga, wobei der Kampf gegen diese beiden Highend-Raketen auch gar nicht zur Debatte steht. Erst die bereits angekündigten Dual-GPU-Fachmänner Radeon HD4850 X2 und HD4870 X2 dürften ernsthafte Chancen gegen die GTX200-Generation haben.

Auf dem vorhergehenden RV670 werkeln noch diabolische 666 Millionen Transistoren. Zwar bleibt ATI der 55nm-Struktur weiterhin treu, doch tummeln sich auf dem RV770 ganze 965 Millionen Schalter und damit fast ein Drittel mehr. Übereinander stapeln kann man Transistoren natürlich nicht, klein machen mussten sich die GPU-Einwohner ebenfalls nicht. Vielmehr spendierten die Ingenieure einen Anbau, sodass die absolute Grafikchip-Fläche von 193 auf 260 mm² stieg. Fernab dieser Vergrößerung trainierten beispielsweise Shader-ALUs und ROPs ihren Winterspeck weg und wurden um bis zu 40 Prozent verkleinert. Nur so ließen sich die starken Änderungen überhaupt realisieren.

Oberflächliche Betrachtung: Ein alter Bekannter

Obwohl der neue Transistorenspielplatz gegenüber einer HD3850 großzügig umgestaltet wurde, bleibt das Design der HD4850 ziemlich ähnlich: Die Platinenlänge ändert sich mit knapp 24 cm nur um wenige Millimeter und wird beim Einbau in einen normalen Tower keiner anderen Hardware Platz streitig machen. Außerdem baut das Referenzdesign wieder auf eine Single-Slot-Kühlung mit einem extrem flachen Aufbau, sogar wenige Millimeter dünner als das Slotblech selbst.

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