Test - Onboard-Grafik mit DirectX 10 : Das Aus für Grafikkarten?

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Erfahrene Spieler würden beim Stichwort "Onboard-Grafik" am liebsten laut schreien. Bisher können nämlich selbst aktuelle integrierte Grafikchips nur Spiele vergangener Dynastien flüssig darstellen, während komplizierte 3D-Engines bei den zahnlosen Grafik-Tigern ein Herzkreislaufversagen auslösen. Umso erstaunlicher sind die jüngsten Entwicklungen aus den Schmieden von AMD, Intel und Nvidia, greifen doch aktuelle Generationen der integrierten Chips auf DirectX-10-Features zurück. Derartige Effekte nutzen aber nur neuere Spiele, ergo wird diese Unterstützung erst dann sinnvoll, wenn genug Leistungsreserven im Chip schlummern. Ist das der Fall? Können die kleinen Bildermacher endlich der Grafikkarte in die Suppe spucken?

Drei Gegner stehen sich gegenüber

Rein aus Erfahrung dürften sich DirectX 10 und integrierte Grafikchips genauso vertragen wie Weiße Haie mit schwimmenden Robben. Ein PR-Gag oder ein Schaulaufen künftiger Möglichkeiten liegen als Vermutung nahe, doch vorverurteilen wollen wir die Kreationen von AMDs, Intels und Nvidias Fließbändern nicht. Alle drei Bilderspezialisten bieten mittlerweile Onboard-Varianten mit dem Windows-Vista-Standard an. AMDs 780G greift auf die integrierte Radeon HD3200 zurück, Nvidia setzt alles auf das Pferd MCP78 mit dem Nforce 780a SLI und Intel vertraut auf die X3500-Grafik mit dem G35. Zumindest AMD und Nvidia pflanzten aktuelle Techniken ein (wie HD-Video), bei Intel fehlt dieses Feature jedoch gänzlich. Überhaupt hinkt Intel den beiden Konkurrenten leistungstechnisch etwas hinterher, sodass wir uns für den Test auf Nvidias MCP78-Grafik stürzen werden.

Schon beim Auswählen des passenden Mainboards müssen wir euch allerdings einen Dämpfer verpassen. Eine Hauptplatine mit Intels aktuellem CPU-Sockel 775 sucht ihr vergeblich, sogar Nvidia vertraut ganz auf AMDs Sockel AM2+ für Athlon- und Phenom-Prozessoren – eventuell eine Folge des Streits zwischen Intel und Nvidia. Wenn ihr also auf einen Core 2 Duo oder Core 2 Quad bauen wollt, dann wird schon jetzt der Traum von Onboard-Grafik mit DirectX 10 pulverisiert. Wir schnappen uns daher AMDs Phenom X4 9750 (95 Watt) aus dem Regal, der als Vierkerner mit 2,40 GHz Takt die Rechenaufgaben löst (je 512 KB Cache pro Kern) und auf 2 MB shared L3-Cache zurückgreift.

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