Test - Assassin's Creed: Altair's Chronicles : ’Assassins Creed’ für Arme

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Während sich der Auftragsmörder Altair bereits seit einigen Monaten durch die Windungen der Next-Generation-Konsolen schleicht, kommen jetzt auch Handheld-Fans auf ihre Kosten. Doch kann 'Assassin's Creed: Altair's Chronicles' das hohe Niveau des Vorbilds halten?

Bei 'Assassin's Creed: Altair's Chronicles' handelt es sich um das so genannte Prequel zum bereits veröffentlichten Spiel für PlayStation 3 und Xbox 360. Abgesehen vom Helden und dem Setting gibt es jedoch kaum Parallelen zwischen den beiden Titeln. Dazu aber gleich mehr. Kurz zur Vorgeschichte: Ihr schlüpft abermals in die Rolle von Meuchelmörder Altair, der auf der Suche nach einem angeblich sehr mächtigen Artefakt ist. Das hört sich allerdings einfacher an, als es in Wirklichkeit ist, denn der Weg dorthin ist alles andere als unbeschwerlich.

Assassin's Creed: Altair's Chronicles

Über den Dächern der Stadt

Wie schon beim großen Vorbild schlagt ihr euch durch Städte wie Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge. Allerdings habt ihr es bei dem DS-Spiel keineswegs mit einer 1:1-Portierung der Open-World-Mechanik zu tun. Vielmehr bekommt ihr einen deutlich weniger spektakulären 2D-Plattformer serviert, der mehr als nur einmal an Klassiker wie 'Prince of Persia' erinnert. Kein Wunder, ist Entwickler Gameloft doch auch für mehrere Handheld-Fassungen der 'Prince of Persia'-Spiele verantwortlich.

Diese Fokussierung auf geradlinige 2D-Action muss für sich gesehen nicht schlecht sein, denn die Grundmechanik macht zumindest auf den ersten Blick durchaus Spaß. Ihr steuert den Assassinen aus der Seitenperspektive und überwindet per Knopfdruck einstürzende Dächer, fiese Stachelfallen und andere Hindernisse. Auch Kletterpartien und Balanciersequenzen dürfen bei einem Spiel dieser Art nicht fehlen. Zwar sind nicht alle Passagen immer fair gestaltet, doch dank großzügig verteilter Checkpoints hält sich der Frust stark in Grenzen.

Kampf zum Abgewöhnen

Verhält sich der Protagonist zu auffällig oder gerät er anderweitig mit Soldaten aneinander, kommt es unweigerlich zum Kampf. Der Ansatz des Spiels ist bei diesem Aspekt gut gemeint: Kombos, Blocktechniken und ein erweiterbares Waffen- und Aktionsarsenal klingen viel versprechend. Allerdings sind die Scharmützel wenig herausfordernd, sodass - abgesehen von Bosskämpfen - blindes Drücken der Angriffstasten meist ausreicht, um erfolgreich zu sein. Überhaupt ist der Schwierigkeitsgrad nicht sehr hoch und der Umfang eher mager, wodurch nach maximal vier Stunden der unspektakuläre Abspann über den Dual-Screen flimmert. Apropos Dual-Screen: Der Touchscreen kommt nur bei Minispielen (Taschendiebstahl und Folter) zum Einsatz, das Feature wirkt dann aber auch ziemlich aufgesetzt. War da ein Zwang, diese Funktion unbedingt einbinden zu müssen? Es scheint fast so.

Grafisch macht das Spiel mit seinem fast schon comicartigen Stil einen guten Eindruck. Vor allem die aufwändigen Animationen von Altair sind ein echter Hingucker; vielmehr "wären" sie ein Hingucker, wenn nicht zahlreiche Ruckler den Spielfluss vermiesen würden. Anscheinend kommt der Handheld hier bedrohlich nah an seine technischen Grenzen im 2D-Bereich. Die Soundkulisse mit den orientalisch angehauchten Musikstücken ist hingegen rundum gut gelungen.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Wer bei 'Assassin's Creed: Altair's Chronicles' eine direkte Umsetzung der "großen" Version erwartet, sollte die Finger von dem Spiel lassen. Alle anderen eigentlich auch, denn der im Ansatz liebevoll präsentierte 2D-Plattformer stürzt dank Ruckelorgien und hirnlosen Button-Smashings direkt in die nächste Stachelfalle. Die Atmosphäre passt, doch für das Geld bekommt ihr weit bessere Spiele dieser Art.

Überblick

Pro

  • solide Plattformer-Kost
  • großes Waffen- und Kombo-Arsenal
  • hübsche Animationen ...

Contra

  • ... die im Geruckel untergehen
  • aufgesetzt wirkende Minispiele
  • anspruchslose Kämpfe
  • geringer Umfang

Wertung

  • DS(i)
    52
    %

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