26.07.2011 - Andreas Philipp
Es ist schon eine ungewöhnliche Welt, die das Studio da mit Arcanum ins Leben gerufen hat. Orks, Elfen und Oger auf der einen Seite, Dampfmaschinen und Elektrizität auf der anderen. Gerade dieser Gegensatz bot ein ungemein erfrischendes Element in dem bis dahin sehr Fantasy-orientierten Genre. Zumal die Entwickler so clever waren, diesen Gegensatz nicht nur ins Szenario zu packen, sondern auch die spielerischen Elemente stark darauf auszurichten. Doch beginnen wir zunächst damit, worum es in Arcanum eigentlich geht.
Alles beginnt mit unserem Helden, der als Einziger den Absturz eines Zeppelins überlebt und von einem sterbenden Passagier einen Auftrag bekommt. Doch im Laufe des Spiels wird immer mehr klar, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Auf einmal sieht sich der Spieler von gedungenen Mördern verfolgt und gerät in Ereignisse, die ihn auf der Suche nach einem verschollenen Zwergen-Clan quer über den Kontinent schicken, wobei er Städte besucht, Elfensiedlungen und Ruinen längst vergangener Technologiemetropolen. Letztendlich spielt sogar die Vergangenheit von Arcanum eine Rolle, denn augenscheinlich erwacht ein altes Übel zu neuem Leben.
Arcanum verzichtet völlig auf Charakterklassen und überlässt dem Spieler die freie Wahl, wie er seine Figur ausrichten will. Der Gegensatz von Technologie und Magie spiegelt sich im Fähigkeitensystem voll wider. Auf der einen Seite Tränke, magische Waffen und 80 Zaubersprüche, auf der anderen Seite technische Gadgets und 56 Skills. Und das sogar mit gegenseitigem Einfluss. Wer sich mehr Richtung Magie orientiert, hat Schwierigkeiten, technische Geräte oder Waffen effektiv zu nutzen. Technologen hingegen sind widerstandsfähiger gegen Magie und verspüren keine Wirkung bei Zaubertränken. Dafür können gewiefte Techniker sogar eigene Gegenstände basteln.
Die zahlreichen Möglichkeiten zur Kombination der Fähigkeiten sorgen für eine hohe Wiederspielbarkeit. Doch nicht nur das. Die Tiefe des Rollenspielsystems ermöglicht eine Charakterentwicklung, die zu der Zeit nahezu konkurrenzlos war. Hinzu kommt, dass die Entscheidungen des Spielers massiven Einfluss auf das Ende der Geschichte und bestimmte Ereignisse haben. Neben der wunderbar erzählten und sehr spannenden Hauptgeschichte gibt es natürlich auch einige abwechslungsreiche Nebenquests, sodass die Gesamtspielzeit bei ungefähr 50 Stunden liegt.
Im Verlauf des Spiels erhaltet ihr zudem NPC-Begleiter, deren Verhalten euch gegenüber stark von euren Aktionen abhängt. Handelt ihr entgegen den Überzeugungen eurer Begleiter, verlassen sie euch sogar. Kämpfe werden wahlweise rundenbasiert oder in Echtzeit ausgetragen, wobei ein Umschalten der Modi jederzeit möglich ist. Der Echtzeitmodus hinterließ bei mir etwas gemischte Gefühle, während der Rundenmodus standardmäßig angelegt ist und überzeugen kann: Gekämpft wird mit einer Anzahl zur Verfügung stehender Aktionspunkte pro Runde. weiter...
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Kommentare
Hach ja ... Arcanum ... das war eine tolle Zeit.
Das Spiel war einfach Klasse (leider total verbugt) aber es war wirklich ein Ausnahmetitel...
Wenn man z.B. mit INT<3 gespielt hat, konnte man in Dialogen nur noch mit "ja", "nein" und "ähm" antworten, und der Gnom der ein an der Absturzstelle begrüßt sagt nach dem Dialog "oh mein Gott, der Retter der Welt ist ein Vollidiot" :-)
Oder man konnte sein Charisma so weit, über erlernbare Skills, in der Wirkung steigern (das ander freudlicher auf einen reagieren, mehr Begleiter), das ein selbst finsterste Bossgegner nicht mehr angegriffen haben ...
Was dann aber Probleme beim erfüllen der Quest gab ;-).
@Magie vs Technik
Diese haben sich ab 75% ausgeschlossen ... wollte man also die besten Items und Skills lernen (Anforderung > 75%) musste man sich spezialisieren und auf die Nutzung der anderen Seite komplett verzichten.
Über 75% wurde man auch aus den Magie/Technikläden rausgeworfen.
Es gab übrigens auch ein sehr umfangreiches Craftsystem... man konnte sich alle Tränke und technischne Geräte selber aus vielen überalle findbaren Sachen bauen. mit hohen Skills und den passenden Bauplänen / Rezepten konnte man sich sehr abgefahrene Sachen bauen ...
achja ... und dann war da noch das Sierra Forum, wo Arcanum für mehr Beiträge gesorgt hat als alle andern Spiele zusammen ... eine schöne Zeit wars :-)
Vampire: Bloodlines ist auch heute noch auf meinem Rechner und wird immer mal wieder mit aktuellen FAN-Patch gespielt ... in Bloodlines Foren sind auch heute noch Leute jeden Tag aktiv, und der FAN-Patch wird immer noch weiterentwicklet. ... auch so ein Spiel wo es nie wieder was vergleichbares gab ...
auch wenn hier für mich Fallout New Vegas ein guter Ersatz geworden ist
PS: ich möchte da Fallout3+DLCs ausdrücklich ausklammen, da ich das richtig schlecht fand.
Ich wurde leider nicht warm mit dem Spiel, aber mein Dad hat immer davon geschwärmt. Irgendwann hol ich das sicher nach und Spiel das Ding durch.
Japp, auf jeden Fall eines der besten storylastigen Rollenspiele, trotz der paar Fehler. Hat viel Potenzial genutzt und darüberhinaus noch viel Luft gehabt. Ein Nachfolger hätte Gold werden können...
Kann mich an den Release damals wage erinnern, die angestaubte Grafik und die Tatsache dass ich kein riesiger Rollenspiel-Fan bin haben mich das Spiel aber links liegen lassen.
Grundsätzlich läuft es, könntest aber ein paar Grafikprobleme mit dem Mauszeiger haben und Widescreen unterstützt es von Natur aus natürlich auch nicht, aber für alles gibt's Fanpatches.
So Andi, hastes geschafft, jetzt will ich unbedingt mal wieder Arcanum zocken... hoffentlich bekomm ich das auf win7 zum laufen.
Hach ja, Arcanum. Schade, dass es unter dem Troika-Syndrom gelitten hat: Vieles wirkte einfach unfertig.
Grafik war schon damals veraltet, der Geigenmusik fehlte etwas Pepp, Runden- und Echtzeitkampfsystem waren nicht zueinander ausgeglichen, Fähigkeiten natürlich auch nicht, viele Karten sahen einfach unfertig aus und der Multiplayer? *hurz* was diese MP-Karte darstellen sollte, weiß ich bis heute nicht.
Ach ja, Titelmusik:
http://www.youtube.com/watch?v=ftvpi-6Z6qw
Arcanum
Man musste sich auf das Spiel einlassen. Die Grafik war zum Erscheinungstermin wirklich schon stark überholt. Aber Grafik ist halt nicht alles. Es gab nach Baldur's Gate 2 kein Rollenspiel das mich von der Atmosphäre und der Story so gefesselt hat wie Arcanum. Die Möglichkeit als Techniker oder Magier die Welt zu bereisen, gepaart mit den andauernden Konflikten zwischen den Elfen und den Zwergen. Man bekommt eine grandiose Geschichte erzählt. Zu Schade das es Troika nicht mehr gibt. Wenn sie etwas konnten, dann waren es Rollenspiele mit einer gelungenen Geschichte zu erschaffen. Leider hat man fast alle Ihre Werke nicht richtig wahrgenommen und so ist es halt zu Ende gegangen. Nach Black Isle, Interplay hat sich Troika verabschiedet und für mich persönlich auch die richtig guten Rollenspiele. Sehr schade