09.06.2011 - Jens Quentin
Mit der Nintendo Wii hat sich der japanische Konzern einem Markt geöffnet, den die Konkurrenz vorher kaum auf dem Schirm hatte: den Markt der Gelegenheitsspieler. Diese Entscheidung spiegelt sich auch im Namen (Wii als Kunstwort für „we", Deutsch „wir") wider, denn das gemeinschaftliche Zocken ist für den Gelegenheitsspieler die größte Freude. Mit der Wii U geht Nintendo einen Schritt weiter. Durch das „U" (Kunstwort für „you", Deutsch „du") soll signalisiert werden: Die neue Konsole spricht auch den Solospieler mit Hang zu Core-Titeln an.
Aus diesem Grund pflanzt Nintendo in die neue Plattform einen Mehrkernprozessor von IBM. Wie der Chip-Riese mitteilte, basiert die CPU auf der 2010 eingeführten Power7-Architektur, wird aber speziell für die Wii U angefertigt. Die Modelle, die IBM unter anderem in seinem Supercomputer Watson einsetzt, verfügen über Taktraten von 2,4 GHz bis zu 4,25 GHz, haben vier, sechs oder acht Kerne und werden in 45-nm-Strukturbreite gefertigt. Für welche Lösung sich Nintendo am Ende entschieden hat, teilte man jedoch nicht mit. Auch über den Grafikprozessor, der von AMD stammt und gerüchteweise auf dem R700-Chip der Radeon-HD4000-Familie basieren soll, schweigt sich das japanische Unternehmen noch aus.
Um die Bilder auf den Fernseher zu bringen, unterstützt Wii U die Ausgänge HDMI, Component, S-Video und Composite; für den Sound ist eine Multi-out-Verbindung vorhanden, bei HDMI wird der Ton über einen Sechs-Kanal-PCM-Linearausgang übertragen. Die Auflösung der Wii U reicht von 480i und 480p über das HD-ready-Format 720p bis hin zur Full-HD-Darstellung in 1080i und 1080p. Ob die Konsole tatsächlich die höchste Auflösung berechnen kann, ist unbekannt. Xbox 360 und PlayStation 3 rechnen intern mit geringeren Auflösungen und skalieren das Bild bei der Ausgabe an den Fernseher entsprechend wieder hoch.
Intern verbaut Nintendo zudem einen Flash-Speicher in nicht bezifferter Größe, der durch SD-Karten oder externe USB-Festplatten erweitert werden kann. Zu diesem Zweck stehen vier USB-2.0-Anschlüsse zur Verfügung. Die Spiele werden auf ein proprietäres Medium mit zwölf Zentimetern Durchmesser und hoher Datendichte gepresst; auch bezüglich des maximal vorhandenen Platzes auf dieser Scheibe äußerte sich Nintendo nicht. Im Sinne der Abwärtskompatibilität spielt das Slot-in-Laufwerk auch Spiele der ersten Wii ab, die auf ebenfalls zwölf Zentimeter messenden Discs ausgeliefert werden.
Angesichts der dünnen Informationslage zur Hardware der Wii U erklärte Reggie Fils-Aimé, Chef der US-Sparte des Unternehmens, dass nicht die Konsole selbst im Vordergrund stehen soll, sondern der neue Controller. Und der hat es in sich. Ins Plastikgehäuse ist ein 6,2 Zoll großer Touchscreen im Format 16:9 mit höchstwahrscheinlich resistiver Technik eingelassen. Auch die Nintendo-Handhelds DS und 3DS setzen auf diese Art der berührungsempfindlichen Bildschirme, da sie die Bedienung mit einem Stift erlauben. Bei Eingaben mit den Fingern erfordern sie - anders als die kapazitiven Bildschirme in aktuellen Smartphones und Tablets wie iPhone und iPad - bedeutend mehr Druck. Die Auflösung soll sichtbar höher als auf dem 3DS, aber nicht HD sein. Folglich wird sie sich zwischen 640x480 und 1280x720 einpendeln; nach ersten Redakteursmeinungen sei die Darstellung ausreichend scharf und sehr ansprechend. weiter...
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Kommentare
cents
Also ich musste noch mal darüber nachdenken. Und ja - das könnte doch aufgehen:
Also die meisten großen Titel meiner PS3 spiele ich nun mal alleine mit einem Controller. Ob nun Uncharted, Resistance, God of War oder vergleichbares spiele ich mit einem Controller an meiner Konsole. Dafür muss der Controller gut in der Hand liegen, 2 Analogsticks haben und gut von der Hand gehen. Wenn das der neue Controller von Nintendo bietet und mit dem Display noch viele Spielerein bietet - gerne. Da brauch ich auch nur einen Controller.
Bei den Multiplayertiteln - ja - da habe ich schon immer neidisch auf die Wii geschaut. Modnation Racer oder Little Big Planet sind gut, aber kein Super Mario oder Mario Kart. Und diese Games kann man doch gut mit den Wii-Motes spielen. Klappte bei meinen Multiplayerabenden gut und ich hatte dabei viel Spaß. Dabei ist die Grafik auch nicht ausschlaggebend. Großes Plus ist wirklich, dass die Wii-mote Controller schon bei vielen Leuten sind.
Und wenn ich kurz eine Minute darüber nach denke, was der neue Controller für Multiplayer Optionen bietet. Zb Spiele, wo einer eben mit dem Controller mehr Infos hat und damit ein Quiz moderiert. Oder so eine Art MontagsMaler. Keine Ahnung.
Aber kurzes Fazit: Wenn ich wirklich große Singleplayergames bekomme und die mit dem neuen Controller gut von der Hand gehen. Und wenn ich die Multiplayertitel mit den vorhanden Wiimotes weiter zocken kann und immer noch den gleichen Spaß haben werde... ja wieso nicht.
Theoretisch: Kauft man sich eine neue Konsole mit neuem Controller und hat die alte Wii ersetzt, kann die alten Wiimotes weiterhin benutzen und bekommt nun noch zusätzliche große Singleplayeraction... bin ich dabei!