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Titel:
Sonstiges aus der Welt der Spiele
System:
PC PlayStation 3 Xbox 360 Wii PlayStation Vita PlayStation Portable 3DS
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Politiker-LAN - Special

PC PS2 PS3 X360 Xbox Wii GCN PSP DS(i) iPod 3DS

Dort, wo sich normalerweise die Fraktionen einfinden, tagespolitische Themen diskutieren und sich auf kommende Abstimmungen vorbereiten, schossen Gewehrsalven durch die Gegend, dröhnten die Motoren und machte sich Fußballatmosphäre breit. Dorothee Bär (CSU), Manuel Höferlin (FDP) und Jimmy Schulz (FDP) richteten auf der Fraktionsebene des Bundestages eine Minigamescom aus, um Politikern die Möglichkeit zu geben, nicht nur aus der Distanz über Spiele zu urteilen, sondern sie auch tatsächlich zu spielen.

Ein Kessel Buntes

Ob Homefront, Gran Turismo 5, Nintendo 3DS, PlayStation Move oder pädagogisch wertvolle Lernspiele für Kinder - dank der Unterstützung des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware karrten etliche Publisher eine breiten Palette an Videospielen ins Reichstagsgebäude. Schade nur, dass sich kaum einer der rund 600 Abgeordneten aufs Parkett wagte. Eine schamlose Lobby-Veranstaltung raunten die einen, fast schon ein Skandal die anderen. Zu den Kritikern gehört auch Hardy Schober, Vorstand des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden, dessen Zielsetzung unter anderem das "Verbot von Killerspielen (Ego-Shooter, Computerspiele mit gewaltrelevantem Inhalt) die das Töten von Menschen simlulieren [sic]" ist.

Schober fühle sich durch die Politiker verhöhnt, die auf einer LAN-Party gegeneinander antreten, um zu lernen, wie man virtuell tötet. Von der Ankündigung aus dem vergangenen Jahr, dass sich gleich ganze Fraktionen gegenüberstehen werden, blieb aber nicht viel übrig. Zum einen, weil die ESL lieber mit gleich zwei professionellen Counter-Strike-Mannschaften anrückte, um Show-Kämpfe zu demonstrieren, zum anderen, weil es den Anschein hatte, dass kaum einer in Verbindung mit dem medial viel gescholtenen "Killerspiel" abgelichtet werden wollte.

Aus der zweiten Reihe

Zu den wenigen bekannten Politprofis, die sich dann doch ins virtuelle Getümmel stürzten, gehörte Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP. Umringt von dutzenden TV-Kameras und Mikrofonen ließ er sich Counter-Strike erst vom Clan "n!faculty" erklären, um später selbst zur Maus zu greifen. Brigitte Zypries, die von 2002 bis 2009 Bundesministerin der Justiz war, schaute bei den Ballereien höchstens mal über die Schulter und schwang lieber bei Virtua Tennis 4 den PlayStation-Move-Controller. Mechthild Dyckmans, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, wies medienwirksam auf das Suchtpotenzial von Spielen wie World of WarCraft oder Farmville hin - und verschwand nach den mahnenden Worten auch gleich wieder. Und sonst? Viele unbekannte und junge Gesichter der politischen Bühne, die mit Videospielen wohl noch am ehesten vertraut sind. Viel nötiger hätten es dagegen die "Killerspiel"-Kritiker wie Dr. Dieter Wiefelspütz gehabt, die sich nach Gewalttaten vorschnell vor den Karren der bunten Blättchen spannen lassen. Von ihnen aber war keine Spur.

Fortsetzung folgt

Trotzdem: Aus der Sicht der drei Initiatoren war die Politiker-LAN ein "voller Erfolg". Schönrederei? Ein bisschen. 70 von rund 600 Abgeordneten und keinen der schillernden Videospielgegner vor Ort zu haben, ist zweifellos schade. Aber kann man Bär, Höferlin und Schulz etwas vorwerfen? Wohl kaum. Von Ego-Shootern über Sport- und Party-Spiele bis hin zu Lernprodukten für Kinder hat das Trio einen vielfältigen Auszug aus den Spielen präsentiert, ein Vortragsprogramm der Bundeszentrale für politische Bildung rundete das Angebot für die Parlamentarier ab. Dass diese Einladung dann nur wenige angenommen haben, ist umso bedauernswerter.

Weitergehen soll es mit der Politiker-LAN aber auf alle Fälle, betonte Manuel Höferlin. Wann und in welcher Form, steht zwar noch nicht fest, zu hoffen ist aber, dass der nächsten Einladung mehr Abgeordnete folgen werden. Denn die Grundidee, Politikern das nahezubringen, über das sie oft nur aus der Ferne und ohne hinreichende Erfahrungen urteilen, ist definitiv zu begrüßen.

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Kommentare

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  • Gibt ja sonst nix zu tun da kann man ruhig bissle zocken.

    @ Razor

    "my english is not so good.my german is better" ^^

    ps:hab grade 5 min versucht etwas zu zitieren.egal mit welcher option.es funzt nicht.grauenhaft.

  • ja so ist sie halt die Politik der alten Generation, für wenige Veränderungen offen

  • Senilität und Gicht in den Fingern vertragen sich halt nicht gut mit Spielen, die Reaktion und präzise Bewegungen erfordern :D

    Kein Wunder, dass sich keiner traut die Maus respektive Gamepad in die Hand zu nehmen.

  • Das kaum ein Politiker sich an Videospiele heranwagt ist nicht verwunderlich, die meisten stammen aus einer anderen und älteren Generation, die damit nicht aufgewachsen ist und Ihnen fehlt schlichtweg der nötige Bezug und das Interesse an Videospielen, was auch verständlich und nachvollziehbar für mich ist. Das man diese ältere Generation nicht von Videospielen überzeugen kann, ist daher logisch, nur sollten diese Herrschaften nicht aufgrund persönlichem Desinteresse den Videospielenden Bürgern unnötig ihr Hobby vermiesen durch undurchdachte, übereilte Regelungen und mit überzogenen Verboten im Videospielbereich mit unberechtigtem Bezug zu Amokläufen, das ist zu einfach und auch ungerecht. Das FSK 18 Spiele nur in Erwachsenenhände gehören, ist aber auch für mich selbstverständlich, die meisten Indizierung hingegen stoßen bei mir auf Unverständnis ( siehe andere Länder).

    Ich begrüße die Aktion dennoch, das sie überhaupt möglich war und eine handvoll jüngerer Abgeordnete sich doch damit befaßten, ist sehr erfreulich. Ich stimme meinem Vorredner da vollkommen zu. :thumbup:

  • War die gesamte Aktion nicht letztes Jahr noch gescheitert und durfte nicht im Bundestag abgehalten werden? Von daher würde ich schon von einem kleinen Erfolg reden, denn ein Anfang (der ja bekanntlich immer schwer ist) ist gemacht.
    Bevor jetzt wieder alle auf die Politiker eintreten, dass sie solche Aktionen wieder als Bühne für die eigene Profilierung nutzen (war ja sowieso klar), sollte man lieber hoffen, dass sich die Bundestags-LAN auf lange Zeit etablieren kann. Denn in diesem Fall werden sich immer mehr Politiker sinnvoll (!) mit dem Thema auseinandersetzen müssen und vielleicht sogar auch wollen.
    Wenn solche Aktionen schonmal ins Laufen geraten sind, sollte man den Schlipsträgern auch ein wenig Zeit geben, sich damit zu beschäftigen und sich nicht durch Aktionismus und Hetzreden auf deren Niveau begeben. Dass der ganze Bundestag sofort auf die LAN anspringt und sich epische Fraktionsgefechte liefert, hat hoffentlich niemand ernsthaft erwartet.

    Ein Wort noch zum "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden": Das ist wohl mit die peinlichste Organisation die hier auf Erden wandelt.

  • Leider hat der Großteil der Politiker von Videospielen so viel Ahnung wie Lothar Matthäus von der englischen Sprache.

    http://www.youtube.com/watch?v=8gpzQwQSX50&feature=related

  • Tolle Idee, aber leider schalten die meisten Politiker da einfach auf Ohren zuhalten und laut rumschreinen, nur um nichts mitzuktriegen...
    Das passt doch genau zu E10. Leute tankens net weils net umweltfreundlich ist, für mehr Verbrauch sorgt und Anbaufläche vergeudet wird, aber der Politiker Ohren zu und laut: Lalalalalalla ich höre sie nicht sie sind nicht ausreichend informiert...

  • Freue mich schon auf den nächsten unqualifizierten Politikerkommentar zu PC- und Konsolenspielen, immer wieder amüsant, wie dumm die den Mist ihrer "Berater" vor die Kamera tragen...

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