07.02.2011 - Andreas Philipp
Sonntage sind manchmal schon eigenartig. Da hocke ich nach etwas längerer Nacht um 15 Uhr gemütlich am Frühstücken (Kaffee und zwei Aspirin) und frage mich, was ich mit dem angebrochenen Tag so anstellen soll. Möglichst ohne Bewegung und ohne die Couch zu verlassen. Die Erschütterungen beim Gehen und so. Ihr wisst schon. Schon fällt der Blick auf das heimische Entertainment-Eckchen, wo sich die Spiele stapeln. Dutzende. Denn irgendwie habe ich es wieder nicht auf die Reihe bekommen, während des Weihnachtsurlaubs endlich mal die angefangenen Spiele durchzuspielen, die eingeschweißten auszupacken oder die etlichen DLCs mal abzuarbeiten. Und die üblichen Dauerbrenner von FIFA über NHL bis Forza sind ja auch noch da und schreien nach Aufmerksamkeit. Oder einem Staublappen.
Die Auswahl fällt schwer. Irgendwie will man ja keines der Babys vernachlässigen. Beim Anblick von Dead Space, Dragon Age oder Mass Effect kommt natürlich gleich der wohlige Gedanke auf, dass dieses Jahr auch einige Nachfolger anstehen. Ein Prosit darauf. Oder besser nicht, sagt mir ein unerfreuliches Ziehen in der Schädelregion. Aber ein bisschen verhaltener Jubel ist drin. Natürlich freue ich mich auf den ganzen Krempel, allerdings pocht die Frage „Wann soll ich das eigentlich alles spielen?" hinter den Schläfen.
Verdammt gute Frage. Wenn ich es schon nicht auf die Kette bekommen habe, die 2010er-Titel zu schaffen, wie soll denn das 2011 funktionieren? Ich erinnere mich. Als wir die Most-Wanted-2011-Videos gebastelt haben, war die Liste der in Frage kommenden Titel verdammt lang. Sogar deutlich länger als 2010. Und dann sind da ja auch noch die kleinen Schätzchen, die man gar nicht auf der Liste hat, aber irgendwie doch mal spielen möchte. Nicht, weil sie groß sind, sondern weil sie gut sind. Sachen wie Enslaved halt. Oder Deathspank.
Klar, man könnte das reale Leben weiter runterschrauben. Die Grafik ist zwar gut, aber die Quests sind monoton, die KI der meisten NPCs mangelhaft und die Rewards und Items sind ebenfalls Mist. Und ein Held ist man zumeist auch nicht, außer man hockt im Dschungelcamp und knabbert genüsslich an irgendwelchen Hoden. Ist aber auch nicht optimal. Wenn man schon den ganzen Tag in der Firma mit Spielen zu tun hat, muss man auch mal etwas Auszeit nehmen. Sich vielleicht ein oder zwei Grippen mehr einfangen? Reicht nicht. Heimlich im Arbeitsvertrag die Zahl der Urlaubstage von 26 auf 62 ändern? Glaube, das merkt der Boss - und dann gibt's Mecker. Und keine Spiele mehr. Auch doof.
Mein Merkzettel sagt mir, dass ich so rund 30 Spiele habe, die ich dieses Jahr unbedingt privat zocken will. Dazu die noch rund 15 bis 20 angefangenen in meinem Regal. Plus die Spiele, die ich noch gar nicht auf dem Radar habe. Macht in Summe so 50 bis 60 Spiele. Also eins pro Woche. Klingt ja noch fast zu schaffen, wäre ich nicht Rollenspieler und wären da nicht die Endlosspiele. Plötzlich kommt mir ein anderer Gedanke: Bei so vielen interessanten Spielen, die 2011 herauskommen, wer soll die eigentlich alle kaufen? Und auch noch spielen? Die Dinger kosten ja schließlich ganz ordentlich Kohle. Und plötzlich stellt sich mir die Frage, ob die Spielebranche trotz des umfassendsten und vielleicht stärksten Line-ups der letzten Zeit in diesem Jahr nicht vielleicht ins offene Messer läuft und vor einer Bewährungsprobe steht. weiter...
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Kommentare
Alles schön und gut. Aber dann darf der Publisher auch keine 45 oder 49 EUR verlangen. Wenn das Spiel dann "nur" 29 EUR kostet, wäre das nur fair.
Ich habe solche Probleme nicht. Ich tue mich eher schwer noch Spiele zu entdecken, die mich hinter dem Ofen hervorlocken.
Eines teile ich aber: Moderene Spiele sind tendentiell zu wuchtig, cineastisch und umfangreich. Ich fühle mich davon erschlagen und weiche liebe auf leichte Sport- und Action Games aus. Hin und wieder bleibe ich mittlerweile auch mal bei gut gemachten Casual-Titeln hängen.
Ist letzlich wohl wirklich nur ein Mentalitätsproblem. Man hat noch irgendwie das Gefühl, jedes tolle Spiel auch spielen zu müssen und ja nix zu verpassen... nur die Industrie wächst, mehr und mehr große, tolle neue Spiele werden veröffentlicht und man kommt einfach nicht mehr hinterher. Spätestens wenn nach Schule oder Studium (hoffentlich) der Arbeitsalltag losgeht, man irgendwo mal wieder Überstunden schiebt und nebenbei sich vielleicht noch 'ne Familie aufbauen will, wird die Zeit einfach zu knapp.

Umdenken ist hier gefragt. Man liest ja auch nicht JEDES neue Buch und schaut sich nicht JEDEN neuen Film und JEDE neue Serie an, kauft sich JEDES neue Brett-, Rollen oder Tabletop-Spiel, auch wenn manches davon 'nen verflixt guten Eindruck macht (außerdem hätte man dann keine Zeit mehr zum Zocken!). Irgendwo muss man halt Prioritäten setzen und brutal selektieren.
Und gerade deshalb brauchen wir 4h-Spiele. Und Gran Turismo. Und den Duke. Spiele, die wir nicht bemerken und solche, die uns warten lassen.
Tja das ist genau das Problem. Brauchen tut man wirklich kein Game. Aber es macht Spaß und man freut sich auf den Nachfolger, weil einem Teil 1 bereits sehr gut gefallen hat. So gehts mir z.B. bei Assassins Creed bzw. auch bei Spielen wie S.T.A.L.K.E.R, die wenn auch letzteres nicht bugfrei aber extrem fesselnd sind und wo ich auf die Nachfolger setze. Allein schon bei Stalker, weil mir da die ganze Atmosphäre des Spiels gefallen hat und es einen absolut fesselt.
Das Problem ist ja, daß es im Gegensatz zu früher a) extrem viele und darunter b) viele sehr gute Games gibt, wo man früher sehnsüchtig jedem Spiel hinterherhechelte, weil man nichts mehr hatte, was man spielen konnte.
Heute ist das andere Extrem normal geworden, daß man vor lauter Angeboten nicht weiß, wo man seine Präferenzen drauf legt. Insbesondere wenn man nicht stur einem Nischen-Genre verfallen ist. Und selbst da tut sich zumindestens bei Rollenspielen der Fan schwer.
Bei Flugsimulationen ist der Markt ja ziemlich leer. Gleiches gilt für wirklich gute U-Boot Simulationen (SH5 war ja hier ein Rohrverrecker vor dem Herren). So bleibt für Fans eigentlich aktuell bei den U-Boot-Simulationen nur SH3 und SH4.
Aber bei Shootern oder Actiongames kann man sich ebenso wie bei Autorennspielen vor Auswahl kaum retten und muß einen großen Teil im Regal liegen lassen, wenn man seine gesamte Freizeit nicht ausschließlich mit PC-Gamen verbringen will.
Was braucht man wirklich
Spiele kaufen und spielen macht Spass. Aber in letzter zeit stehe ich immer öfter im Laden und frage mich: "Brauche ich das wirklich?" Ein Freund fragt mich immer, warum ich mir Red Dead Redemption noch nicht gekauft hätte. Ich hätte ja Lust - aber brauchen, tue ich es bei knapper Zeit nicht.
Und Spiele "abarbeiten" macht mir auch keinen Spass. Wenn ich mir ein Spiel kaufe, dann spiele ich es. Wenn ich dann merke, dass ich nicht mehr daran denke, dann verkaufe ich es auch ohne Reue. Aber Werte, wie Uncharted oder Batman bleiben wohl für immer. Da freue ich mich auch auf Nachfolger. Die Assassin's-Creed-Reihe fängt ja gerade erst an mit wirklichem Wiederspielwert. Und einfache Medaillenjagd will ich auch nicht. Ich will im Spiel selber was bekommen und nicht, dass wildfremde Menschen sehen, wie genau ich ein Spiel gespielt habe. Uplay für alle DLC zum Beispiel wäre mal was. Die Leute, die ein Spiel wirklich lieben und durchspielen, bekommen ein DLC geschenkt! Das wäre mal was. 60 Euro sind schließlich eine ganze Menge für ein Spiel. Und wenn DLC schon während oder kurz nach der Veröffentlichung zum Bezahldownload da sind, finde ich das unfair. Aber es sind die Publisher, die sich darum (Finanzen) kümmern und nicht die Entwickler selber.
Diesen Satz finde ich auch gut: "Diejenigen, die raubkopieren, hätten sich die Spiele ohnehin nicht leisten können."
Kommt auf das Genre an. Aber Topgames erscheinen für meinen Geschmack zu viele im Jahr. Wenn auch einige bezüglich der Spieldauer sehr kurz angelegt sind.
Geht mir genauso. Das Problem ist wirklich, wann man die Spiele zocken will. Und ein Rush-Gamer bin ich nun auch nicht, sondern will die Spieleatmosphäre auch genießen. So liegen vom alten Jahr noch mindestens 10 Games ungespielt da. Dazu Dauerbrenner wie Borderlands, Battlefield 2 bzw. IL-2 oder halt Silent Hunter 3 bzw. 4.
und 2012 kommt bereits BF3.

Dann steht für 2011 schon wieder Frischkost an. Darunter wieder ein Ersatz für den Dauerbrenner IL-2, nämlich Cliffs of Dover. Dazu Assassins Creed Brotherhood, F.3.A.R., Homeland, eventuell auch Max Payne 3, dazu eventuell auch wieder Call of Duty (obwohl die Spiele der COD-Reihe relativ schnell abgespielt sind.
Hinzu kommt mit Sicherheit der eine oder andere Shooter den ich bislang nicht im Auge habe oder irgend ein anderes Überraschungsei, daß mir dank irgendeiner Rezession den Kopf verdreht und das ich noch nicht im Fokus habe. Und schon ist 2011 rum und die Zahl der nicht fertig gespielten Games steigt wieder an (weil die Freizeit zu knapp ist und die Freundin sonst mit Liebesentzug droht, wenn man sich zu lange mit dem PC abgibt
Dabei bin ich bei BF2 aktuell gerade mal Gunnery Sergeant und hab bis jetzt bei den Infantrieeinheiten maximal Stand Veteran. Dazu bei den Luftwaffenheinheiten bislang nur Basic und ein paar Experts. Da gibts noch viel zu viel zu erledigen. Nur die Spielzeiten hierfür sind noch echt extrem.
Irgendwie ist die Spieleindustrie zu hysterisch mit dem Herausbringen neuer Games, weil eine Abarbeitung (wenn man noch ein normales Leben nebenbei führt (Arbeit, Freunde etc.) nahezu nicht machbar ist. Dazu will man auch nicht abseits aktueller Informationen stehen (Nachrichten). Man will auch mal in Konzerte gehen oder ins Kino oder sich eine DVD ansehen.
Da bleibt in der Woche relativ wenig Zeit den PC zu knechten und erst recht die Zahl der Spiele auf ein vernünftiges Maß abzuarbeiten.
Mal sehen ob ich es 2012 schaffe wenigstens einem Teil der Spieleflut aus dem Weg zu gehen und abzuwarten.
So sieht's aus.
Dead Space 2 kostet auf Konsole 60€ UVP, auf PC 50€.
Ich hab das Spiel nach 1-2 Tagen durch, der MP interessiert mich kaum.
Da ist mir das Geld einfach zu schade und ich warte bis es nur mehr 20€ oder so kostet bzw. auf einen Steam-Deal etc. Anders sieht es bei reinen MP-Games aus. Left 4 Dead (1+2) z.B. spiele ich seit Jahren regelmäßig mit Freunden und hab es mir zu Release günstig aus UK gekauft. Aber für solche "Einmal-durch-und-vergessen-Games" zahle ich keinen Vollpreis mehr, das war noch zu PSX-Zeiten so aber jetzt nicht mehr.
Ich hab zur Zeit auch um die 30 spiele, die ich angezockt/ nie gespielt habe. Einige hab ich jetzt halt zum Verkauf ausgeschrieben und wieder andere arbeite ich ab. Mein Ziel ist es, in Zukunft 1 Spiel nach dem anderen durch zu zocken, bevor ich ein neues kaufe- so wie ich es früher gemacht habe. Und ganz ehrlich: so macht mir dann das zocken auch wieder mehr Spaß, weil ich mich selber nicht "unter Druck" setze. Toptitel sind ja auch noch in 1 Jahr Top
Geht mir ähnlich... so einige Titel liegen hier noch fast unberührt oder nur mal ein, zwei Stündchen angespielt. Aber ich halte es jetzt ganz einfach: es kommt mir kein neuer Titel ins Haus, bevor ich nicht was "altes" durchgespielt ist. Das schont das Portemonnaie und ich hab' trotzdem meinen Spaß. Da muss man sich dann eben mal den Luxus leisten und sich nicht jeden neuen Mist leisten - man muss ja nicht alles gespielt haben, auch wenn's gut war.
Mir gehts auch so ich habe viele Spiele die ich noch nicht mal angegriffen aber aufgrund von Schnäppchenangeboten gekauft habe. Ich hab noch nicht mal Mass Effect durch *schäm* geschweige denn den zweiten Teil der auf meinem Steam account schlummert

Ich erinnere mich noch an früher, da habe ich jedes Spiel doppelt und dreifach gezockt um die lange Wartezeit zwischen den PC Spielen zu überbrücken. Oder man hat sich C Klasse Titel geholt, einfach weil nichts andere zu holen war.
EDIT: Und bei The Witcher häng ich auch im dritten Kapitel und kann mich nicht überwinden das Ding endlich abzuschließen.
Schön wäre es wenn wirklich mal mehr als 1-2 gute Titel im Jahr erscheinen würden... aber das meiste ist einfach uninteressant. Deshalb sitze ich gerade wieder hier und spiele ältere Spiele ein erneutes Mal durch...
Toller Artikel, bitte mehr davon!.
Ich bin aber äusserst Skeptisch, ob nun wirklich alle Titel zum besagten Releasetermin erscheinen. Ich denke gerade im hinteren Bereich des Jahres mit Uncharted 3 und Mass Effect 3 und co. könnte sich noch einiges Verschieben. Man erinnere sich: 2010 war Mafia 2 praktisch zeitglich mit Red Dead Redemption angekündigt worden. Wäre ja nicht aus zu denken gewesen, wie sich vorallem Mafia 2 damit ins eigene Fleisch geschnitten hätte. Die Leute im Marketingbereich zählen auch nicht zu den dümmsten und man wartet wohl zu erst einmal ab, um zu sehen, wer von den anderen Publishern nachgibt. Obwohl warscheinlich gerade der Weinachtsmarkt, der wohl am härteste umkämpfte sein dürfte.
In meinen Augen ist mir aber zum Teil auch zu viel Einheitsbrei auf dem Markt. Gerade im Shooter Bereich wo wir z.b mit Cod Moh und bfbc drei imo fast identische Spiele haben die dann noch einen Multiplayer besitzen. In der zeit in der die Leute MP spielen könnten sie locker viele andere Spiele kaufen und spielen. Ob sie das dann tun werden sei mal dahingestellt, aber das beisst sich doch einfach immer einwenig.
Aber neue Märkte und somit neue Kunde erreicht man damit eh nicht. Man sollte sich meiner Meinung nach auch einwenig mehr in neuere Gefilde wagen und vermehrt Spiele wie z.b. Heavy Rain programmieren die neuere Erwachsenere Kunden anlocken. Für solche Spiele lässt man auch sonst als Zocker gern mal den x-ten Shooter in der Ecke liegen, weil man endlich mal etwas neues anderes Spielen und erfahren kann. Sonst ist irgendwann einmal der Markt übersättigt mit 08/15 Shootern und es entscheidet nur noch das Marketing Budget darüber wie viel sich ein Spiel verkauft
Wirklich sehr guter und gut erkannter Artikel.
Ich stimme da vollstens zu.
Momentan Spiele ich Siedler 7 und danach Anno 1404
und das sind echt Zeitfressende Games.
Naja, und dann noch die 100% zu ereichen da klappt es mit einer Woche meistens pro Game lange nicht.
Mafia 2 hatte ich letzte Woche abgearbeitet obwohl das in einer Woche (je Tag 3 Std.) dicke drinn ist.
Das ist änlich wie Angebot und Nachfrage.