06.07.2010 - Jens Quentin
Erinnert sich noch einer an das Jahr 2004? Da haben Sony und Nintendo auf der E3 erstmals die Handhelds PSP und DS vorgestellt. Jeder, der auf der E3 beide Geräte gesehen hatte, war voll des Lobes über die handliche Wundermaschine aus dem Hause Sony, während Nintendo für sein portables Gerät eher mitleidig belächelt wurde. Zwei Bildschirme? Wie soll das funktionieren? Was bringt das? Taugt das für Spiele?
Nun, wir alle wissen, wo PSP und DS in der aktuellen Version am aktuellen Markt stehen. DS ziemlich weit oben, PSP ziemlich weit unten. Ich weiß gar nicht, wann ich die PSP das letzte Mal in Betrieb hatte. Ich weiß auch nicht mehr, wann mich ein Spiel für Sonys Handheld das letzte Mal interessiert hat. Beim DS ist das anders. Da kommen immer wieder Spiele raus, die wirklich speziell auf die Plattform zugeschnitten sind. Und eine Runde Mario Kart geht natürlich auch immer.
Schon damals hatte Nintendo einen cleveren Plan und ein durchdachtes Geschäftsmodell in der Schublade, das über den ersten Hype auf der Messe hinausging. Genau dieses Gefühl hatte ich auch dieses Jahr in Los Angeles. Da wurde (in der Branche kein Wunder) mit Grafik-Power, Gewalt, Waffen, Brutalität und noch mehr Gewalt für die Spiele geworben. Und dann waren da ja noch die beiden alles beherrschenden Themen: 3-D und Bewegungssteuerung.
Fangen wir mit 3-D an. Die Revolution. Das Zocken der Zukunft. Alles noch viel toller, weil noch mehr Dimensionen. Nach dem ersten Anspielen der ach so revolutionären Titel stellte sich bei mir Ernüchterung ein. Es ist 3-D, okay. Der Tiefeneffekt ist nicht schlecht. Aber sonst? Alles dasselbe. Kein Mehrwert in der Spielmechanik. Und dann diese Brille. Die Brille! Als Nasenfahrradträger reicht mir ein Exemplar vollkommen. Zwei Brillen sind unbequem. Die obere der beiden Brillen rutscht. Es ist nicht praktikabel. So will ich nicht spielen. Es sei denn, die Publisher legen der Spielpackung Kontaktlinsen bei. Würde bei mir aber auch nichts nützen. Coca-Cola-Flaschenböden und so. Also ist 3-D einfach nichts für mich. Zumindest nicht die Technologie mit Brille. Den 3DS find ich super. Das funktioniert. Beim ersten Ausprobieren wusste man, da hat sich ein Publisher Gedanken gemacht und nicht bloß bestehende Spielkonzepte um ein weiteres optisches Gedöns erweitert.
Und dann gab's da ja noch PlayStation Move und Kinect. Steuerung nur mit Handbewegung! Sensationell! Bälle wegschlagen durch Rumhampeln vor dem Bildschirm! Wahnsinn! Tja, wäre es gewesen, wenn es den ganzen Krempel nicht schon seit Jahren von Nintendo gäbe. Ihr wisst schon, das Unternehmen, das sich Gedanken macht. PlayStation Move mag zwar etwas präziser sein und weniger zeitverzögert funktionieren, aber der Rest? Nichts Neues. Es gab in meinen Augen kein Spiel, bei dem ich mir dachte: „Wow! Deswegen brauche ich PlayStation Move!" Bei Kinect war es ähnlich. Da werden dann bei Microsoft Casual Games gezeigt, die von Nintendo schon jahrelang im Händlerregal liegen. Zumindest war Microsoft clever genug, eine Kinect-Demo mit Forza Motorsport am Stand zu präsentieren. Ein echtes „Core-Game" also. Zumindest wollte man diesen Eindruck vermitteln.
3-D und Bewegungssteuerung zeigen geradezu beispielhaft, wie weit Nintendo den konkurrierenden Publishern enteilt ist. Während Sony und Microsoft dieses Jahr mit ordentlicher Verspätung auf den Gestik-Controller-Zug aufspringen und in Sachen dritter Dimension immer noch Brillen brauchen, ist Nintendo offensichtlich schon viel weiter. Bewegungssteuerung ist dort ein alter Hut und 3-D funktioniert schon prima ohne zusätzliche Hardware am Kopf.
Wie clever und zukunftsweisend Nintendo denkt und agiert, zeigte sich hervorragend an der Pressekonferenz. Das Problem, dass man den 3-D-Effekt nicht vernünftig mit einer Kamera einfangen und wiedergeben kann, hat Níntendo erkannt und gut gelöst: Mithilfe der viel beachteten Damen mit den neuen Handhelds durfte jeder Besucher der Konferenz kurz selbst einen Blick direkt auf das 3-D-Display werfen. Wenige Sekunden reichten aus, um die Besucher in den Bann zu ziehen. Und ich glaube Nintendo, wenn sie verkünden, dass sie 3-D nicht nur als netten optischen Effekt einbauen, sondern als ein Feature, das die Spielmechanik wirklich bereichern kann.
Somit ist Nintendo für mich der eindeutige Gewinner der diesjährigen E3.
Nintendo-3DS-Round-up - Special [21]
Der Nintendo 3DS ist endlich da! Und mit ihm eine Reihe interessanter Spiele - doch bieten diese mehr als ″nur″...
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Kommentare
3ds
Nicht mehr lang dan hol ich mir den 3ds in schwarz
Alte Ds Spiele
Laut ersten Berichten ja, scheinbar sogar mit 3D (aber mit schwächerem Effekt).
Machs besser?
Alte Ds Spiele
Der Beitrag war gut aber ich hab da noch eine Frage kann man die alten Ds Spiele auf dem neuen 3DS spielen?
Wie amateurhaft der beitrag einfach geschrieben ist -.- nächstes mal bitte weniger humoristisch sein wollen
Die E3 war LAAAANGWEILIG. Zumindest das, was bei mir so ankam. Nix neues, nur Fortsetzungen, viel Hampel-Casual-Dreck und bisschen 3D.
Ich freu mich schon riesig drauf. Und wenn ich anders dasitzen will kann ich ja den 3D modus ausschalten.
Du meinst aber nicht den aus diesem Thema hier, oder? o.O
@Topic: Fuer mich sind die Casual-Gamer die Gewinner und die Core-Gamer die Verlierer.
Also für mich wars eindeutig KONAMI ;D
Man waren die schlecht!
Ich kann diesen Artikel nachvollziehen und möchte ihm auch gerne zustimmen. Aber ich bin auch mißtrauisch. Wie Razor in seinem Wutbeitrag andeutet, konzentriert sich Nintendo auf Causalgames. PS3 und Mircosoft ziehen nach und setzen nun auch auf das Pferd und wollen was vom Kuchen ab. Ich bezweifel nicht, dass die Core-Games nun vernachlässigt werden oder weniger Beachtung finden, aber es wird eben auch viel Kraft neu verteilt. Nintendo zum Beispiel hat IMHO nur noch sehr wenige Core-Games, zB für die Wii gibt es nicht soviele gute (core-)games. Muss ich mir da nicht vllt etwas sorgen machen.
Nunja über kurz oder lang kriegen wir Fernseher mit 3D Effekt ohne Brille. Es gibt ja schließlich schon erste Geräte, die mit einer solchen "Parallax Barriere" arbeiten.
Das Problem ist eher wieder mal, dass jeder Hersteller in Sachen 3D seine eigene Suppe kocht und sich da mal wieder kein Standard durchsetzt.
also ich sehs auch so. nintendo war schon der e3 gewinner heuer. donkey kong, kirby, zelda, 3ds + software (oot remake, paper mario, kid icarus uvm).

da hatte die konkurrenz einfach keine chance
Ich seh das ganz anders. Für mich versucht Nintendo nicht mehr wie früher die besten Spiele zu publishen/entwickeln, sondern sucht einfach nur mehr Wege um sich gegen die starke Sony und MS-Konkurrenz behaupten zu können. Und dieser Weg geht zu 95% über den Massenmarkt und Casual-Spieler. Der 3DS ist für mich nichts anderes als Geldmacherei, wieder kaum Änderungen gegenüber den anderen DS-Versionen und der 3D-Effekt ist halbgar und imo überflüssig da ich nicht 2 Stunden in haargenau der gleichen Stellung dasitzen kann und will um den Effekt zu sehen. Ich will mich entspannen und zurücklehnen und den DS halten wie ICH will und nicht wie es der Effekt vorgibt.
Die Spiele die für Wii kommen da interessiert mich nur noch Metroid Other M, auf alles andere kann ich verzichten. Einen richtigen Gewinner der E3 gibt es für mich nicht, aber MS hat sich mit Kinect imo total lächerlich gemacht, alles hat ausgesehen wie eine Kopie der Nintendo-Konferenz von 2009. Total auf Casual aufgebaut und die Spiele sehen auch noch genauso aus und heissen nur minimal anders.
Das Big N der gewinner sit stand für mich nach Zelda und Donkey Kong fest, und erst recht nach der präsentation des 3DS.
Der Absolute verlierer war hingegen Konami....so eine schlecht Konferenz gabs glaube ich noch nie xD