17.07.2009 - Andreas Ludwig
Gelder, teure Kriegsmaschinen und Industriegüter soll der Agent mit allen Mitteln entwenden. Nach monatelanger Spionage kein Problem, denn die feindliche Allianz vertraut dem vermeintlich loyalen Mitarbeiter. Nötige Vollmachten liegen ihm schon längst vor. Als Firmenkonten und Lager ausgeräumt werden, fliegt die Tarnung auf … zu spät: Güter im Wert von hunderten Milliarden sind futsch. Ein herber Rückschlag für den Widersacher.
Im wahren Leben würde der Spion zur Moorleiche umgestaltet. Doch in diesem Fall ist alles anders. Regelmäßig geschehen solche Dinge in einem Online-Rollenspiel, in dessen Anonymität er weiterleben kann. Kaum zu glauben, aber gerade in den letzten Monaten entwickelte sich Eve Online zu einem virtuellen Abbild des Kalten Krieges. Sabotage, Spionage und Propaganda genießen einen genauso schmutzigen wie hohen Stellenwert im virtuellen Weltraum. Spieler schrecken sogar nicht mehr vor illegalen Handlungen zurück – Cyberkriminalität, die im echten Leben bestraft wird.
Zunächst zum Ursprung der jetzigen Situation: Spionage gehört in Eve Online zum wichtigen Handwerk und legitimiert sich durch die Spielmechanik. Um immer genau über den Feind informiert zu sein, bewerben sich Spieler bei einer gegnerischen Corporation. Weil wichtige Daten, wie auf dem Account befindliche Charaktere, mithilfe eines besonderen Schlüssels überprüft werden können, lagert die Spielfigur meist auf einem externen, völlig unbelasteten Account. Mit der Aufnahme erhält der Spitzel Zugriff zu den Allianznachrichten und weiß über wichtige Schritte Bescheid.
Nun führt der Bildschirmagent ein virtuelles Doppelleben. Er muss in der feindlichen Allianz Präsenz zeigen, um möglichst lang in die Interna blicken zu können. Mit bloßem Einloggen seines Charakters ist es allerdings nicht getan. Auch im Teamspeak sollte er sich meistens sehen lassen, sprich aktiv am Leben teilnehmen. Loggt er sich nicht ein, droht ihm der Rauswurf wegen Inaktivität oder weil er in Verdacht gerät.
Monate, wenn nicht sogar Jahre bleiben hartnäckige Hobby-Bonds unbemerkt und dösen wie eine Art Schläfer. Sollte sich aber ein lukrativer Moment ergeben, dann lässt der Spitzel sein sauber erspieltes Image in wenigen Sekunden zerplatzen. Solche Anlässe sind beispielsweise das Klauen teurer Gegenstände oder das Zerstören von Titanen – die teuersten und logistisch aufwendigsten Schiffe überhaupt.
Jede einflussreiche Allianz wurde bereits Opfer durch Spionage. Das gehört zum Alltag in Eve Online. Insgeheim dulden Parteien und CCP selbst diese Art von falschem Spiel, da die schmutzige Wäsche in allen Ecken des Weltraums gewaschen wird. Anfang 2009 wendete sich jedoch das Blatt, denn der Ton in Sachen "Metagaming" (Spionage und Sabotage außerhalb des Spiels) wurde deutlich rauer. weiter...
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Kommentare
epic fail
Oh man wie das hier hochgepushed wird ist unglaublich!
1. Ist das mit den DDoS Angriffen viel zu überzogen das einzige was gern gemacht wird ist mit Hilfe von fake Accounts sich in die Allianz-Foren einzuschleichen um so an Infos zu kommen und das passiert auch in anderen MMORPG's !
2. Die Politische Seite von Eve ist nun mal so geschnitzt das Spionage und generell Informationen goldes wert sind und für langjährige Spieler die in Allianz Kriegen verstrickt sind das Hauptthema sind was ich persönlich jetzt nicht so wild finde aber man möge das als nicht Eve-Abonnent anders sehen das es von außen schon sehr heftig wirkt , in-Game allerdings dann letzendes halb so schlimm wie oft berichtet ist!
3.Das CCP nichts dagegen unternimmt ist ganz einfach zu begründen ... Eve-Online lebt von seinen Machtspielchen und da es nun mal zu 80% ein PVP-Game ist gibt es immer Leute die es übertreiben und überall der beste und größte sein wollen aber das ist überall so und gametechnisch hier nen Riegel vor zu schieben würde ich für die anderen Leute die das Politsystem lieben und nicht exploiten unfair finden in der Regel ist es doch immer so das Leute immer wege finden um anderen in irgendeiner weise voraus zu sein und in Eve läuft es halt auf Foren spying und Twink spying hinaus da aber langjährige Spieler sowieso extremst vorsichtig sind und das gametechnisch mehr als bekannt ist und daher auch dementsprechend so gut es geht verhindert wird ist es eher mehr die Spannung am Spiel als ein wirkliches Laster denn schlimm ist nur in welcher weise darüber berichtet wird , in-Game ist es halb so schlimm und ein fester Bestandteil eines Politischen Systems das in anderen Games total fehlt und gerade das ist für langjährige Spieler der Reiz.
Ein Eve ohne Politik , Intrigen , Spionage und Erpressung wäre ein Eve ohne Abonnenten und das wird seitens CCP nicht passieren!
Andere spielen Fussball, nehmen es sehr ernst und stecken viel Geld rein. Wieder andere sehen nur Fussball, nehmen das teils noch ernster und stecken teils noch mehr Geld rein... manchmal kommt dann auch noch "kriminelle" Energie hinzu, wenn man an die zwischen Fans stattfindenden Schlaegereien denkt.

Ich vermute Hobbys haben so etwas einfach an sich. Aber wir sind doch schon auf gutem Wege viele Dinge zu verbieten, ihr braucht nur noch ein wenig Geduld und immer schoen die grosse(n) Partei(en) waehlen, dann klappt das schon.
immer diese verdammten onlinespiele
die bringen nur ärger!!!
ich begreife es nicht , wie man dden mist immer so ernst nehmen kann und wieso man diese blöden spiele an 1.stelle stellt im leben und noch hunderte euro darein pustet...
Wie kann man nur so viel Energie und Zeit in ein Computerspiel stecken... und dann auch noch kriminelle Energie. Ist mir unbegreiflich.
Ob Legal oder Illegal
entscheidet imho der Rechteinhaber, sprich CCP.
Fuer alles Andere (DDoS, Datenmanipulation, Beleidigung etc. pp.) gibt es (zumeist) rechtliche Bestimmungen, wie das BGB, BDSG, StGB ... und u.a. internationale Vereinbarungen bzgl. Manipulation elektronischen Datenverkehrs usw. usf.
Hmm, kann den Thread nicht aufrufen, wollte nur anmerken dass natürlich die übrigen MMO Devs. auch nicht unbedingt "zuviel" machen, nur finde ich dass es in EVE dann doch etwas zuweit geht, bzw. zu persönlich.
Wer solche Massnahmen für legitim hält hat ein Rad ab, imo.
Für mich ist sowas ein Grund EVE nie anzufassen, wenn selbst die DEVs. sowas tollerieren, Ich glaube die meissten anderen Devs. würde das nicht tollerieren, denn schliesslich verschaffen sich die Spieler so illegale Vorteile.
Aber nunja wenn selbst bei den eigenen Devs. schon cheatererwischt worden sind, was will man da erwarten.
Aber jeder wie es ihm beliebt, nur zählen solche tätigkeiten für mich nicht mehr zum Spiel.
Ueberaus interessant ...
Mir scheinen aber die Kundenzahlen nicht drunter gelitten zu haben, ganz im Gegenteil.
Wobei illegale Tätigkeiten die auf das Umfeld um das Spiel herum ausufern, natürlich unterbunden werden sollten.
Ueberaus interessant ...
zumal gerade das Sozialgefuege in einem MMO immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft ist.
Da es hier aber keine Sanktionen gegen asoziale Skrupellosigkeit gibt, wird erst dann eine Loesung erarbeitet, wenn der Betreiber dieser virtuellen Welt dadurch reale finanzielle Nachteile erwachsen sieht.
Und so lange zu viel Macht ueber vitale Funktionen einer Organisation in zu wenigen Haenden ruhen, wird dies immer wieder passieren!
Mir scheinen aber die Kundenzahlen nicht drunter gelitten zu haben, ganz im Gegenteil.
Also das ist für mich ein klarer Fall von "Failed".
Wenn ein Spiel es schafft die kriminelle Energie des Spielers derart zu beflügeln, dann hat das Spiel einen deutlich zu hohen Stellenwert bei den betroffenen Spielern. Was ist der Grund dafür? Dass man teilweise Jahre (!!) braucht um eine konkurrenzfähige Corporation aufzubauen und z.B. einen Titan zu bauen. Auf der einen Seite natürlich eine schöne Langzeitmotivation, auf der anderen ist dann allerdings die investierte Zeit und das Geld einfach so hoch, dass man eine Niederlage nicht einfach in Kauf nehmen kann/möchte.
Das Symptom ist bei allen MMORPGs vertreten, bei manchen stärker (bei WoW z.B., die High-End Raid-Gegenstände) bei manchen schwächer.