GW: Sie fordern, die "Arbeitsweise der USK kritisch zu hinterfragen". Welche Probleme sehen Sie mit der Institution?
TS: Ich sehe kein wirkliches Problem mit der USK und bin mir im Gegenteil der großen Verdienste ihrer bisherigen Arbeit bewusst. Nach so schrecklichen Vorfällen wie Winnenden muss sich aber jeder im Lande die Frage gefallen lassen, ob wir bisher alles richtig gemacht und genug zur Gewaltprävention getan haben. Dies gilt für die Politik ebenso wie eben für gesellschaftliche Einrichtungen, zu denen die USK gehört. Ob beispielsweise die Alterskennzeichnungspraxis der USK bei gewalthaltigen Spielen nach Winnenden noch zeitgemäß ist oder ob nicht die Freigabe etwa von Counter-Strike von 16 Jahren auf 18 hochgesetzt werden sollte, wie Experten dies fordern, ist eine angebrachte Überlegung, der sich gerade auch die USK offen stellen muss.
GW: Müssen die Altersfreigaben der USK in den Läden und zu Hause nicht einfach nur im vorgesehenen Sinne umgesetzt werden?
TS: Dies ist zweifellos ein wichtiger und richtiger Hinweis. Tatsächlich leiden Vorschriften häufig an unzureichender Umsetzung und schwächen sich dadurch gewissermaßen selbst. Deshalb plädiere ich sehr dafür, dass wir alle, Politiker, Bürger, Hersteller und Händler, aber auch Eltern, Lehrer und Jugendliche, mit hohem Verantwortungsgefühl die bestehenden Richtlinien im Jugendschutz einhalten. Dann erst erreichen sie ihre erhoffte Wirksamkeit im vollen Umfang.
GW: Sowohl vor als auch nach dem Beschluss zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen rückten Sie mit der Forderung nach einer Ausweitung dieser Netzsperren auch auf "Killerspiele" ins öffentliche Licht. Nähren Sie damit nicht die Befürchtung vieler Kritiker, dass langsam eine Zensurinfrastruktur aufgebaut wird, die eben nicht nur, wie mehrfach von den Regierungsparteien betont, einzig dem Schutz vor Kinderpornografie im Internet dienen soll?
TS: Ihre Frage beinhaltet - vermutlich nicht unbewusst - eine falsche Behauptung. Ich habe nie eine Netzsperre für „Killerspiele" gefordert. Als ich in einer Internet-Plattform davon sprach, nach Winnenden die Verbotsstrategie im Bereich der Kinderpornografie auch mit Blick auf etwaige Risiken schrankenlosen „Killerspiele"-Konsums neu zu überdenken, machte daraus die Online-Ausgabe eines Nachrichtenmagazins die Schlagzeile: „CDU-Politiker bekräftigt Forderung nach Ausweitung der Netz-Sperren." Dies war eine verfälschende Aussage. Dies ärgert mich deshalb, weil dadurch nicht meine eigentliche Auffassung (für die ich gerne geradestehe) den Anlass für kritische Nachfragen bildete, sondern diese verkürzt-verzerrende Darstellung im Netz. Um es deshalb noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Es geht mir nicht um schnelle Antworten auf so schwierige Fragen wie Amokläufe und ihre Ursachen. Ich bin nur dafür, ergebnisoffen und nach allen Richtungen Möglichkeiten zu prüfen, wie so schreckliche Ereignisse künftig verhindert werden können. Nicht mehr und nicht weniger. So hatte ich es im Übrigen auch in der Frage eines möglichen Paintball-Verbots gehalten, die nach Winnenden aufgekommen war und anfangs in Erwägung gezogen wurde. Schon bald zeigte sich indes, dass für einen Zusammenhang zwischen diesem Spiel mit Farbkugeln und etwaiger Amokmentalität kein Nachweis zu erbringen ist. Und von dem Moment an war ich gegen reglementierende Eingriffe staatlicher Stellen auf diesem Gebiet.
GW: Welche Seiten haben Sie allgemein bei einer Netzsperre gegen "Killerspiele" im Sinn?
TS: Da es keinen konkreten Plan einer Netzsperre auf diesem Sektor gibt, habe ich auch keine bestimmten Seiten im Auge, die gesperrt werden müssten.
GW: Wenn es um die Sicherheit von Minderjährigen im Internet und dem Schutz vor nicht altersgerechten Inhalten geht - reicht dann nicht auch eine Filtersoftware, die Eltern auf dem Rechner ihrer Kinder installieren können?
TS: Dies ist auch einer der Punkte, der im Rahmen von Expertenanhörungen derzeit geprüft wird. Wenn uns die Wissenschaft signalisiert, solche Filter reichen aus und erfüllen den erstrebten Zweck, Gefährdungspotenziale zu minimieren, dann bin ich mit dieser Variante einverstanden. Es ist immer zu wünschen, möglichst viele Entscheidungen darüber, was Jugendliche konsumieren, den Familien selbst zu überlassen.
GW: Die Junge Union lehnt ein Verbot und eine Zensur von gewalthaltigen Videospielen komplett ab. Ein Generationenkonflikt?
TS: Es gibt keinen Generationenkonflikt. Die Junge Union mag bereits eine Meinung haben in einem Bereich, in dem ich mir erst noch eine solche bilden möchte. Insofern bin ich mit der JU im Dialog, nicht im Konflikt.
GW: Man soll ja nicht nur das Negative im Leben sehen: Welche positiven Aspekte haben Videospiele im Allgemeinen und Ego-Shooter im Speziellen Ihrer Meinung nach?
TS: Hier bin ich auf Mutmaßungen angewiesen, da ich selbst - wie gesagt - keine Zeit habe, aktiv diesem Hobby nachzugehen. Ich überlasse daher die Beantwortung dieser Frage lieber ganz den eigentlichen Nutzern, die sicher am besten wissen, wo die positiven Aspekte der Videospiele liegen.
GW: Herr Strobl, vielen herzlichen Dank für das Interview!
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Kommentare
Ländervergleich
[... Möglicherweise sahen diese Länder dank der bisher geringeren Zahl an Amokläufen noch keine Notwendigkeit, ...]
Bitte? 'Geringere Zahl'? Soviel ich mitbekam: Null (zumindest was den Vorsatz angeht, soviel Leute wie möglich umzubringen).
Karte von Amokläufen: Karte Amokläufe weltweit
Und es soll an den Spielen liegen??
Boah EY
Also nach den ganzen Änderungen die die Regierung schon durchgesetzt hat (Waffenschein für Softair Waffen ) usw. Nun wieder nen Sommerloch gelaber über "Killerspiele" und ihre Auswirkungen . Da kann mir einer seine Studien geben ich würde sie alle nehmen und verbrennen . Fakt ist die Jugend von Heute hat schneller auf die neuerungen der Zeit reagiert schneller als die Eltern und die Politik und und und . Kurz auschweifend früher waren wir im Wald unterwegs und haben uns die Knie aufgeschlagen und mit Knallplättchen in ner Spielzeugpistole auf einander Geschossen .....
Heute macht man das gleiche nur verlässt man das Haus dazu nicht mehr und da fangen meiner Meinung nach die Probleme an. Tatsache aus eigener Erfahrung ist , daß wenn der Pc zum Lebensmittelpunkt wird dann ist Gaefahr im Verzug bzw dann ist es faast schon zu spät . Wenn dann auch noch Alkohol oder Drogen oder nen mieses Elternhaus dazu kommen ist alles Möglich diese Leute sind schneller gewaltbereit . Und auch das aus eigener Erfahrung hätte es in meiner Jugend sowas wie Counter Strike etc. gegeben wäre ich einer derjenigen gewesen die auch den hang zu sowas wie Winnenden hätten.
Nach nunmehr 6 jahren Egoshooter kann ich definitiv sagen das ich dennoch nicht in der Lage wäre sowas wie nen Amoklauf zu machen
leider ist frau zacharias die einzige im ganzen text, die nicht wie ihre kollegen "killerspiele" mit inhaltslosen floskeln kommentiert, sondern sich offenbar gedanken zu dem thema macht.
dieser argumentation nach muss man dann bücher ebenfalls verbieten. solche aussagen von einer studierten landtagsabgeordneten, unglaublich
Schaut euch mal dies hier an und lest einmal den Beitrag von Isabell Zacharias (SPD) durch. Diese Frau spricht wahre Worte.
http://www.br-online.de
Der Amokläufer von Erfurt war doch 19, da hätte so eine Verschäfung doch gar nichts gebracht.
Stimmt nicht ganz, denn es geht ihnen ja um die "Verrohung", d.h. er wurde innerhalb von 2-3 Jahren "verroht" und nicht von heute auf morgen.
Auf Wikipedia ist nicht 100% zu verlassen. Irgendetwas muss halt den Kopf hinhalten...
Also, da ist der Abschnitt:
"
Änderung des Jugendschutzgesetzes
Der Amoklauf führte zu heftigen öffentlichen Diskussionen zum Thema Jugendschutzgesetz, welches wenige Wochen später verabschiedet wurde, und trugen dazu bei, dass es verschärfte Regelungen für diese Bereiche enthält."
Au weia
Also immer diese Sätze von "Wissenschaftlichen Untersuchungen", das geht auf keine Kuhhaut.Ich will garnicht in Frage stellen das es möglich ist einen Zusammenhang von hoher Agressivität und "Killerspielen" nachzuweisen(oder ebend nicht)aber das geht nicht in 1-2 Jahren.Dazu ist fundierte Sozialforschung nötig, meine ich pers. jedenfalls.Auch das Politiker mangels Zeit nicht selbst zocken leuchtet mir NULL ein.Wie kann ein Organ was für mich Gesetze entwirft darüber entscheiden was für mich am besten ist wenn es selbst das betroffene Medium kaum kennt?Sorry, da fehlt mir das Verständniss denn allein anhand von (fremden)Untersuchungen kann man solche Entscheidungen meiner Ansicht nach nicht treffen zumal es hier nicht um exakte Wissenschaften wie Physik oder Chemie geht.

Auch die Briefe die Politiker von geistig verarmten Nerds bekommen können kein Argument sein.Beklopte finden sich immer und gerade beim Thema Games schreiben bestimmt auch massig dumme Kiddies die man zum einen garnicht ernstnehmen kann und zum anderen auch diese Spiele um die es geht garnicht besitzen dürfen.
Ich sage:Es gibt soviele Dinge die OFFENSICHTLICHEN Schaden anrichten und gegen die NICHTS unternommen wird.
Da wäre Alk, Tabak(ok, hier wird immerhin Alibimäßig was gemacht),miese Bildung/Erziehung oder auch die algm. verdummung der Bevölkerung durch die Medien(und da schließe ich die öffentlich. rechtl. ein!!).Da sollte man erstmal ansetzen statts mich in meinem Hobby zu nerven.Nicht, das ich bald wirklich noch amok laufe weil ich mein Pokemonspiel nur mir Persoausweis bekomme
Der Amokläufer von Erfurt war doch 19, da hätte so eine Verschäfung doch gar nichts gebracht.
Stimmt nicht ganz, denn es geht ihnen ja um die "Verrohung", d.h. er wurde innerhalb von 2-3 Jahren "verroht" und nicht von heute auf morgen.
Auf Wikipedia ist nicht 100% zu verlassen. Irgendetwas muss halt den Kopf hinhalten...
Der Amokläufer von Erfurt war doch 19, da hätte so eine Verschäfung doch gar nichts gebracht.
Stimmt nicht ganz, denn es geht ihnen ja um die "Verrohung", d.h. er wurde innerhalb von 2-3 Jahren "verroht" und nicht von heute auf morgen.
Kampfsportarten
Warum werden Kampfsportarten nicht verboten, wo es nun wirklich nur um das Verletzen und Ausschalten den Gegners geht? Beim Schiesssport habe ich von soetwas noch nicht gehoert. Wozu also Kampfsport. Wird Biathlon und Speer-/Hammerwerfen und Kugelstossen auch bald verboten.
Die Verhaeltnismaessigkeit ist voellig aus dem Ruder.
Das Tragen von Messer mit einer stehenden Klinge von mehr als 14cm ist ebenfalls verboten. Also gebt beim naechsten Picknick acht das euer Brot und Wurstmesser kuerzer ist!
Wer toeten will findet immer eine Waffe und eine Gesellschaft (Jedes Volk bekommt die Regierung die sie verdient) die sich zum Ziel gesetzt hat dem amerikanischen Modell naeher zu ruecken bekommt auch die Begleiterscheinungen zu spueren.
Verbote helfen hier nicht. Existenzsicherheit schaffen und den Eltern die Moeglichkeit und Zeit geben sich um ihre Ableger zu kuemmern ist ein wirksamerer Weg.
@Decoy: Politiker scheren uns gamer mit Mördern und Pädophilen über einen Kamm - ist das in Ordnung? Wer im Glashaus sitzt...

Unter den zahlreichen Mails von „Killerspielanhängern", die wir Politiker bekommen, wenn über Verbote nachgedacht wird, ist allerdings regelmäßig ein starkes Drittel in einer auffallend rohen Sprache abgefasst, ja teilweise mit der inhumanen „Forderung" versehen, die nächsten Opfer von Amokschützen sollten doch wir Politiker sein.

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Mich würde interessieren was für Mails ihr bekommen würdet wenn über den Verbot von Alkohol nachgedacht würde da dieser so aggressiv macht
Irgendwie macht das mich wütend wegen dem Paintball! Warum verbieten sie nicht den Schützenverein? Beim Schützenverein lernt man mit RICHTIGEN Waffen umzugehen, bei Markierern(Paintballkanonen)ist das nicht der Fall. Boxen und Kampfsport ist doch viel realistischer zu töten, anstatt mit Paintballmarkierern.
Die CDU hat sich mittlerweile bei vielen Netzthemen selbst ins Abseits gestellt und deren Politiker als untragbar und unfähig geoutet. Überlegt euch gut, im Herbst euer Kreuz an die richtige Stelle zu setzen
Unions-Wahlprogramm: Ahnungslos im Netz
www.piratenpartei-hessen.de/common/piratenbanner1
nein.... leider nicht wirklich -.-
es wurde kurz disskutiert, und dann entschieden das man waffen sicher in einem safe verschließen muss und das es unangekündigte kontrollen geben darf..... bei sowieso schon viel zu wenig kontrollpersonal.....
Meldung aus Österreich 2
Äh, Kühe, abgesehen vom Schlachter, führen bei uns ein besseres Leben als manche Menschen.
Aber - ich höre im Zusammenhang mit dem Drama von Winnenden immer nur von den bösen Computer- & Killerspielen. Der Typ war doch in einem Schießverein und hat dort mit einer realen Waffe trainiert und schießen gelernt.
Ist DAS kein Thema mehr bei Euch in Deutschland!!!???