26.05.2009 - Andreas Ludwig
Wenn euch eine SSD in ihrem natürlichen Lebensraum begegnet, könnt ihr sie äußerlich schwer von normalen Festplatten unterscheiden. Der Hund liegt vielmehr unter dem Metallkleidchen begraben, denn genau hier gehen beide Speichervarianten getrennte Wege. Im Gegensatz zur herkömmlichen Festplatte züngelt die SSD eben nicht mit einer Nadel Datenpakete von rotierenden Scheiben. Sie schiebt die Bits ganz ohne bewegliche Teile von A nach B, sodass sie sich absolut resistent gegen Erschütterungen zeigt. Ihre schnelleren Zugriffszeiten und der mittlerweile schlanke Energiebedarf gehören genauso zu den Vorteilen wie das geringere Gewicht und das kompakte Format – SSDs nehmen maximal 2,5 Zoll ein.
Trotz des technischen Punktsiegs sitzt kaum eine SSD in Rechensklaven. Dafür gibt es mindestens zwei Totschlagargumente: Zum einen kostet sie einen saftigen Batzen Euronen, zum anderen hinkt sie den Kapazitäten einer Normalo-Festplatte hinterher. Die einzelnen Flash-Zellen lassen sich zudem nicht unendlich oft beschreiben. Bei den teureren SSDs in der SLC-Ausführung sind bis zu 100.000 Schreibvorgänge pro Zelle möglich, hingegen schafft die günstigere MLC (wie die X25-M) nur bis zu 10.000 Zyklen. Möglicherweise lösen sich vor allem die Preis- und Kapazitätsprobleme bald in Wohlgefallen auf, da verschiedene Hersteller genau an diesen Nachteilen werkeln.
Die schnöde Festplatte mit 7.200 Rotationen pro Minute verbannen wir aus dem Vergleichstest – solche Vertreter rammt die SSD höchstwahrscheinlich unangespitzt in den Boden. Wenn überhaupt eignen sich schnelle Magnetspeicher wie Western Digitals Temposünder WD VelociRaptor (WD3000HLFS) als ernste Konkurrenz, die mit 10.000 Umdr./Min., 16 MB Cache und 300 GB Laderaum zum Rudelführer des HDD-Gewerbes gehört. Mit 200 Euro schafft es dieser 3,5-Zoll-Klopfer aber auch nicht unbedingt auf den Wühltisch.
80 Euro mehr müsst ihr für Intels SSD X25-M abbuchen. Der Aufpreis hört sich erst einmal unspektakulär an, allerdings steckt der Teufel im Detail. Statt 300 GB passen nur 80 GB in das 2,5-Zoll-Gehäuse. Wollt ihr den potenten Bruder mit 160 GB in euren Einkaufswagen schleudern, werden sogar mindestens 520 Euro fällig. In solchen Sphären verstehen sich drei Jahre Garantie und 1,2 Millionen Stunden Laufzeit fast wie von selbst.
Der Preis pro GB schreckt definitiv ab. Während für die VelociRaptor 66 Cent pro GB anfallen – das ist schon viel –, lösen 3,50 Euro für die 80-GB-SSD und 3,25 Euro für die 160-GB-SSD Herzflimmern aus. Deshalb muss die Leistung wie eine Bombe einschlagen, um die Kosten annähernd zu rechtfertigen. weiter...
Klarer Sieg für SSDs: Vor allem im Alltag rast der Flash-Speicher auf und davon. Für Spiele lohnt sich der Kauf nur, wenn auch die restliche Hardware zum Highend-Milieu gehört. Wird der Preis deutlich gesenkt, führt kein Weg an SSDs vorbei.
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Kommentare
Na dieser Eintrag ist aber stark verspätet muss isch nun sagen
und so wirds noch mindestens 2-3 Jahre bleiben. Wenn man die Performance möchte, muss man also blechen.
Aber ja, SSDs sind zwar super, jedoch teuer
Bin grad damit beschäfdigt mir nen neuen PC zuzulegen, natürlich selber zusammenbauen! Aber dieser Preis von 369 schlägt ganz schön auf die Nieren!
Ranreichen tut der Wiederbeschreibungswert von SSDs jedoch an den normaler Festplatten bei Weitem nicht, was bedeutet, dass wenn du das Limit mal erreicht hast, du das Teil weghauen kannst, was einem Datenverlust gleichkommt.
Soweit ich weis ist dieser Datenverlust von dem du redest nur bei Flashbausteinen in SD-Karten usw die die in SSD verbaut sind sind soweit ich weis Qualitativ hochwertiger und öfter zu beschreiben.
Wegen der zur Zeit überwiegenden Nachteile erscheint ein neuer Bericht überflüssig...oder lässt du dich davon nicht abschrecken, den "niedrigen" Preis alle halbe Jahre erneut zu bezahlen, geschweigedenn den Datenverlust wieder wett zu machen? ^-^
Wieso in ferner Zukunft, es gibt schon SSD ab 80 €.
Der kommt bestimmt...in ferner Zukunft. ^-^
Mich würde ein Bericht über SSD im 100-200€ Bereich interessieren.
hdd immernoch bessere wahl
klar, wäre der preis o.k., dann würde ich ssd auch kaufen, aber im moment ist preis/leistung-mäßig jede sata-2 hdd mit 7.200 rpm und 16/32 mb cache die bessere lösung, denn beim spielen gibt es ja mit 'ner normalen hdd ja keine probleme. vielleicht in 2 jahren oderso, wenns günstiger wird, dann kommt die ssd in frage, vorher aber nicht. mein "normalo" system reicht mir erstmal dicke.
mfg
Der Vergleich zwischen M (Mainstream) und E (Extrem) wäre durchaus interessant gewesen. Da in dem Test allerdings die Spieletauglichkeit im Vordergrund stand und die E-Serie viel zu geringe Kapazitäten zu noch höheren Preisen hat (für den kommerziellen Einsatz gedacht), erschien uns das alltagsfremd.
Ach ja wieso habt ihr die M-Serie von Intels SSD und nicht die viel bessere und empfehlenswertere E-Serie getestet und vorgestellt? Zumindest auch berücksichtigen hätte man sie müssen.
Ein Raid 0 mit Raptoren ist genausoschnell aber immer noch einiges günstiger als eine SSD. Dort stellt sich für mich immer noch die Frage: haben sie nun das Fragmentierungsproblem nun im Griff das schon nach einiger Zeit zu fatalen Performanceeinbussen sorgt? Denn mit Defragmentierungstools darfst du bei einer SSD ja nicht dahinter! Und ja ich weiss das das Ausfallrisiko bei Raid 0 entsprechend hoch ist. Es gibt daher immer nur bei günstigen Lösungen Geschwindigkeit oder Sicherheit, ausser man kann sich ein Raid 10 mit 1000 Euro Kontroller leisten.
Auf den technischen Aufbau gehen wir bewusst nur grob ein (wie in unseren anderen Hardware-Artikeln auch). Wir betrachten meistens nur die Leistung, die bei einer Hardware herauskommt - also das was zählt.
Genau das war mein Punkt
Die erledigt man doch lieber geflissentlich während der Ladezeiten, anstatt sich noch für ein zweites Leben zu verschulden.
Und dann darfst du immer auf die anderen warten, bis es mal los geht? Auch doof