10.12.2008 - ** **
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Regie: Scott Derrickson |
Was 1951 als höchst innovativ und visionär angesehen wurde, wird heute eher als trashige B-Ware gehandelt. In manchen Kreisen vielleicht auch als Klassiker. Die Rede ist von Robert Wises Der Tag, an dem die Erde stillstand. Ein Außerirdischer kommt mit seinem Wachroboter auf die Erde, um den Menschen klar zu machen, dass der Kalte Krieg die Welt ins Verderben stürzen wird. Er lässt einen Tag lang alle Maschinen still stehen als Demonstration seiner Macht. Nun gut, den Kalten Krieg haben wir überlebt, doch schon steht die nächste Bedrohung vor der Tür: Raubbau an den natürlichen Rohstoffen und weiterhin Krieg und Terror überall auf der Welt. Zeit also, um uns mal wieder so richtig wachzurütteln. Zeit für Keanu Reeves (Matrix), die Rolle des Klaatu zu übernehmen, der im Auftrag einer außerirdischen Völkervereinigung die Erde retten soll - vor uns.
Mitten im Central Park parkt Klaatu seine Sphäre, umringt von Schaulustigen, Militärs und einer Gruppe eilig zusammengetrommelter Wissenschaftler. Darunter die Witwe Dr. Helen Benson, gespielt von Jennifer Connelly, die zu allem Übel auch noch mit einem rebellischen Stiefsohn (Jaden Smith) ihre Mühen hat. Ein Auftritt der Super-Nanny würde vielleicht Wunder wirken. Ob der Präsident der Vereinigten Staaten gerade irgendwo Golf spielt oder sich seiner Praktikantin widmet, können wir nicht sagen. Stattdessen hat Misery-Ikone Kathy Bates einen Auftritt als Verteidigungsministerin, die für den Präsidenten sprechen darf. Natürlich nimmt sie damit zugleich die Rolle der naiven Befehlshaberin ein, die alles falsch macht, was man nur falsch machen kann, wenn man es mit einem unberechenbaren Außerirdischen zu tun hat. Für diese Situation scheint es noch kein vernünftiges Handbuch in den Archiven der U.S.-Army zu geben.
Das letzte Gericht, die Apokalypse, scheint unmittelbar bevorzustehen und die einzige, die dies sofort erkannt zu haben scheint, ist Dr. Helen Benson. Nur wie soll man einen gefühlskalten Außerirdischen davon überzeugen, dass Menschen sich ändern können, dass alles wieder ins Lot gebracht werden kann? Diese Frage werden wir an dieser Stelle nicht beantworten. Nur so viel sei gesagt: Der Weg bis zur Lösung des Problems ist in keiner Weise nachvollziehbar. Weder zeigen die Schauspieler, vorneweg Keanu Reeves, irgendeine Entwicklung im Laufe der 103 Minuten noch wird ein Spannungsbogen aufgebaut. Während der ersten halben Stunde des Films macht sich noch diese gewisse Unsicherheit breit, was wohl als Nächstes passieren wird. Dieses Gefühl verschwindet jedoch sehr schnell wieder.
Als große Enttäuschung stellt sich das Drehbuch heraus. Kein Schritt der Protagonisten erscheint logisch. Klaatu, der vernünftigen Umgang mit der Welt predigt, agiert manchmal wie ein Elefant im Porzellanladen. Ohne großartig zu spoilern, können wir an dieser Stelle leider keine dieser Szenen näher beschreiben. Jeder weiß, dass die Erde am Ende ohnehin wieder gerettet wird, doch wie dies im Film geschieht, ist leider mehr als dusselig umgesetzt. Viel zu undurchsichtig und abrupt werden Klaatu die Augen geöffnet. Oder verschließt er sie eher? Denn gleichzeitig zeigt das Militär, dass die Menschen absolut nicht dazu im Stande sind, am katastrophalen Ist-Zustand etwas zu ändern. Bis zu dem Zeitpunkt hatte das Publikum sowieso schon abgeschaltet und alle Erwartungen an den Film auf ein Minimum reduziert.
Fazit: Der Tag, an dem die Erde stillstand hätte so wunderbar werden können. Das Thema bietet unglaublich viel kreativen Spielraum. Herausgekommen ist eine Zusammenstellung von Szenen, die lieblos aneinander geklatscht wirken. Ein Spannungsbogen wird zu Beginn aufgebaut, flacht dann aber ebenso schnell wieder ab. Alle Darsteller wirken überraschend blass. Was hier an Potenzial verschenkt wurde, passt auf keine Kuhhaut. Unser Tipp: Schaut euch den Trailer an, der zeigt bereits alle sehenswerten Szenen. Was bleibt, ist die Enttäuschung nicht nur über eine verpatzte Chance, Science-Fiction wieder spannend zu interpretieren, sondern auch über ein mit wenigen Ausnahmen spannungsarmes Kinojahr 2008. Bleibt nur zu hoffen, dass die Auswirkungen des Autorenstreiks bald ein Ende haben und wir uns 2009 wieder auf frische und vor allem interessante Geschichten im Kino freuen dürfen.
"Der Tag, an dem die Erde stillstand" startet am 11.12.2008 in deutschen Kinos.
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Kommentare
@Alamar Kommt auf die Art des Reviews an. ; )
Nur weil McDonald's Gurken in die Cheeseburger tut muss man sie nochlange nich essen. ; )
ende?
ok
was wür ein ende du meinst den schluss des films von 100 auf 0 in 1 sekunde?
Aww
Im Magazin kann man den Spoiler wunderbar lesen.
Aber da jetzt eh schon gespoilert wird, kann mir jemand auch das total unrealistische Ende verraten? Hab während dem Lesen die ganze Zeit gehofft, dass das noch kommt ... jetzt hab ich Lust auf dem Film bekommen, nur damit ich das Ende kenne, also rettet mich und spoilert!
Das ist natürlich immer am besten. Allerdings werden jegliche Reviews dadurch überflüssig und nutzlos
spoiler
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besonders amüsant: Der Belebte Central Park mitten in der Nach inkl. Kinderwagen. Und: Alle Top-Wissenschaftler werden mit Hubschraubern an die Stelle gebracht wo der Einschlag eines vernichtenden Asteroiden erwartet wird *G*[/spoiler][/color]
Ich seh den film genauso, wie der author dieser rezension.
eins war aber witzig in dém film: die stelle als sich die ministeren anmaßt für die ganze welt zu sprechen, da sie den us presi vertritt, der sich bei einem solch kritischen erstkontakt genau wie irgendwelche generäle nicht mal blicken lassen.
film is absoluter schrott.
Macht euch ein eigenes Bild
Ich war vorgestern mit meiner Freundin im Kino.
Wir fanden den Film sehr unterhaltsam, sprich gut.
Ich denke es sollte sich niemand von dieser Rezension oder sonstigen davon abhalten lassen ins Kino zu gehen, schließlich ist ziemlich viel Kulturgut geschmackssache.
I, Robot fand ich halt auch gut. Und nur weil ein Film viel umworben wird heißt es nicht dass er mit 75%iger Wahrscheinlichkeit schlecht ist... Und es ist normal dass die (meisten) besten Szenen im Trailer gezeigt werden. Sonst würde er ja auch Teaser und nich Trailer heißen... Ich steh halt auf dieses "Science-Fiction-Zeug" und bilde mir zum Glück meine eigene Meinung, auch wenn ich es hinterher bereuen mag (z.B. Krieg der Welten).
Zur Rezension...
Ich bin mehrmals täglich auf gameswelt und einzig diese Rezension trieb mich zur Anmeldung auf der page.
Ich wollte einfach nur klar machen dass diese Rezension lediglich die Meinung des Autors vertritt und niemanden abhalten sollte den Film im Kino oder sonstwo zu gucken, auch wenn der Autor meiner Meinung nach zu sehr ins negative geht. Auf der UCI-Kinowelt seite zum beispiel hat der Film im Durchschnitt 7,xx von 8 Punkten bekommen. Bewertet wurde von natürlich von Kinogängern. Schaut ihn ansonsten halt auf euren tollen Internet Portalen an und wenn er euch gefällt geht ins Kino und unterstützt die Filmemacher!
Fazit:
PRO "Der Tag, an dem die Erde stillstand"
PRO KINO GEHEN
PRO FILME AUF ENGLISCH GUCKEN.: )
war drin mit meinen leuten
fazit
Trailer = geil
Film = scheiße unter anderem das wenn man es so nennen kann "ende" (wems gefällt ja halt über geschmack lässt sich streiten sagte der affe und biss in die seife) xD
Oha
"Zum Thema: Warum Filmrezensionen bei Gameswelt.
Sehr oft kommt es nicht vor, doch wir denken, dass es die Leser schätzen, wenn wir über den Tellerrand schauen"
Also ich schätze es als regelmäßiger Leser sehr das ihrauch mal ins "Kino geht".Würde mir das evtl. sogar öfter wünschen....
Zum Film:Jetzt bin ich doch ein wenig platt.Hab bisher keine Kritiken zum Film gelesen, die Werbung sah unglaublich gut aus.Jetzt überlege ich es mir doch nochmal in den Film zu gehen, alles was ich zuletzt gesehen habe war extremer Rotz(I Robot, I am legend
Ich find's auch super, dass die Jungs ins Kino gehen. Da kann ich mir nämlich die 6,50 sparen, die wieder für einen miesen Film drauf gegangen wären, der im Trailer doch vielversprechend aussah
Ist ja nicht so, dass jeder Film mies ist, der intensiv beworben wird.
Zum Thema: Warum Filmrezensionen bei Gameswelt.
Sehr oft kommt es nicht vor, doch wir denken, dass es die Leser schätzen, wenn wir über den Tellerrand schauen und ab und zu Themen reinnehmen, die auch Spieler interessieren dürften. Natürlich schauen wir uns vornehmlich Filme zu Spielen oder Vorlagen für Spiele an.
dann geht halt nicht in Filme, die intensiv beworben werden. Die sind zu 75% auch Müll. Das merkt man meist schon an den Trailern. Schaut euch lieber mal Filme wie Body of Lies an.
Und ich kann den Hype um Lost nicht verstehen. Ich hab nach 2 Folgen aus gemacht, weil die Serie so mies und langweilig war...das passte auch auf keine Kuhhaut.
@maclom: das gefühl habe ich auch so langsam. lost hat bei mir zwar verloren mittlerweile, aber dexter z.b. ist große kunst und klasse. ins kino gehe ich oft nurnoch wegen effekt und bumm bumm, gute stories gab's das für mich lange nich mehr. dafür gibt's sachen wie "mass effect", "the witcher" usw. gamer sind halt "verwöhnt"
also ich find's gut. ich bin immer an gut gemachten geschichten und effekten interessiert. als gamer ist man da verwöhnt. mich interessiert sehr, was gamer über bestimmte filme denken. solange hier keine reviews von von schnulzen oder dance-movies drin sind, sondern filme, die effektisch und von der story her in die interessengebiete von gamern (wie mir) fallen - why not? mich interessiert's und ich find's gut.
kann mir denken, dass viele (vermutlich meist etwas ältere) gamer, grade die spieleumsetzungen im kino (aktuell: max payne, usw.) gerne einmal aus den augen eines game-redakteurs kommentiert sehen.
gamer sind ne welt für sich und haben gemeinsame vorstellungen, wie ich finde, oft auch von filmen.
ich find's ok.
cu
Ich find's ganz gut! So kommt ein wenig Abwechslung rein, und es ist ja auch nicht so, als würden hier jeden Tag 2 Filmrezensionen stehen.
Zum Thema: Ich hab den Eindruck, dem klassischen Format Kinofilm gehen die guten Schreiber aus, weil die mittlerweile alle für's Fernsehen scripten. BSG, Lost, Heroes und so weiter - da sitzen die Topleute.
Was haben Filmreviews auf gameswelt verloren?