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Peter Molyneux - Special

Der Junge und die Ameisen

Ein Junge stochert mit einem Stock in einem Ameisenhaufen und beobachtet, wie die Ameisen in scheinbarem Durcheinander versuchen, ihre Welt wieder in Ordnung zu bringen. Doch die reine Zerstörung ist nicht seine Sache. Er nimmt einen Bonbon und lässt die Ameisen Straßen bauen und Hindernisse überwinden, um an die süße Beute zu kommen. Viele Kinder werden so schon einmal das Gefühl erlebt haben, eine Art Gott zu sein. Doch dieser Junge war Peter Molyneux und die Herausforderung, zumindest spielerisch ein Gott zu sein, hat ihn sein Leben lang nicht losgelassen.

Ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat oder doch nur eine schöne und passende Legende ist, ist nicht wirklich wichtig. Wichtig ist, dass Peter Molyneux, wenn schon kein Gott, so doch einer der kreativsten Schöpfer ist, die das Genre der Computerspiele hervorgebracht hat. Zu einer Zeit, als Spiele noch keine Millionen-Dollar-Großprojekte waren, sondern von einzelnen Programmierern oder kleinen Teams geschaffen wurden, waren Kreativität, Spaß am Spiel und natürlich auch ein bisschen Glück ausreichend, um einen erfolgreichen Titel zu programmieren. Dieses Umfeld brachte dann auch Größen wie Sid Meier, Will Wright und eben Peter Molyneux hervor.

Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß, in Molyneuxs Fall eine kaputte Konsole und einen peinlichen Einstieg in das Computerspielgeschäft gesetzt. Vom seiner Großmutter geklauten Geld kaufte er sich Ataris Pong-Konsole und zerlegte sie (die Konsole) nach kurzem Spiel, um herauszufinden, wie sie funktionierte. Er fand es nicht heraus und hatte neben einem kaputten Spiel wahrscheinlich auch noch einigen Ärger am Hals. Aber er ließ nicht locker und einige Jahre später, im in jeder Hinsicht düsteren 1984, brachte er in Eigenregie die textbasierte Wirtschaftssimulation The Entrepreneur heraus, deren Erfolg sich mit zwei verkauften Kopien und zwei Fanbriefen von seiner Mutter noch ziemlich in Grenzen hielt.

Und Gott würfelt doch

Dann allerdings gelang ihm der große Wurf. 1987 gründete er mit seinem Freund Les Edgar Bullfrog Productions und zwei Jahre später revolutionierte er mit dem von ihm designten und programmierten Populous die Computerspielewelt. War das Spiel im Grunde auch nur eine originellere Wirtschaftssimulation, so begründete es doch so ganz nebenbei das neue Genre der Göttersimulationen. Das Spielprinzip war simpel, die Grafik für die damalige Zeit herausragend und mit 500 Levels und einem stetigen Anstieg des Schwierigkeitsgrads wurde auch genug Herausforderung geboten. Selbst einen Multiplayer-Modus über Nullmodemkabel und sogar über Modem per Internet hatte es parat.

Der Spieler schlüpft in die Rolle eines zu Beginn gar nicht so allmächtigen Gottes, der dem gegnerischen Gott beziehungsweise dessen auserwählten Volk den Garaus machen muss. Die Mittel dazu sind recht eingeschränkt, denn anfangs kann der Spieler kaum mehr tun, als das Land zu ebnen, um seinem Volk möglichst viel Raum zum Siedeln zu bieten. Das wirkt sich auf das Bevölkerungswachstum und die Menge an Mana aus, die der Gott erhält. Direkten Einfluss kann dieser aber nur über Katastrophen nehmen, die er dem gegnerischen Volk angedeihen lässt. Klingt banal, hat aber einen extrem hohen Suchtfaktor.

Aus diesem Grunde verkaufte sich Populous auch wie geschnitten Brot und dürfte Peter Molyneux richtig reich gemacht haben. Es folgten denn auch zwangsläufig Add-ons und ein zweiter Teil. Doch anstatt sich darauf und auf den Lorbeeren, die er für Populous erhalten hat, auszuruhen, legte Molyneux so richtig los und brachte Anfang der 90er-Jahre weitere innovative und vor allem auch erfolgreiche Spiele heraus, die seinen Ruf als genialer Spieleschöpfer begründeten. Dabei ging er immer wieder neue Wege, wenn er auch das Genre der Wirtschaftssimulation selten verließ. Nichtsdestotrotz waren die Ideen, die seinen Spielen zugrunde lagen, immer originell. weiter...

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Kommentare

  • Öh, Stügl, Molyneux mit seinen "ich versprech euch das Blaue vom Himmel" liegt alles andere als weit hinten.
    Du hast bisher nichts von ihm gehört, weil dein Spielhorizont bei Diablo 2 aufhört. Mit Chris Metzen dürftest du wahrscheinlich auch nichts anfangen können, was? ;)

  • also ich hab von diesem typ auch noch nie etwas gehört...vieleicht einfach weil individuelle personen in der spiele industrie sehr weit hinten liegen was bekanntheit angeht...ganz anders als bei der film industrie

  • Wär's nicht treffender bei "Theme Park" auch nen Screenshot vom alten Theme Park zu bringen, anstatt nen Shot von Theme Park World / Manager? ... und bei Dungeon Keeper sollte wohl auch ein Shot von Teil 1 hin und nicht von Teil 2.

    Sonst verlange ich bei Popolous nen Shot von P3: The Beginnung ;)

  • Naja, das eigentliche Problem bei Molyneux ist, dass er in der Tat visionäre Ideen hat und in vielerlei Hinsicht auch Recht hat, was das heutige Spieldesign angeht. Das einzige Problem ist, dass er im Grunde bisher nie in der Lage war, diese Ideen selbst auch mal voll umzusetzen. Es waren immer nur Ansätze da. Habe gerade mit Fable 2 angefangen und genau das zieht sich auch in dem Spiel wieder durch.

  • Molyneux ist bestimmt einer der besten und erfinderischsten Entwickler der Branche, doch ist sein schnell gestiegener Stern momentan dabei, vor der Sonne zu verblassen, welche den Rest der Branche bildet. Ich bin immer noch ein begeisterter Spieler von The Movies und halte nach wie vor viel von dem Titel. Vielleicht sollte Molyneux statt immer neuen, "besseren" Spielen auf Bewährtes setzen und z.B. Overlord vom Thron stürzen.

  • Ne Lachnummer für Unwissende also... sehr anregend^^

  • Was der wohl für dieses Advertisement blechen musste...

    Gar nix, die Peinlichkeiten des Typen haben wir ganz freiwillig aus dem Koffer gezogen :D
    Ehrlich, imho hat Mr. M seit Populous (grandios damals) nichts auf den Markt gebracht, was seine Visionen/Versprechungen auch nur ansatzweise erfüllen konnte.

  • Was der wohl für dieses Advertisement blechen musste... Irgendwie muss man sich ja wieder interessant machen, wenn einem die Vergangenheit solche (selbstverdienten) Streiche gespielt hat.^^

  • Hachja. Pommesbude mit richtig Salz"buff" und daneben 'nen Colastand. Das waren noch Zeiten!

    Ich persönlich finde aber, daß Syndicate das mit Abstand beste Spiel dieses Herrn ist. Warum zur Hölle kommt DAVON nicht mal ein ordentliches Remake?

  • Also ich muss zugeben das ich mich regelmäßig über Games informiere aber von Molyneux in den letzten Monaten das erste mal etwas gehört habe. Sicher, ich kenne viele seiner Spiele aber ich besitze nicht ein einziges davon (was durchaus seinen Grund hat).

    Shigeru Myamoto ist ein Schöpfer der auch hält was er verspricht.

    Aber ist mal interessant was über den Mann zu lesen, jetzt weiss ich wenigstens A. warum ich ihn nicht mag (nur Schrottspiele für meinen Geschmack) und B. weil er eh nie das gehalten hat was er versprochen hat.

  • Sehr schade, dass das Spiel nur für die X360 entwickelt wird, wo er doch davor alle Spiele auch auf PC rausgebracht hat :(

  • Letztendlich musste man ja die Abstriche wegen der Technik machen und nicht wegen der Umsetzbarkeit. Demnach könnte Fable 2 vielleicht einiges gut machen.

    Mal schauen

Star Wars: The Old Republic

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