17.05.2008 - David Stöckli
London ist nicht nur eine der nach wie vor angesagtesten (und teuersten) Metropolen Europas, sondern ebenfalls seit jeher ein beliebter Treffpunkt für Videospiel-Experten. Man denke etwa an die einstige europäische Games-Messe ECTS oder die vielen Konsolen-Launch-Events in der britischen Hauptstadt. Nachdem wir erst vor wenigen Wochen für 'Haze' nach London gejettet waren, ging es diesmal wegen Sega erneut in die Stadt der roten Doppelbusse, des gewöhnungsbedürftigen Essens und schlechten Wetters. Letzteres traf allerdings nicht zu, denn Sonnenschein und fast 30 Grad sorgten am Pfingstmontag für ein wenig Sommerferienstimmung.
Dabei stand ein umfangreiches Tagesprogramm auf dem Plan: Erst zu einer kurzen Stippvisite ins europäische Sega-Hauptquartier und das spaßige 'Beijing 2008' im Mehrspielermodus angezockt, bevor es mehr oder weniger zügig durch den dichten Londoner Verkehr in das angesagte Restaurant Sketch ging. Das Lokal hat nicht nur einen Sternekoch, eine beeindruckende Innenarchitektur und die wohl sehenswertesten Toiletten der Stadt zu bieten, sondern auch einen großen Multimediaraum, der sich wunderbar für die Präsentation eignete. Gespannt warteten wir auf die Show, denn nach wie vor wussten die anwesenden Journalisten nicht, was Sega eigentlich zeigen wollte.
Die Verwirrung nahm noch mehr zu, als über die Bildschirme rundherum im Raum kurze Videosequenzen aus Capcom-Perlen wie 'Resident Evil 4', 'Okami' und 'Viewtiful Joe' flimmerten. Sollten Sega und Capcom etwa fusionieren? Nein, ganz so wild ist es nicht. Vielmehr war das junge Spielentwicklerstudio PlatinumGames der Mittelpunkt von Segas Event. Das japanische Team wurde Mitte 2006 von Shinji Mikami, Atsushi Inaba und Hideki Kamiya gegründet, damals noch unter dem Namen ODD, dann Seeds. Es sind vor allem ehemalige Capcom-Entwickler und davon wiederum primär Mitarbeiter der legendären und im Jahre 2007 geschlossenen Clover Studios ('Okami'), die bei PlatinumGames in Osaka ein neues Zuhause gefunden haben.
Entsprechend gespannt waren wir auf die noch folgenden Spiele, denn der Sega-of-Europe-CEO sowie der Chef von PlatinumGames hielten sich mit großen Tönen nicht zurück: Die Zusammenarbeit von Sega und PlatinumGames solle zu innovativen Spielerlebnissen und erfolgreichen Games-Hits führen. Zugleich sei es das Ziel, dass die Titel nicht nur in Japan, sondern weltweit ihre Fans finden. Hierbei soll Sega sein Publishing-Know-how einbringen. Überdies sei die Wahl von PlatinumGames auf Sega gefallen, weil der Publisher ebenfalls ein japanisches Unternehmen ist, das aber weltweit stark auftreten könne. Schließlich zählt Sega laut eigenen Angaben zu den Top 5 der Spielehersteller in Europa, so verkaufte sich jüngst 'Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen' satte 3.5 Millionen Mal. Sega hofft, dass PlatinumGames nicht nur erfolgreiche Spiele produziert, sondern zugleich frische Ideen und vor allem neue zugkräftige Spielemarken in die Welt setzt. weiter...
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Gewinnt mit Gameswelt und Sega einen unvergesslichen Tag mit der Vorabversion von Bayonetta in München.
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Kommentare
Beim betrachten der Concept Arts von "Infinite Line (DS)" kommt bei mir der Wunsch nach einem nachfolger von Freelacer wieder auf.
Dürfte Sega wenig interessieren, anscheinend haben die mit Games wie Viking, The Club und Condemned 2 eh ihr Lineup auf sowas ausgelegt ...
Mad World
seh ich auch so. Vor allem weiss ich nicht, was an solch zelebrierter Brutalität Spass sein soll. Für mich ist Gewalt allenfalls ein Stilmittel in einem Videogame, aber kein Spass-Auslöser.
Mad World
Mad World is dann doch n bisschen zu brutal.
Also wenn die USK die Screenshots sieht, dann landet das bestimmt aufn index