Und Xlord wollte genau dies tun. Ausgewogener hätte das Finale nicht sein können und alle sechs Spiele mussten gespielt werden. Mal hatte Bash die Oberhand und gewann knapp ein Spiel und mal Xlord. So kam es zu einem packenden letzten Match, in dem das passierte, was ich persönlich bei 'Warcraft 3: The Frozen Throne' nicht so mag: Eine Massenschlacht. Knapp gewann Bash und erreichte so das Finale. Hochspannung pur, noch unterstützt vom exzellenten Kommentar durch die gamer-FM-Moderatoren. So setzte sich der Nachtelfen-Spieler mouz.GeIL.Bash (Marvin Bartels) knapp gegen den Untoten-Spieler SK.Xlord (Daniel Spenst) durch. Von beiden Spielern wird man bestimmt noch einiges sehen und hören.
'Starcraft: Broodwar' – Der Klassiker fasziniert noch immerObwohl 'Starcraft: Broodwar' im Bereich Grafik schon lange nicht mehr die Standards moderner Spiele erfüllt, wird der Titel weltweit von allen eSportlern immer noch als eines der besten Strategiespiele angesehen und ist einer der Titel, in denen die Konkurrenz sehr groß ist. Das liegt zum einen daran, dass das Balancing eines der besten ist, und zum anderen daran, dass der Titel besonders in Korea so beliebt ist, dass er sogar im Fernsehen übertragen wird.
Bei einem solchen Wettbewerb war der Einzug ins Finale natürlich hart umkämpft und die einzelnen Partien waren äußerst spannend anzusehen. Am Ende war das Ergebnis des Finales doch sehr klar, in dem Mondragon (Christoph Semke), der nicht ein einziges Spiel während des gesamten Turniers abgab, auf den aus dem Loserbracket kommenden Dashwriter (Stefan Kalweit) traf und ihn ziemlich klar mit 3:0 schlug. Spannend war es trotzdem und es war knapper, als das Ergebnis es erahnen lässt.
Turnierleistungen und böse WorteWährend die vielen Schiedsrichter dafür sorgten, dass alles laut Regelwerk funktionierte, hörte man überall freundliche Worte. Spieler, die gegeneinander gespielt hatten, trafen sich nach dem Spiel und diskutierten über ihre Taktiken und warum der eine den anderen geschlagen hatte. Faire Sportler überall, die Atmosphäre war entspannt und freundschaftlich. Dass das nicht immer so sein muss, wurde bei den beiden Finals von 'FIFA 06' deutlich, in denen am ersten Abend der amtierende Weltmeister SK.sty!a (Dennis Schellhase) gegen Alternate aTTaX | Jul antrat. Technische Probleme führten dazu, dass gegen Ende der ersten Halbzeit des entscheidenden Spiels das Spiel bei sty!a einfror und er auf dem Desktop landete. Merkwürdig war es schon, da Jul sich konstant verbessert und das zweite Spiel eindeutig gewonnen hatte. Lange Diskussionen, in denen einem der Chefschiedsrichter nur Leid tun konnte, folgten, es fielen harte Worte und am Ende entschied man sich dafür, die zweite Halbzeit des Spiels zu spielen, die sty!a gewann.
Am nächsten Tag wurde die Siegerehrung von einem Protest überschattet, nachdem der Zwillingsbruder von sty!a, SK.hero (Daniel Schellhase), im Finale gegen Electronic Scout 24 | Chocoyote (Michael Oprée) mitten im Spiel die Starttaste drückte. Da dies als Behinderung des gegnerischen Spielers zu werten war, musste nach der Siegerehrung das Spiel wiederholt werden. Die Emotionen kochten über, besonders bei den Schellhase-Brüdern, die bewiesen, dass Regeln strikt durchgesetzt werden müssen. Etliche Diskussionen und endlose divenartige Ausbrüche später kam es dann doch noch zum Showdown, den hero für sich entscheiden konnte. Trotz des Erfolges blieb ein schales Gefühl zurück, dass zwei der besten deutschen 'FIFA'-Spieler so unsportlich agieren. Nicht, weil sie schlecht spielten oder Cheats nutzten, sondern da sie mit ihrer Art außerhalb des „Spielfelds“ zeigten, dass Alter und Fairness eher eine Kopfsache sind.
Insgesamt waren die World Cyber Games National Finals ein voller Erfolg, viele sportlich hochklassige Leistungen waren zu bestaunen und das deutsche Nationalteam hat viele Chancen, in Monza bei der Weltmeisterschaft Trophäen mit nach Hause zu nehmen. Die Konkurrenz schläft zwar nicht und besonders die koreanischen Profis sind in einigen Spielen praktisch unschlagbar, aber das deutsche Team hat schon mehrfach bewiesen, wie stark es ist, und wird dies sicherlich auch in Monza zeigen. Wir freuen uns auf die Weltmeisterschaft und werden natürlich für euch von dort berichten.
Mit Rolf Ueltschi schickte Gameswelt.ch einen E-Sportler zu den World Cyber Games nach Los Angeles.
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