06.06.2011 - Yves Günther
Minuten zuvor war die Welt noch in Ordnung. Für Protagonist Cole MacGrath, der nach einer verheerenden Explosion im Vorgänger sprichwörtlich unter Dauerspannung steht, gilt das aber schon lange nicht mehr. Hatte er es im ersten Open-World-Action-Spektakel nur mit Kleinganoven zu tun, muss er sich nun auf seinen bisher größten Kampf vorbereiten. Ein scheinbar einfacher Plan: Mal eben nach New Marais schippern, bei Professor Wolfe ein paar neue elektrische Superkräfte nachtanken und das Biest anschließend in seine elementaren Bestandteile zersetzen, bevor es Empire City erreicht. Es gibt nur einen Haken: Euer Schiff hat noch nicht einmal den Hafen verlassen, als das Biest plötzlich über Empire City herfällt.
Wie vom Blitz getroffen trifft MacGrath die Entscheidung, sich dem riesigen Magma-Gestein-Ungetüm zu stellen. Ein heftiger Ionensturm verpasst dem Kerl, der Sony Santa Monica glatt aus God of War entlaufen sein könnte, dann auch direkt mal eine dicke Platzwunde am Kopf. MacGrath muss sich jedoch eingestehen, dass die Kräfte für die restlose Zerstörung des Kolosses noch nicht reichen. Mit einem beherzten Sprung in letzter Sekunde rettet er sich zwar, überlässt Empire City aber auch seinem blutigen Schicksal. Eine Entscheidung gegen Hunderttausende Bewohner, aber für die Existenz der Menschheit.
Unaufhaltsam stampft das Biest an der Ostküste der USA entlang, zerstört eine Stadt nach der anderen. Die Tage ticken brutal herunter, eine Karte im Menü zeigt zudem seine aktuelle Position, bis der Riese auch New Marais dem Erdboden gleichmachen wird. Keine schöne Vorstellung. Zumal die Stadt, die sich nicht nur namentlich an New Orleans orientiert, eine wahre Pracht ist. Lebte Empire City vor allem von Grau, Grau und noch viel mehr Grau, schillert in New Marais das bunte, farbenfrohe Leben.
Zumindest in den ersten beiden der insgesamt vier Bezirke, die ihr nach und nach mit Strom versorgt und auf diesem Wege für euch zugänglich macht. Ohne die Möglichkeit, sich zum Beispiel aus Straßenlaternen Strom einzuspeisen, ist Cole MacGrath nämlich ganz schön verwundbar. Die beiden übrigen Stadtteile sind einerseits ein imposantes Industriegebiet, andererseits ein von einer Flut überschwemmter Bezirk, der unweigerlich an die Bilder nach dem Hurrikan Katrina in New Orleans erinnert. Harter Tobak.
Der gern als Dämon bezeichnete Cole stört sich jedoch vor allem am Wasser an sich, schließlich sind Elektrizität und das feuchte Nass keine besonders dicken Freunde. Wenn das das einzige Problem für den spannungsgeladenen Herren wäre, könnte Cole noch in aller Ruhe dem Vorschlag seines besten Freundes Zeke folgen: Mojitos, Möpse und mechanische Bullen. Aber mit dem Biest im Nacken, einer schießwütigen Miliz, den unheimlichen Kreaturen in New Marais und den Alltagsproblemen der Bevölkerung bleibt euch keine Zeit, mal durchzuschnaufen. Theoretisch.
Ihr könnt aber auch ganz gemütlich durch die Straßen ziehen und ein bisschen die Stadt erkunden, die mit vielen Details und witzigen Anspielungen (zum Beispiel dem Laden „Red Ring Electronics", ein Seitenhieb auf den Red Ring of Death der Xbox 360) zum Leben erweckt wurde. Ohnehin wirkt New Marais lebendiger und belebter als Empire City. Einerseits, weil auf den Straßen wesentlich mehr Betrieb herrscht, andererseits, weil euch immer wieder zufällig generierte Nebenaufgaben locken.
Je nachdem, ob ihr euch auf die Seite der guten oder der bösen Macht schlagt, variieren die Missionstypen. Wollt ihr euer positives Karma beflügeln, entschärft ihr eine Bombe oder rettet Menschen aus der Hand der Miliz, negative Tätigkeiten wie das gewaltvolle Auflösen einer Demonstration oder das Vertreiben von Straßenkünstlern ziehen euch dementsprechend auf die böse Seite der Macht. weiter...
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Kommentare
Also für mich ist der Titel definitive im 90iger Bereich!!! Habe mir das Game gestern gekauft und jeder der es gespielt hat ist begeistert...Ich habe gestern etliche Stunde gezockt und hatte immernoch nicht genug - Es macht einfach einen heiden Spass Autos auf Häuser zu werfen, dem Zerstörungstrieb freien lauf zu lassen und gleichzeitig noch mit schönen Effekten belohnt zu werden! Diesen "Sucht-Faktor" hatte ich lange nicht mehr! Zum Thema Grafik: Also ich war echt auf das schlimmste gefasst (aufgrund der Review) und als ich das Spiel dann eingelegt habe, war ich total überrascht wie hübsch es doch aussieht! Zum Thema Story: Ja, sie ist ziemlich 08/15, aber dennoch spannend inszeniert - Dazu kommen die zwei verschiedenen Enden - Was will man mehr? (Da gibt es andere Titel, welche für ihre tolle Story gelobt wurden und weitaus weniger zu bieten hatten!)-Also liebes Gameswelt Team: Normalerweise würde ich alles unterschreiben was hier immer so steht, aber in diesem Fall muss ich Euch sagen: 6 setzen, "Thema" verfehlt! Das Spielt hat eine höhere Wertung verdient! :-)
sorry, bin mit der XBox360 durcheinander gekommen
kein problem
@ FEHREI
sorry, bin mit der XBox360 durcheinander gekommen
es ist überhaupt schon ein wunder, dass sie aus der kiste immer noch grafiksteigerungen rausholen. selbst nach 7 jahren...hut ab.
Vorgestellt wurde die PS3 erstmals Mai 2005 auf der E3.
Verkaufsbeginn der PS3 war:
in Japan am 11. November 2006
in Nordamerika am 17. November 2006
in Europa am 23. März 2007
die konsole ist noch nicht mal 5 jahre alt
Ich kann die Kritik an der Grafik schon verstehen. Das Aliasing (=Kantenbildung; Anti-Aliasing=Kantenglättung) springt einem förmlich ins Auge und das Bild wird schon relativ oft von Tearing (="zerreissen" des Bildes) gestört. Man sieht hier teils deutlich dass die PS3 in Open World-Games die Puste ausgeht wenn man noch einiges an Effekten und Weitsicht behalten will.
Trotz alledem ist auch inFamous 2 ein wirklich hervorragendes Spiel, das vor allem Fans von Open World/Superhelden auf einige Entdeckungstouren einladen wird und die einzelnen Kräfte von Cole sehr gut umsetzt und optisch darstellt.
In meinen Augen ist die Kritik an der Grafik ("Technik angestaubt") auch ziemlich daneben. Hätte die Grafik wohl eher als Pluspunkt gewertet..
man muss aber auch beachten, dass gerade bei open-world-szenarien die grafik der alten dame PS3 gerne mal in die knie geht. die konsole hat immerhin schon ihre 7 jahre auf den buckel und ist langsam mehr als nur veraltet.
es ist überhaupt schon ein wunder, dass sie aus der kiste immer noch grafiksteigerungen rausholen. selbst nach 7 jahren...hut ab.
finds auch nicht gut bei so einem Spiel bei Umfang 7/8 Punkten zu geben wenn der Titel 8-10 (mit Nebenquests 15-20) Stunden Spielzeit bietet ... ein GTA4 dauert doppelt so lang, wie ist die Skala dann? 15/8?
Also so sehr auf die Grafik rumzuhacken ist ziemlich daneben.Denn immerhin hat sich die grafik deutlich verbessert und für ein open world spiel sieht es besser aus als Gta4.Und flüssig lief der erste teil immer, und die demo vom 2 teil lief auch sehr flüssig