02.05.2011 - Christian Schmitz
Dabei dürfte der geneigte Adventure-Spieler an The Rockin' Dead schon vom Start weg unweigerlich mit einer speziellen Erwartungshaltung herangehen, denn das kleine Entwicklerstudio macht keinen Hehl aus seiner Vorliebe für trashigen B-Movie-Charme. Leicht bekleidete Frauen, Gitarren und schelmisch grinsende Skelette oder Zombies mit 3-D-Brillen zieren die Verpackung.
Im Spiel selbst bekommt man dann auch direkt mehr davon: Die spielbare Rock-Sängerin Alyssa vermisst nach einem vermeintlichen Unfall ihre beiden Band-Kolleginnen. Schon nach den ersten Schritten wird die eigenartige Logik des Spiels deutlich, wenn die Spielfigur, ohne mit der Wimper zu zucken oder die Obskurität zumindest für einen Sekundenbruchteil zu hinterfragen, ein lebendiges Skelett anspricht, als wäre es die normalste Sache der Welt.
Hat man sich jedoch mit diesen aufgesetzt wirkenden Umständen abgefunden, fühlt sich The Rockin' Dead fast genauso wie auf der Verpackungsrückseite angepriesen an. Die zahlreichen Nichtspielerleichen sind durchaus witzig und gut mit deutscher Sprachausgabe vertont. Untote und Gerippe in jeglicher Variation geben sich hier die Knorpel in die Hand, etwa der Barkeeper, ein Wackel-Elvis oder ein durstiges Baby im Kinderwagen. Ein unverhofftes Wiedersehen gibt es mit offensichtlichen Inspirationsquellen des Abenteuers, beispielsweise dem Eiskalten Händchen, mit Tentakel oder dem Lula-Pappaufsteller.
Kein spielerischer Heavy Metal
Spielerisch bringt The Rockin' Dead eigentlich alles mit, was sich der Adventure-Spieler wünscht. Die eingeblendeten Aktionen per Maussteuerung funktionieren standardmäßig gut, auch wenn der Spielcharakter eigenartig langsam durch die düstere Welt spaziert. Durch die vielen nützlichen Gegenstände entsteht nicht selten ein gewisses Wimmelbildgefühl, dazu kommt eine Mischung aus Kombinations-, Inventar- sowie Dialogrätseln.
Leider verfolgen auch Spielmechanik und Rätsel während des achtstündigen Trash-Trips hierbei ihre ganz eigene Logik, was vor allen Dingen eines zur Folge hat: eine seltsame Genugtuung, wenn beim Kombinieren innerhalb des Inventars doch mal etwas glückt, beispielsweise beim Zusammenbauen einer eigentlich simplen Angel. Probieren geht hier eindeutig über Studieren. weiter...
The Rockin' Dead tritt auf dem großen Adventure-Konzert als trashige Vorband auf, die ganz im Kontrast zu den professionelleren Headlinern steht.
The Rockin' Dead - Patch v1.02
14.05.2011
Zweites Update zum PC-Titel
The Rockin' Dead - Patch v1.01
21.04.2011
Kleines Update zum PC-Adventure
The Rockin' Dead - Official Trailer
Neuer Clip zum PC-Titel
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Kommentare
Hach, das waren noch Zeiten
Hrhr, daran war bestimmt die Freizügigkeit von Bazooka Sue schuld. Ich hab das Spiel leider überhaupt nicht kapiert, denn a) ich war klein und b) die Sprachausgabe war so leise.
Last but not least ist das Ding auch noch an einer gewissen Stelle abgestürzt. Hatte das Spiel als Vollversion aus der PC Joker (wo es ja bereits wenige Monate nach Release landete) und dort ist das Spiel an einer bestimmten Stelle abgestürzt, weil es eine Datei nicht finden konnte. Die hatte dummerweise nen Umlaut und auf der Joker-CD war sie nur mit "ue" drauf.
Ja da sagst du was

In den 90ern war es ja insbesondere bei Adventures so, dass die Meinungen sehr zwiespältig waren, wenn sie nicht gerade aus dem Hause Lucas Arts kamen. Bei Bazooka Sue kam das auch voll zum tragen, aber man hat es trotzdem irgendwie geschafft die Spiele in den Fokus des Interesses zu rücken und es gab sogar ein paar gute Wertungen jenseits der 80%-Marke (bei Bazooka Sue z.B. im PC Joker und PC Power).
Klar, steht ja auch im Artikel, dass Wieland immer "nur" für die grafische Abteilung zuständig war und treu geblieben ist er sich auch auf jeden Fall. Nur das mit der Real-Optik passt da einfach nicht.
Trotzdem ist es so ein kleiner Geheimtipp, besonders nach einer durchzechten Nacht
Dennoch: Mein Beileid.

Ich hatte das Ding schonmal in der Hand und hab mir nur gedacht, dass das Spiel wohl 15 Jahre zu spät kommt. Das sieht so dermaßen schrottig aus, das ist wirklich nicht mehr lustig. Egal ob das nun so gewollt ist oder nicht.
Was Carsten Wieland angeht:
Ich kann mich ja irren, aber war Bazooka Sue nicht ein Flop seinesgleichen? Mal ganz davon abgesehen, dass der Herr nur für die grafische Umsetzung zuständig war... zumindest isser sich treu geblieben. Weibliche Rundungen hat er schon immer gern gezeichnet - auch bei Chewy, was ja noch harmlose USK 0 war
Kleiner Nachtrag noch: Gestern wurde ein weiterer Patch veröffentlicht, der bereits das erste Update beinhaltet und darüber hinaus die Spielfigur nochmals um weitere 10% schneller gehen lässt. Außerdem kann man nun per Rechtsklick direkt den Raum wechseln.
Erhältlich auf der offiziellen Homepage.