05.04.2011 - Yves Günther
Dead Space und vor allem dessen Nachfolger waren Horror-Schocker der Spitzenklasse. Auf monströsem Flachbildschirm, mit epochalem 5.1-Sound und in einem abgedunkeltem Zimmer weckte der Titel von Visceral Games die innersten Ängste des Menschen. Aus diesem Grund ist kaum vorstellbar, dass das Prinzip auch auf den iOS-Geräten von Apple mitreißen kann.
Nach dem unbedingt zu befolgenden Hinweis, für ein intensiveres Spielerlebnis die Kopfhörer in den Gehörgang zu stöpseln, entfacht Dead Space selbst auf den kleinsten Apple-Bildschirmen schnell ein opulent-düsteres Action-Feuerwerk. Die iPad-2-Version beeindruckt mit noch schärferen Texturen und der höheren Auflösung, ist in allen anderen Punkten sonst aber komplett identisch.
Angesiedelt zwischen dem ersten und dem zweiten Teil wird euch erklärt, warum drei Jahre nach der Zerstörung des Markers die Nekromorph erneut über die Menschheit herfallen. Handlungsort ist die aus Dead Space 2 bekannte Raumstation The Sprawl. Die linke Bildschirmhälfte ist für die Bewegung von Isaac bestimmt, rechts ändert ihr den Blickwinkel. Aktionen, etwa Schießen oder das Öffnen von Türen, werden direkt durch Antippen ausgeführt. Ein Statusbalken auf dem Anzug dient - wie in der großen Vorlage - als Anzeige für die Lebensenergie.
Somit verzichten die Entwickler weitestgehend auf ein HUD, um den Horror nicht durch lästige, virtuelle Knöpfe im Keim zu ersticken. Und trotz oder gerade wegen dieser fast komplett fehlenden Bedienelemente spielt es sich so eingängig und flüssig wie kaum ein anderer Shooter auf den iOS-Geräten.
Per Knopfdruck oben rechts klappen weitere Punkte aus, mit denen ihr unter anderem die verschiedenen Waffen durchwechselt. Von einer Art Kettensäge, auf dir ihr bereits direkt am Anfang zurückgreifen könnt, über die Plasma Gun bis hin zur Ripper sind viele bekannte und beliebte Tötungswerkzeuge enthalten. Ein Fingertipp auf den Rücken von Isaac entfesselt sogar einen Stase-Ball, um die Gegner für einige Sekunden zu entschleunigen und ihnen in Seelenruhe die Gliedmaßen abzutrennen.

So überzeugend den IronMonkey Studios die technische Umsetzung gelungen ist, von der teils störenden Kameraführung einmal abgesehen, so überraschend blass fällt Dead Space für iOS-Geräte spielerisch aus. Größere und kleinere Schockmomente überraschen zwar gerade am Anfang, aber nach circa einer Stunde schleift sich eine immer gleiche Vorgehensweise ein. Spätestens, wenn ihr mal wieder einen Raum betretet, etwas aktivieren oder deaktivieren müsst und im Raum plötzlich rote Lichter angehen, lässt euch das nach einer Weile nur noch ziemlich kalt. Ein bisschen mehr Vielfalt und Kreativität hätte dem Spiel in dieser Hinsicht gut gestanden. weiter...
Action-Fans können bedenkenlos zugreifen und sich drei bis fünf Stunden sehr gut unterhalten lassen.
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Kommentare
naja, für mich ist die gesamtwertung äquivalent zum kumuliert bewerteten (sicher subjektiven) spielspaß.

meine vermutung ist ja, dass man sich mit den spielen einfach nicht so auseinandersetzt wie mit den konsolen- und pc-spielen und eben nur einen flüchtigen blick drauf wirft, um dein ein "geht so" "gut" oder "sehr gut" unter den text zu setzen. dafür spricht auf jeden fall, dass bisher keine kurze erklärung von seiten der redaktion kam. wahrscheinlich hat man das spiel und den kurztest schon wieder vergessen.
Die Prozentwertung ist die Gesamtwertung des Spiels afaik und nicht der Spielspaß-Faktor.
Aber ich bin sowieso der Meinung dass absolut niemand wirklich entscheiden kann ob man nun 80% oder 85% Spielspaß "empfindet", entweder es ist gut und macht Spaß oder eben nicht. Und dann kommt noch der persönliche Geschmack dazu usw. Ich gebe nicht viel auf Wertungen, ich lese den Text, sehe mir die Bilder an und entscheide dann nach Genre und User-Meinungen ob ich kaufe oder nicht.
die komplexität eines spiels hat doch nichts mit der absoluten einschätzung hinsichtlich des spaßfaktors (die die prozentwertung ja darstellt) eines spiels zu tun.
Ich nehme an weil sich die Spiele nicht nach so vielen Punkten bewerten lassen wie auf PC oder Konsole. Man ist ja bei so einer Plattform alleine schon beim Gameplay (eher ungenaue Touchsteuerung, wenige Eingabemöglichkeiten etc.) beschränkt und da genügt das momentane System IMO vollkommen. Sind eh alles Casual-Games für zwischendurch.
Ich frage mich immernoch wie man mit den Teilen vernünftig spielen kann.
Fürzwischendurch ist es ok, aber ich könnte auf dem Teil kein Spiel spielen mit großer Story und komplexer Steuerung etc.
mal eine frage, die ich mir schon länger stelle: warum bewertet ihr ipad/-pod/-phone-spiele eigentlich nicht nach dem prozentsystem?