22.08.2005 - Michael Beer
Ubi Soft und Gearbox Software schicken euch zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und lassen euch in ihrer neuesten Co-Produktion, dem First Person Shooter 'Brothers in Arms: Earned in Blood', den schreckenbehafteten Jahrhundertkrieg noch einmal nachempfinden. Ihr erlebt die Geschichte dabei in der Rolle von Joe 'Red' Hartsock, Mitglied der 101st Luftlande-Fallschirmjäger-Division. Anders als etwa die 'Medal of Honor'-Reihe, die euch zusammenhangslos in die wichtigsten Schlachten des Krieges schickt, beschränkt sich 'Earned in Blood' lediglich auf den Zeitraum vom 6. bis 18. Juni des Jahres 1944. Ähnlich wie die preisgekrönte TV-Serie 'Band of Brothers' will auch 'Brothers in Arms' Geschichten erzählen. Was bewegt die Männer der Division und wie erleben sie den Krieg im Herzen Europas?
Das Spiel soll Kameradschaft vermitteln und den Spieler eins werden lassen mit dem Protagonisten und den Mitgliedern seiner Einheit. Apropos Hauptdarsteller: 'Red' dürfte Spielern des ersten Teils noch als rechte Hand von Sgt. Matt Baker in Erinnerung sein. 'Earned in Blood' erzählt nämlich im Grunde genommen die Geschichte von 'Road to Hill 30' noch einmal – mit dem Unterschied, dass ihr sie jetzt aus der Perspektive von Red Hartsock verfolgt und Matt Baker, in dessen Rolle ihr noch im ersten Teil geschlüpft wart, nun von der KI gesteuert wird.
Logisch, dass sich 'Brothers in Arms: EiB' auf den ersten Eindruck so anfühlt wie sein erfolgreicher Vorgänger und auch nahezu exakt zu aussieht. Grafik-Engine und Steuerung wurden fast unverändert aus 'Road to Hill 30' übernommen. Wer echte Neuerungen sucht, muss tief unter der auf Hochglanz polierten Oberfläche kratzen. Auf der Habenseite sind neben der neuen Kampagne vor allem einige frische Waffen und Fahrzeuge sowie die zusätzlichen Mehrspieler-Karten zu verbuchen. Die einzig wirklich interessante Neuerung ist die Taktikkarte. Dabei handelt es sich um eine dreidimensionale Überkopf-Ansicht der näheren Spielumgebung, in der neben den eigenen Kameraden auch die Gegner, die bereits erspäht wurden, angezeigt werden. Dem Ziel, taktisch anspruchsvolle Action zu vermitteln, nähert sich Gearbox dadurch insofern an, als dass es damit nun deutlich einfacher ist, den Gegner gezielt auszuflankieren.
Die deutschen Landser gehen in 'Earned in Blood' nämlich deutlich geschickter vor, als es etwa noch in 'Road to Hill 30' der Fall war, und versuchen ihrerseits, euch immer wieder in eine Falle zu locken. Schade nur, dass die Künstliche Intelligenz ausgerechnet in den wichtigen Spielsituationen versagt. Die Gegner nutzen die Levelarchitektur noch viel zu selten als Deckung und sind ein entsprechend leichtes Ziel für unsere Maschinengewehr-Salven. Trotzdem: Das Spiel vermittelte schon in der auf der Games Convention gezeigten Version eine ziemlich starke Atmosphäre. Es kracht und scheppert an allen Enden, die Kameraden rufen uns Kommandos zu und der Schrecken des Krieges ist förmlich spürbar. Hier hat Gearbox definitiv gute Arbeit geleistet.
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