14.02.2011 - Michael Zeis
... was bedeutet, dass ihr keine Charakterklasse wählt, keine Erfahrungspunkte verteilt, keine seltenen Rüstungsteile sammelt und überhaupt jegliche Individualisierung eures Protagonisten unmöglich ist. Ihr seid ein Magier und dürft die Farbe eurer Robe wählen. Des Öfteren findet ihr mehr oder weniger nützliche Waffen, was auch durchaus mal ein M60-Maschinengewehr sein kann, aber das war's dann schon an Optionen. Als Anhänger der Magie liegt euer Schwerpunkt nun mal auf Zaubersprüchen und nicht auf unnötigem Firlefanz. Aber nur Magie? Was zunächst oberflächlich und arg reduziert klingt, spielt sich in der Praxis erstaunlich herausfordernd.
Stellt euch vor, ihr besitzt zur Zubereitung eures Zaubermahls exakt zehn verschiedene Zutaten: Wasser, Feuer, Blitz, Erde, Kälte, Schild, arkane Energie, Leben, sowie Dampf und Eis durch Kombinationen. Wie im echten Leben bedeuten dieselben Zutaten nicht automatisch auch dasselbe Ergebnis. Es kommt auf die Zusammenstellung an, die Mengen und natürlich letztendlich auch darauf, wie ihr euer Meisterwerk serviert. Das bedeutet in Magicka, dass euer in liebevoller Detailarbeit zusammengerührter Zimtzauber nicht nur frontal auf Gegner abgefeuert werden kann, sondern auch kreisförmig um euch herum oder direkt auf euch selbst. Ihr könnt eure Magie durch Tastenhalten auch aufladen und damit noch mehr Schaden anrichten.
Euer imaginärer Zaubertopf bietet Platz für genau fünf Zutaten: Ob ihr jetzt fünf Mal Feuer reinsteckt oder etwas mehr Abwechslung hineinbringt, bleibt vollkommen euch überlassen. Ihr müsst euch nur merken: Je öfter ein Element dabei ist, desto stärker ist es natürlich auch im Resultat vertreten. Doch was bringt es überhaupt, neue Mischungen auszuprobieren? Nehmen wir ein Beispiel: Benutzt ihr nur Feuer, bekommt ihr einen Feuerstrahl. Beschränkt ihr euch auf Erde, bewerft ihr eure Gegner mit Erdklumpen. Vermengt ihr beides, bekommt ihr Feuerbälle. Schnell findet man sich beim Ausprobieren aller möglichen Kombinationen wieder, nur um seine persönlichen Lieblingszauber zu entdecken.
Die große Leistung der Arrowhead Game Studios war es, all diese Komplexität in ein spielerisch motivierendes Gewand zu kleiden. Die Elemente in einem rollenspieltypischen Menü zusammenzuklicken, wäre für das rasante Magicka-Tempo äußerst kontraproduktiv gewesen. Stattdessen wurde der rechte Controller-Stick beziehungsweise wurden acht Tastaturtasten mit den Elementen belegt, die ihr euch sozusagen ″on-the-go″ fix zusammenmischt. Fix, weil alles in Echtzeit abläuft und eure Gegner nicht darauf warten, dass ihr mit eurem Sprüchlein fertig werdet. In der Fähigkeit, im hektischen Geschehen möglichst schnell Zauber zu erstellen, liegt nämlich eine der Herausforderungen des Spiels.
Eine andere liegt darin, auch die zur jeweiligen Situation passende Magie zu wählen. Klar: Geht eure Energie zur Neige, solltet ihr euch heilen. Doch ihr solltet auch logisches Denkvermögen beweisen, wenn bestimmte Feinde manche Angriffe besser wegstecken als andere. Wanken aggressive Baumgestalten auf euch zu, wäre durchaus mal ein kleines Feuerchen angebracht. Steht ihr selbst in Flammen, löscht ihr euch mit einem Wasserspruch. Packt ihr daraufhin den Blitz aus, habt ihr selbst schuld: Wasser und Elektrizität ... ihr versteht.
Ab und an findet ihr kleine Zauberbücher. Diese verraten euch immer eine besondere neue Kombination, die ihr euch komfortablerweise nicht mal merken müsst, sondern per Scrollrad auswählt. Nachbauen müsst ihr diese Sprüche jedoch nach wie vor selbst. Die Scrollradfunktion dient nur als Erinnerungsstütze. Dank der erwähnten Büchlein erfahrt ihr unter anderem, wie ihr gegnerische Magie aufhebt oder eure Mitspieler wiederbelebt - vorausgesetzt, ihr habt welche. weiter...
Als Spieleredakteur bekommt man für das Benutzen abgenudelter Floskeln vom Chef eins auf die Finger. Dennoch wage ich es an dieser Stelle, denn selten hat das von Herstellern viel zu oft zu Unrecht genutzte ″einfach zu lernen, schwer zu meistern″ so gut gepasst wie bei Magicka.
01.04.2011
Konkreter Termin & Preis nun bekannt [1]
03.03.2011
Erweiterung in etwa einem Monat
19.02.2011
Gratis-Soundtrack zum Spiel
Magicka - The Other Side of the Coin DLC Trailer
Entwickler sprechen über den DLC
02.03.2011
Allgemeine Tipps
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Kommentare
Danke @Alamar und @Scherub für die Hinweise. Da hatte ich offensichtlich einen schlechten Tag, was Zahlen angeht.
Der Artikel und der Spieleinfokasten sind inzwischen korrigiert.
Für den Preis einfach ein grandioses Spiel. Sehr viele Anspielungen auf alles mögliche, viele Gags, gesunder Schwierigkeitsgrad und die Zaubervielfalt ist klasse.
Ich gehör zwar zu den wenigen leuten die keine Probs mit Bugs hatten, aber immerhin patchen die das Spiel bald 1x täglich. Was ja auch keine Selbstverständlichkeit ist. ich freu mich auch für die Entwickler das dieses Spiel tatächlich einen gewissen Erfolg hat und nicht als Billigtitel inner VErsenkung verschwindet.
Es sind nur 8 Tasten auf dem Keyboard, Dampf und Eis erhaelt man durch das Kombinieren der entsprechenden Elemente.
Wenn man allein unterwegs ist, kann ich mir gut vorstellen, dass die sogenannten 'Soforttode' sehr frustrierend sein koennen. Allerdings ist das Spiel darauf nicht ausgelegt und im Coop/MP steht ihr je nach Reaktionsgeschwindigkeit eures Partners sehr schnell wieder und seid voll einsatzbereit. Allerdings stirbt man mit mehr Partnern auch oefters, sei es ausversehen oder weil man gerade Spass daran den anderen zu grillen oder auch einfach nur um dessen neu ergatterten Stab zu bekommen. Spassig ist es allemal.
Imho gab es nur eine frustrierende Stelle und das war ein Bosskampf.
Die erwaehnten Zauberbuecher lehren einem 'Magicka', in der Story findet man sie nach und nach, im Challenge-Mode erhaelt man sie von kleinen Gegnern. Zu den Magicka gehoeren neben den bereits genannten Spruechen auch ein Teleport oder ein Meteorregen, nur damit man sich ein besseres Bild davon machen kann. Insgesamt gibt es glaube 21 davon.
Beim Challenge-Mode - welcher im Artikel nicht erwaehnt wurde - handelt es sich uebrigens um einen Arena-artigen Kampf gegen immer staerker werdende Wellen von Gegnern, natuerlich auch mit bis zu vier Mitspielern.
Noch positiv zu erwaehnen ist, dass die Entwickler sehr daran interessiert zu sein scheinen, das Spiel bugfrei zu bekommen, da schon etliche Mini-Patches rausgekommen sind.
@Alamar: Ja und nein, nach dem Tutorial kennt man noch nicht alles. Allerdings hast Du Recht damit, dass die Langzeitmotivation a la CoD/BF/...-MP oder eines Diablos fehlt. Naja, dafuer hat es nur £8 gekostet.
Kleine Korrektur:
Magicka ist USK 16. PEGI offenbar auch. Schockierend
Hab von Magicka nur die Demo gespielt, hatte aber nicht das Gefühl, es hätte großartige Langzeitmotivation - zumindest nicht als SP-Spiel. Nach dem Tutorial kennt man quasi ja schon alles.
Das Spiel, die Ideen und die Fähigkeiten sind sehr gut und einfach genial gemacht, leider ist es so, dass, wenn man erst einmal eine starke Kombination von Zaubern herausgefunden hat, man oftmals nur noch diese verwendet.
Ich hab mittlerweile auch nur noch eine für Strahl, eine für Schwert und eine für Nova. Damit schnetzelt man sich dann das ganze Spiel über durch.