05.11.2010 - André Linken
Wenn man an die Fußballspielserie FIFA und an die Wii-Konsole denkt, huschen einem zwangsläufig solche Gedanken wie „Fuchtelspiel" und „Kinderfußball" durch den Kopf. Zwar ist das etwas überzogen, doch gerade die Bewegungssteuerung von FIFA 10, bei der man zum Ausführen eines Schusses mit der Wiimote wackeln musste, legt solche Assoziationen durchaus nahe. Dieses Image will EA Sports mithilfe von FIFA 11 jedoch loswerden - oder zumindest abschwächen.
Bleiben wir doch gleich bei der im Vorjahr oftmals kritisierten Steuerung. Das Schütteln der Wiimote fühlte sich damals schlicht und einfach deplatziert an, so zugänglich diese Art der Kontrolle auch sein mag. In dieser Hinsicht haben die Entwickler dazugelernt und Aktionen wie Passen und Schießen auf die Knöpfe der Wiimote verlagert. Das gibt euch eine direktere Kontrolle über das Geschehen und fühlt sich vor allem besser an.
Dennoch verliert EA Sports die verschiedenen Zielgruppen nicht aus den Augen. Junge Spieler und Einsteiger dürfen sich bei der sogenannten All-Play-Steuerung auf Pässe, Schüsse und einige Tricks konzentrieren, während die Konsole den Rest übernimmt. Alternativ nehmt ihr den Classic Controller oder den Nunchuck zur Hilfe, um stets selbst Herr über das Geschehen zu sein. Allerdings gestaltet sich das Tricksen mit dem Nunchuck, bei dem ihr dessen Knöpfe teilweise gleichzeitig drücken müsst, etwas unkomfortabel.
Wie dem auch sei: All diesen Änderungen zum Trotz dürft ihr nicht dieselbe taktische Tiefe und denselben Grad an Realismus erwarten wie bei den Versionen für die PS3 oder X360. Einige Feinheiten wurden schlichtweg entfernt und auch die Ballphysik ist auf Nintendos Konsole etwas schwächer. Überhaupt steht letztendlich doch der Arcade-Faktor wieder stärker im Fokus.
Das zeigt sich vor allem an einem Spielmodus, der exklusiv für die Wii integriert wurde: dem Straßenfußball. Im Stil von FIFA Street tretet ihr mit kleinen Teams auf Hinterhofplätzen zu unterhaltsamen Partien an. Hierbei stehen Dynamik und Tricks im Vordergrund. So könnt ihr beispielsweise Mauern als Bande für Doppelpässe missbrauchen oder kurze Spurts an ihnen vollführen. Das alles geht locker von der Hand, ist unkompliziert in Szene gesetzt und lockt immer wieder für eine Partie zwischendurch vor die Konsole.
Abgesehen vom Straßenfußball bietet auch die Wii-Version von FIFA 11 Spielmodi wie Freundschaftsspiele, Turniere und den Manager-Modus, bei dem ihr die Geschicke eines Vereins lenkt - ohne jedoch den Tiefgang eines Fussball Managers 2011 zu erreichen. Es fehlen aber auch einige Elemente, die ihr aus den anderen Next-Gen-Versionen kennen dürftet - wohl als „Ausgleich" für den Straßenfußball.
Allerdings stellt sich dann doch die Frage, an wen genau sich FIFA 11 auf der Wii richtet. Für Hardcore-Kicker gibt es zu wenig Tiefgang, für Einsteiger hingegen ist das Spielgeschehen nicht mehr so arcadelastig wie beim Vorgänger. Das macht sich auch bei der Grafik bemerkbar, die auf der Wii in einer Art Comic-Look daherkommt. Das ist für sich gesehen nicht tragisch, doch besitzen die Charaktermodelle keinen so hohen Wiedererkennungswert wie bei den anderen Versionen. Die Kommentatoren hinterlassen insgesamt einen guten Eindruck, wenn sich auch einige ihrer Plattitüden schnell wiederholen. weiter...
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Kommentare
Verstehe nicht warum man das so kindlich anlegt und nicht als Option einfach einen entsprechenden Modus einbaut. Ging doch bei FIFA 09 oder welches es war auch.