15.10.2010 - André Linken
Dabei fängt es eigentlich gar nicht mal so schlecht an. Die Handlung von Jekyll & Hyde versetzt euch in das London des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Eine mysteriöse Seuche rafft zahlreiche Menschen dahin, nur Kinder bleiben merkwürdigerweise verschont. Der Wissenschaftler Dr. Jekyll sucht krampfhaft nach einem Gegenmittel, stößt dabei in einem verborgenen Tunnelsystem unterhalb der Stadt aber auf weitere Geheimnisse.
Das klingt spannend. Wäre es prinzipiell auch, wenn die Präsentation des Spiels die beklemmende Atmosphäre auch nur ansatzweise einfangen könnte. Macht sie aber nicht. Die Zwischensequenzen sehen alles andere als gut aus und der Stil der sich auf mehreren Ebenen verschiebenden Standbilder ist bestenfalls Geschmackssache. Zudem gibt sich der Protagonist ziemlich hölzern, sodass man nur schwerlich eine emotionale Bindung zu ihm aufbauen kann. Das liegt vor allem an der detailarmen und ziemlich kantig wirkenden Grafik. So mancher Schauplatz wirkt dank guter Licht- und Schatteneffekte noch ganz hübsch, doch insgesamt verbringt ihr den Großteil der Spielzeit in kargen und leblosen Gängen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. Wie soll dabei Atmosphäre aufkommen?
Den einzigen Lichtblick in dieser Hinsicht stellen die meisten Synchronsprecher dar, die sehr gute Arbeit abliefern. Vor allem die Erzählstimme im Hintergrund hat ein besonderes Lob verdient. Letztendlich reicht das jedoch nicht aus, um so etwas wie Spannung aufzubauen.
Das alles könnte man ja noch irgendwie verkraften, wenn denn wenigstens der Rest des Spiels gut gemacht wäre. Die Entwickler bauen zwar einiges an Potenzial auf, verschenken es aber aufgrund der mäßigen Umsetzung wieder. Ein Beispiel: Dr. Jekyll kann sich in Mr. Hyde verwandeln und kann in dessen Gestalt höher springen und kräftig zupacken. Allerdings sind die Stellen für die Verwandlung in den meisten Fällen streng vorgegeben oder sie erfolgt sogar automatisch. Man muss demnach seine grauen Zellen kaum anstrengen, um herauszufinden, wann der beste Zeitpunkt für die Transformation gekommen ist. Zudem sind die meisten Aufgaben ziemlich offensichtlich und gehen nicht über simples Kombinieren von Gegenständen oder Schieberätsel hinaus.
Außerdem muss der Protagonist einige Geschicklichkeitspassagen meistern, indem er klettert oder springt. An sich kein großes Problem, wären da nicht die unpräzise Steuerung sowie die nervige Kamera, die oftmals die Übersicht erschwert. Selbst einfache Hüpfer werden somit zum Glücksspiel. Freies Speichern ist übrigens nicht erlaubt, doch glücklicherweise gibt es genügend Rücksetzpunkte, die zudem gut verteilt wurden. weiter...
20.02.2008
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