09.04.2010 - André Linken
Wann immer eine Portierung eines neuen Animationsfilms für Konsolen erscheint, herrscht beim Großteil der Spieleredakteure eine gehörige Portion Skepsis. Zu oft wurde in der Vergangenheit liebloser Lizenzmüll geboten, der nur selten an die Qualität der Vorlage herankam. Und gerade Drachenzähmen leicht gemacht soll da anders sein? Auf den ersten Blick scheint dies tatsächlich der Fall zu sein, denn die Entwickler von Etranges Libellules bieten einen interessanten Genre-Mix an. Nachdem ihr euch für einen der beiden Charaktere (Hiccup oder Astrid) entschieden habt, landet ihr auf der idyllischen Insel Berk und müsst euch um das Wohlergehen eines Drachen kümmern.
Denn einerseits ist Drachenzähmen leicht gemacht eine Art Pokémon-Spiel, bei dem es darum geht, seinen Drachen zu versorgen, seine Werte aufzupäppeln und ihn für den Kampf zu trainieren. Klingt im ersten Moment ziemlich reizvoll, doch gerade die Versorgung mit Nahrung und der damit verbundene Aufstieg der Werte (z.B. Lebenspunkte, Gemüt etc.) erweist sich auch Dauer als extrem nervig. Ihr stapft stundenlang durch die Wildnis der Insel, um Käfer, Pflanzen und anderes Essbares zu finden. Hin und wieder stoßt ihr auf besondere Rezepte, die bei gezielter Anwendung besonders effektiv die Werte des Drachens steigern. Dennoch ist dieser Part eher notwendiges Übel als Unterhaltung.
Interessanter wird es ab dem Zeitpunkt, da ihr den Drachen zwecks Training erstmals in die Kampfarena schicken dürft. In mehreren Lektionen erlernt ihr Kombo-Attacken und das Spucken von Feuer. Da hierbei von euch sogar stellenweise etwas Taktik gefragt ist, macht das Training überraschenderweise einigen Spaß. Umso erschreckender ist es dann jedoch, dass die eigentlichen Kämpfe, die ihr anschließend in Form von Turnieren austragt, so anspruchslos sind. In den meisten Fällen reicht es locker aus, dass ihr wild auf die Tasten drückt und eurem Kontrahenten zum Abschluss bei Feueratem den Gnadenstoß verpasst. Nur in den seltensten Fällen müsst ihr die im Training erlernten Kombos ausführen - wozu auch, wenn blindes Button-Smashing ausreicht. Anscheinend wurde bewusst eine jüngere Zielgruppe anvisiert.
Dennoch kann man dem Spielgeschehen eine gewisse Motivation nicht absprechen. Denn mit Siegen bei den besagten Turnieren schaltet ihr neue Lektionen frei und könnt bis zu drei weitere Drachen in eurem Trainingscamp aufnehmen. Schon alleine deshalb lässt man die öden Kämpfe lange Zeit über sich ergehen.
Glücklicherweise bietet Drachenzähmen leicht gemacht neben der, nun ja, nennen wir es mal Kampagne, noch andere Spielmodi. So könnt ihr beispielsweise gegen die Drachen eines Freundes antreten oder euch an einen der fünf Minispiele versuchen. Diese machen größtenteils viel Spaß und bieten reichlich Abwechslung. So schlüpft ihr beispielsweise in die Rolle eines Schafshirten oder helft eurem Drachen beim Formen von Eisskulpturen.
Egal für welchen Modus ihr euch entscheidet, die Präsentation von Drachenzähmen leicht gemacht ist durchgehend charmant und stimmig. Zwar schneidet die Wii-Version hinsichtlich der Grafik insgesamt etwas schwächer ab, doch der Stil der Filmvorlage wird prima eingefangen. Selbiges gilt auch für die schöne Musik und die Sprachausgabe, wobei letztere hätte etwas umfangreicher ausfallen dürfen. weiter...
Gerade jüngere Spieler werden mit Drachenzähmen leicht gemacht durchaus ihren Spaß haben, alle anderen sollten es beim Besuch des gleichnamigen Kinofilms belassen.
Drachenzähmen leicht gemacht - Debüt Trailer
Activision widmet sich Drachen-Szenario [0]
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Kommentare
Hm, war der Film echt so gut?
Werde ich den wohl doch noch auf meine Hemvideotheksliste setzen müssen. Ann allem, wo in irgendeiner Form "Drache" draufsteht, komme ich leider immer nur schwer vorbei.
Aber bei solchen CGI/Zeichentrick Geschichten bin ich immer etwas skeptisch...
... und zum Trophy-Hunter befriedigen.
Wobei der Film erstaunlicherweise verdammt gut war :-)
Aber naja was soll man sagen - die typische Film Umsetzung, lieblos, halbherzig, zum Geld verdienen reichts...