24.03.2010 - Andreas Altenheimer
So sieht ein schlechter Tag aus: Ihr kämpft und verliert. Final Fantasy II startet mit einer aussichtslosen Situation, nach der euch nichts weiter übrig bleibt, als eure Wunden zu lecken. Die folgende Geschichte führt euch durch eine sichtlich von einem Science-Fiction-Klassiker inspirierte Rebellen-gegen-Imperium-Saga. Sie ist besser und komplexer als jene in Final Fantasy I, allerdings gleichwohl wenig aufregend verglichen mit den heutigen Genre-Highlights.
Genau wie beim Vorgänger ist das Spieldesign klassisch und für viele Spieler jüngeren Semesters gewöhnungsbedürftig. Die Welt ist sogar noch eine Ecke erbarmungsloser: Wer blind durch die Wälder rennt, der stößt schnell auf Gegner, gegen die er ohne Erfahrung keine Sieges-Chance hat.
Wobei Erfahrung hier das falsche Wort ist: Es gibt keine Charakterlevels und demnach kein gewöhnliches Aufstufungssystem. Wollt ihr beispielsweise an Stärke gewinnen, so müsst ihr während eines Kampfes "nur" so oft wie möglich angreifen und treffen. Eure Lebensenergie- sowie Magiepunkte stockt ihr wiederum auf, indem ihr einen Großteil davon verliert beziehungsweise einsetzt.
Dieses Konzept ist der Hauptgrund, warum Final Fantasy II zu den schlechteren Teilen der Serie gehört. Die Idee dahinter soll euch dazu nötigen, die Konfrontation mit schweren Gegnern zu suchen und so oft wie möglich auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch zu kriechen. Weil dies auf Dauer anstrengend ist, verführt es jedoch eher zum Schummeln.

Sucht euch einen harmlosen Gegner und lasst ihn auf euch einprügeln, bis ihr kaum noch gerade stehen könnt. Tötet dann den Feind und die Chancen auf mehr Trefferpunkte steigen beträchtlich. Andersherum gewinnt ihr rein gar nichts, wenn ihr einen Kampf ohne einen Kratzer verlasst.
Grafik und Sound orientieren sich am PlayStation-Portable-Remake, das audiovisuell ganz klar das bislang beste ist. Optisch gesehen könnten die Animationen etwas schicker sein, dafür werdet ihr musikalisch von gelungenen Arrangements des Original-Soundtracks verwöhnt. Die Steuerung ist mit der iPod/iPhone-Umsetzung des Vorgängers identisch und lässt entsprechend nur wenige Wünsche offen. weiter...
Wenn ihr den Vorgänger durch habt und euch mehr im gleichen Stile wünscht, dann lohnt sich der Kauf.
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