02.03.2010 - Andreas Altenheimer
Nur im Gerichtssaal zu hocken, ist auch für den korrektesten aller Star-Anwälte langweilig: Als Miles Edgeworth löst ihr diesmal fünf brisante Mordfälle direkt vor Ort. Mit Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth durchbricht Capcom ihre eigene Serienformel, denn hier werden am Tatort nicht nur die Beweise gesammelt, sondern gleich Beteiligte und Verdächtige befragt, als ob sie im Zeugenstand ins Kreuzverhör genommen würden.
Ist das neue Ace Attorney also im Prinzip wie eines der alten, nur vor neuer Kulisse? Mitnichten: Erstmals steuert ihr eure Figur nicht aus der Ego-Perspektive, vielmehr lenkt ihr wie in klassischen Point-&-Click-Adventures ein charmant animiertes 2D-Männchen über den Bildschirm. Ihr könnt euch in allen zugänglichen Räumen frei bewegen, allerlei Dinge untersuchen und jede anwesende Person ansprechen oder gar befragen.
Dabei findet ihr nicht nur Gegenstände, die für das Aufklären eines Verbrechens wichtig sind, sondern merkt euch obendrein wichtige Informationen. Beispielsweise fragt ihr euch zu Beginn des ersten Mordfalls, welches Motiv der Killer hatte. Später entdeckt ihr, dass an einem Wandsafe sämtliche Fingerabdrücke verwischt wurden. Kombiniert ihr nun diese Informationen mit der Logic-Funktion, so erhaltet ihr die Annahme, dass der Mörder primär als Dieb unterwegs war.
Die anderen Spielelemente orientieren sich an den Vorgängern der Serie: Immer wieder müsst ihr euch mit Aussagen anderer Personen auseinandersetzen und oftmals einen Widerspruch entlarven. Der einzige Unterschied zu den alten Ace-Attorney-Spielen ist, dass ihr dies eben nicht vor Gericht, sondern direkt in der Nähe des Tatorts versucht.
Am Ende habt ihr eine erstaunlich gut funktionierende Mischung aus altem und neuem Spielgefühl. Investigations erinnert durch das direkte Steuern einer 2D-Spielfigur mehr an klassische Adventures. Die Idee mit dem Kombinieren von Informationen ermöglicht zudem bewährte Rätseltypen, wie das simple Verknüpfen eines an der Wand hängenden Schlüssels mit einer nebenstehenden Tür, um diese dann aufzuschließen.
Gleichzeitig bleibt das Spiel seinen Wurzeln treu, weshalb Fans der Serie kaum Probleme mit den Neuerungen haben sollten. Dies bezieht sich leider auch auf die starre Linearität und die weiterhin nicht optimalen Balance, weswegen sich die Rätsel entweder viel zu offensichtlich oder nur im Trial-&-Error-Verfahren lösen lassen.
Der Handlungsverlauf ist genauso abgedreht wie früher: Das Charakterdesign ist ein Sammelbecken von absichtlich überzogenen Stereotypen, die Dialoge bleiben sehr ausschweifend und die Animationen, speziell wenn ihr einen Lügner enttarnt, sind höchst amüsant. Insgesamt gefällt die Grafik, obwohl Zeichnungen beziehungsweise Animationen bekannter Spielfiguren teilweise eins zu eins übernommen wurden.
Die Musik, normalerweise ein Glanzstück der Serie, fällt dafür etwas ab. Investigations mag zwar kreuzverhörähnliche Situationen darstellen, jedoch ohne die gleiche akustische Dynamik. Echte Ohrwürmer gibt es recht spät zu hören, genauer gesagt erst inmitten des dritten von insgesamt fünf Fällen. weiter...
Capcom hätte sich weiter auf dem alten Konzept ausruhen können, doch das erste Miles-Edgeworth-Abenteuer bietet einige interessante Neuheiten.
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Frisches Material zur DSi-Ermittlung
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Kommentare
Hehe ja der Franzmann hat da sicher mehr Probleme als wir. :p
Wobei Chrono Trigger ja ne französische Übersetzung hatte. Die deutsche Übersetzung hat man sich wohl gespart, weil wir Deutschen es auch in englisch kaufen würden.
Bei Miles Edgeworth fehlt allerdings auch ne frz. Übersetzung - und in den französischen Lagern ist man darüber alles andere als erfreut.
Wie gesagt, ich find's schade, da der Titel ja offenbar mal neue Wege geht.
Mein lieblings Teil bleibt einfach mit Apollo ich hab mich in den Kerl einfach verliebt, die fehlende übersetzung ist zwar schade aber das niveau ist nicht arg hoch und viele wörter wiederholen sich. Dennoch Capcom ist keine 2-Mann Frima ne Fehlende Übersetzung ist genau so dumm wie bei Chrono Trigger ich bin faktisch von beidem enttäuscht so etabliert man keine Marken.
Hm, sieht eigentlich ganz schick aus - wäre da nicht die fehlende Übersetzung. Die Vorgänger haben sich wohl nicht allzu gut verkauft.