29.01.2010 - Hans Schneeweiss
Da hat Sega doch erst vor kurzem Mario und Sonic auf die Pisten geschickt, damit sie bei den Olympischen Winterspielen möglichst viele Medaillen holen. Und schon schiebt der Publisher auch noch - wie bei den Olympischen Spielen von 2008 in Peking - eine Simulation nach. Aber als die ersten Bilder über den Fernseher laufen, denkt man sich: Fehlt da nicht etwas?
Ohne Eröffnungsfeier-Pomp, ohne ein „Willkommen bei den Olympischen Winterspielen!", ohne irgendein Tralala steht da einfach: Vancouver 2010. Mehr nicht. Gut, eigentlich sind Olympische Spiele auf der Konsole ohnehin nur eine Sportspielesammlung. Aber ein bisschen Stimmung - zumindest ein pixeliger Helikopterflug über von oben viel zu kleine Sportstätten - hätte so etwas wie Atmosphäre schaffen können.
Stattdessen steht da ein eiskaltes Menü mit den 14 Disziplinen - 20 sind es bei Marios Spaß-Olympiade. Dabei ist die Ski-Alpin-Abteilung mit Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom etwas dominant. Nach ein paar X-Tasten-Drückern für ein paar kräftige Stockanschieber - gelenkt wird mit dem linken Stick - geht es mit der rechten Trigger-Taste in die Hocke. Etwas ungewohnt ist dabei die recht geschlossene Beinführung. Ein richtiges In-die-Knie-Gehen sieht anders aus.
Beim Zitieren eines Skilehrers ließe sich zwar jetzt wunderbar in den schlüpfrigen Bereich abschwingen. Doch das ersparen wir uns und verweisen auf die Hocke, in der die Athleten in der ORF-Ski-Challenge gratis im Internet flitzen: breite Beinführung und Hintern unten! Dafür kann der namenlose Sega-Athlet in einer engen Kurve mit der linken Trigger-Taste zum Carven bewegt werden.
Mit Ski-Cross der Damen, Snowboard-Cross der Herren und Snowboard-Parallelslalom der Herren machen die Sportarten, bei denen es an Toren vorbei den Berg hinuntergeht, exakt die Hälfte der Wettbewerbe aus. Freestyle-Skispringen der Damen ist die achte Ski-Sportart. Immerhin gleich mit drei Sportarten vertreten ist der Eiskanal: Rodeln, Skeleton und Zweier-Bob. Seltsamerweise sind dabei die Schlitten einfacher auf Kurs zu halten als der riesige, schwere Bob.
Als einen Tribut an Sportspielklassiker kann man die beiden Shorttrack-Wettbewerbe sehen. Denn genauso wie in den 80ern die Joysticks gewürgt werden mussten, muss hier die X-Taste bearbeitet werden. Und trotz der Erholungsphasen gehen die 500 Meter bereits ans Limit. Die 1.500 Meter sind mit einem Daumen nicht zu schaffen. weiter...
Im Spiel selbst wird der Athlet bei einem Frühstart zurückgepfiffen. Das hätte dem Titel wahrscheinlich auch sehr gut getan.
Vancouver 2010 - Abfahrt und Parallel-Riesenslalom Trailer
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Kommentare
Da fand ich Summer;World & Winter Games für den C64 besser.
sehr schlechtes spiel.... gefallt mir überhaupt nicht
Hat wer was anderes erwartet?
Lizenz*10 = schlecht
Herrje, da haben sich ja einige dicke Fehler in den Test eingeschlichen. Habe das Spiel selbst für die Xbox 360 und zumindest in meiner Version gibt es nach jeder Disziplin sehrwohl die Nationalhymne des Gewinners - wenn auch nur in einer "Kurzfassung", so wie bei "Beijing 2008". Und denn 1.500m-Shorttrack finde ich sogar weniger Anstrengend als den 500m. Bei 500m muss man den den Geraden so schnell wie möglich auf die A-Taste hämmern, um an Tempo zu gewinnen - bei 1.500m geht es aber überwiegend darum, die A-Taste im richtigen Rhythmus zu drücken - gehämmert wird erst zum Schluss, beim Sprint. Bedauerlich finde ich allerdings ebenfalls das Fehlen solcher Disziplinen wie Biathlon, Eiskunstlauf oder Curling. Meine Wertung würde dennoch mit 75% deutlich höher liegen als die des Testers...
Da wird so viel Potenzial verschenkt dass es schon traurig ist. Warum keine "echten" Athleten? Warum nicht mal ein Olympia-Modus im offiziellen (!) Spiel? Warum keine Hymnen? Das wirkt so als ob sie es über Nacht zusammenprogrammiert haben und schnell mal ein Spiel raushauen wollten, bis auf die Grafik, die ist gut - der Rest ist einfach schlecht.