Beim Skispringen geht es mehr um eine schnelle Reaktion. Wenn der Überflieger oben auf dem Balken sitzt, muss erst die Windrichtung abgewartet werden. Denn nur leichter Gegenwind garantiert einen weiten Satz. Ist der Zeitpunkt des Ausflugs festgelegt, gilt es noch, den richtigen Moment fürs Abstoßen zu finden, um möglichst viel Energie mitzunehmen. Die Schanze rutschen wir in der Ego-Perspektive hinunter, was mit flatternden Brettern eine gute Vorstellung von dem vermittelt, was unsere Adler in Wirklichkeit erleben. Nähern wir uns dann endlich dem Balken, muss der Punkt der Schanze gefunden werden, von dem aus wir am besten abheben. Und für einen Telemark gilt wieder: rechtzeitig drücken. Das verlangt in der Ego-Perspektive und mit den Skiern im V schon Übung.
Übrigens: In die Ego-Perspektive lässt sich jede Sportart, angefangen bei Ski Alpin bis Skeleton, umschalten. Diese Perspektive ist natürlich Ansichtssache, vermittelt aber einen verdammt intensiven Eindruck. Da vertunnelt sich der Blick bei hohen Geschwindigkeiten, spritzt einem der Schnee ins Gesicht und spürt man die Fliehkräfte in den Kurven. Damit sind wir an dem Sport viel näher dran. Und das sogar ohne Wii. Mit dazu bei trägt sicherlich auch die olympiareife Grafik, welche die Athleten, Sportstätten und Umgebungen mit verschiedenen Effekten und einer astreinen Darstellung in ein wunderschönes Licht taucht.
Und das war es dann auch schon. Sportarten wie Biathlon oder Curling fehlen. Und genauso wie es keine pompöse Eröffnungsfeier, ja, nicht einmal den Hauch einer Olympia-Atmosphäre gibt, werden die Athleten auch nach erfolgreichen Wettbewerben nicht auf dem Treppchen präsentiert, um den sportlichen Sieg über die anderen Nationen gebührend abzufeiern. Bei den Sägezahn-Nationalhymnen von Epyx' Wintergames haben wir in den 80ern immer wieder die Hand stolz auf die Brust gelegt. Und dabei gelacht. An solche Momente werden wir uns mit Segas Vancouver 2010 wohl nicht erinnern können. weiter...
Im Spiel selbst wird der Athlet bei einem Frühstart zurückgepfiffen. Das hätte dem Titel wahrscheinlich auch sehr gut getan.
Vancouver 2010 - Abfahrt und Parallel-Riesenslalom Trailer
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Kommentare
Da fand ich Summer;World & Winter Games für den C64 besser.
sehr schlechtes spiel.... gefallt mir überhaupt nicht
Hat wer was anderes erwartet?
Lizenz*10 = schlecht
Herrje, da haben sich ja einige dicke Fehler in den Test eingeschlichen. Habe das Spiel selbst für die Xbox 360 und zumindest in meiner Version gibt es nach jeder Disziplin sehrwohl die Nationalhymne des Gewinners - wenn auch nur in einer "Kurzfassung", so wie bei "Beijing 2008". Und denn 1.500m-Shorttrack finde ich sogar weniger Anstrengend als den 500m. Bei 500m muss man den den Geraden so schnell wie möglich auf die A-Taste hämmern, um an Tempo zu gewinnen - bei 1.500m geht es aber überwiegend darum, die A-Taste im richtigen Rhythmus zu drücken - gehämmert wird erst zum Schluss, beim Sprint. Bedauerlich finde ich allerdings ebenfalls das Fehlen solcher Disziplinen wie Biathlon, Eiskunstlauf oder Curling. Meine Wertung würde dennoch mit 75% deutlich höher liegen als die des Testers...
Da wird so viel Potenzial verschenkt dass es schon traurig ist. Warum keine "echten" Athleten? Warum nicht mal ein Olympia-Modus im offiziellen (!) Spiel? Warum keine Hymnen? Das wirkt so als ob sie es über Nacht zusammenprogrammiert haben und schnell mal ein Spiel raushauen wollten, bis auf die Grafik, die ist gut - der Rest ist einfach schlecht.