20.01.2010 - André Linken
Fans der Tales of Symphonia-Serie werden beim Anblick des Titels sofort hellhörig. Dawn of the New World? Das klingt nach einem Neuanfang - ist es aber nicht. Vielmehr setzt das Wii-Spiel zwei Jahre nach den Ereignissen des GameCube-Vorgängers an und nimmt einige Handlungsfäden wieder auf. An dieser Stelle wollen wir gar nicht so genau auf eben diese eingehen. So viel sei gesagt: Es warten einige Überraschungen auf euch. Und auch wenn so manches Klischee bedient wird und einige Dialoge zu umfangreich ausfallen, weiß die Geschichte rund um den aufstrebenden Jüngling namens Emil zu gefallen und fesselt euch bis zum Abspann.
Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg, was vor allem am enormen Umfang von Dawn of the New World liegt. Bis ihr auch den letzten Dungeon gesäubert und den letzten Bossgegner bezwungen habt, vergehen gut und gerne 30 Stunden. Allerdings müssen wir an dieser Stelle auch bemängeln, dass es abseits der Haupthandlung recht wenig zu entdecken gibt. Einerseits liegt das - abgesehen von einigen Ausnahmen - am Mangel von Nebenaufgaben, andererseits wurde die aus Rollenspielen dieser Art bekannte Oberwelt stark entschlackt. Ihr reist eigentlich auf der Karte nur von einem Ort zum anderen, ohne in der Zwischenzeit Nennenswertes zu erleben. Das hemmt den Erkundungstrieb ein wenig, fällt aber insgesamt nicht allzu negativ respektive zu stark ins Gewicht.
Das Kernelement bildet wie schon beim Vorgänger das Kampfsystem. Scharmützel gegen eure Feinde laufen prinzipiell in Echtzeit ab, können jedoch pausiert und anderweitig beeinflusst werden. So legt ihr beispielsweise fest, ob eure Party weitestgehend automatisch agiert oder ihr die volle Entscheidungsgewalt behaltet. So löst ihr auf Knopfdruck Angriffe, Kombo-Attacken und Zaubersprüche aus und ergötzt euch an den teilweise recht imposant inszenierten Spezialattacken. Neben menschlichen Charakteren gesellen sich auch Monster zu eurer Gruppe. Diese dürft ihr sogar züchten und mit speziellem Futter zu neuen Fähigkeiten verhelfen. Klingt niedlich und ist ungemein motivierend - ein Hauch von Pokémon & Co. Ist nicht zu verleugnen. Zudem legen die Entwickler großen Wert auf die Darstellung von Emotionen zwischen den einzelnen Charakteren. So mancher Dialog in eurer Party regt zum Nachdenken oder Schmunzeln an.
Die Steuerung ist größtenteils klassisch ausgelegt, so dass Wiimote & Co. hauptsächlich bei einigen Minispiele und Gestenaktionen ihr volles Potenzial entfalten. Überhaupt leistet sich das Team von Namco Tales in technischer Hinsicht kaum grobe Schnitzer. Die Grafik strotzt zwar nicht gerade vor HighEnd-Effekten, bietet aber liebevolle Details und hübsche Schauplätze. Die englische Sprachausgabe ist ebenfalls gut gelungen, während die deutschen Untertitel nicht immer eine glückliche Figur abgegeben. Verschenktes Potenzial offenbart hingegen der an sich spaßige Mehrspieler-Modus. Bis zu vier Spieler können gleichzeitig an dem Abenteuer teilhaben - allerdings nur bei den Kämpfen. Und auch dann nur, wenn genügend menschliche Charaktere in der Gruppe vorhanden sind, da Monster nicht kontrolliert werden können. Das schränkt den Spielspaß in der Gruppe dummerweise etwas ein. weiter...
Dawn of the New World erfindet das Rollenspiel-Rad definitiv nicht neu, ist jedoch ein stimmiges RPG.
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