Hexen, Haare, Pistolenstilettos, Domina ... klingt ziemlich abgedreht. Bayonetta abgedreht zu nennen, wäre allerdings glatt untertrieben. Was hier auf dem Bildschirm abgeht, lässt sich am ehesten als ein Gaga-Drogentrip eines japanischen Comic-Nerds während eines missglückten Discobesuchs beschreiben. Die schräge Welt des Spiels spottet jeder Beschreibung, schwankt stattdessen wild zwischen Mafia, Gaga-Universum, Fantasy-Epos, B-Movie-Trash und Manga mit eine Prise Asia-Gothic-Design und vor allem vielen kitschigen Religionsmotiven.
Die Hexe tritt nämlich meist gegen Engelsgestalten an, wobei sich euch sogar bissige Engelshunde und fliegende pausbackige Flügelkinderköpfe in den Weg stellen. Bildschirmfüllende Zwischenbosse gibt es natürlich auch. Nur verputzt Bayonetta solche himmlische Gesellen trotz ihrer Wespentaille locker zum Frühstück. Fordernder sind da schon Duelle gegen haushohe Monster wie etwa zweiköpfige Drachen, Riesenschlangen oder Flugschiffe.
Eine besonders hartnäckige Gegnerin stellt allerdings eine kühle Blondine dar, die genau dieselben Moves draufhat wie Bayonetta. Um wen es sich hierbei handelt, wollen wir euch nicht verraten. Allerdings ist die Hintergrundgeschichte von Segas Fantasy-Action ohnehin schwierig zu verstehen. Bayonetta wurde vor 20 Jahren aus einem im See versenkten Sarg befreit und hat das Gedächtnis verloren. Was es mit der recht komplexen Mythologie der Geschichte auf sich hat, entfaltet sich erst nach und nach. Genauso schräg wie die sonstige Action fallen auch die Zwischensequenzen aus, die nicht nur zahlreich sind, sondern auch von atemberaubenden Filmchen in bester Actionfilmmanier bis zu nebulösen Dialogen in skurriler Standbildästhetik reichen.
Wie schon erwähnt bedient sich Bayonetta kräftig bei Devil May Cry. Vor allem der aktuelle vierte Teil wird häufig zitiert. Selbst das Engelsthema und der Kampf zwischen Himmel und Hölle erinnern schwer an Dantes letztes Abenteuer. Aber auch Szenen wie eine europäische Küstenstadt, eine Art Freizeitpark oder das Auftauchen eines Doppelgängers kommen einem verdächtig bekannt vor. Während Bayonetta mit dem Kampfsystem auftrumpft, punktet die Konkurrenz mit dem etwas spannenderen Leveldesign. Das Hexenepos ist nämlich noch geradliniger und hat eine noch geringere Rätseldichte als die Konkurrenz. Vom Umfang her fällt Segas Actionausflug etwas kurz aus: Ihr braucht bis zum Abspann sechs bis acht Stunden, danach lockt das Freischalten zahlreicher weiterer Extras inklusive sexy Outfits zum mehrmaligen Durchspielen.
Schon Devil May Cry 4 sah gut aus, die Optik von Bayonetta übertrumpft diese aber ohne Schwierigkeiten. In seinen besten Momenten sieht der Actiontitel atemberaubend gut aus. Knackige Texturen, verschwenderische Interieurs und fulminant eingesetzte Spezialeffekte verwöhnen das Auge. Gerade in den Kämpfen explodiert der Bildschirm förmlich. Ein besonderes Highlight sind aber die Charaktere, die enorm detailliert ausgefallen sind und wunderbar animiert wurden - allen voran natürlich die Heldin des Spiels. Bei der ganzen visuellen Opulenz wollen wir allerdings nicht verschweigen, dass manchmal unschönes Tearing, vereinzelte Matschtexturen und häufige Slowdowns den Gesamteindruck ein wenig trüben. Des Weiteren sind einige der 15 Kapitel visuell seltsam schwach, zum Beispiel eine öde Felsenhöhle.
Immerhin wird euch nie langweilig: Ständig wechselt das Geschehen zwischen fetzigen Kämpfen, spektakulären Bossfights, coolen Zwischensequenzen, Minispielen, (eher seltenen) Quick-Time-Events, einer Hüpf-Herausforderung, einem kleinen Rätsel, einem beherzten Wandlauf oder beispielsweise der Flucht vor einer Lavaflut und einem Flug durch die Lüfte. Dagegen ist es doch recht gewöhnungsbedürftig, bei der ganzen Action den Überblick zu behalten. Nicht selten arten die Kämpfe nämlich in chaotische Hektik aus und so mancher feindliche Treffer geht auf die Kappe der nicht immer optimalen Perspektivenführung.
Fast noch abgedrehter als die Action und die Inszenierung fällt die Musikuntermalung aus. Hier kann man allerdings nur sagen: zu viel des Guten. Die Melodien mit ihrem kruden Mix aus Kirchenchor, Jazz, Rockgedudel und Japano-Pop hat Kopfschmerzpotenzial. Die Soundeffekte und die englische Sprachausgabe gehen jedoch in Ordnung, die Bildschirmtexte wurden leider unvollständig ins Deutsche übersetzt. weiter...
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Kommentare
meiner meinung nach hat das spiel einige der geilsten tracks überhaupt, den drang nach kopfschmerztabletten kann ich da nich verstehen :]
...noch immer frage ich mich...was zur hölle macht die da auf dem einen Bild mit dem Dämon?! (Bild 6)
PS3 vs 360
Hier ein Vergleichsvideo
www.youtube.com/watch?v=H29WwyM9t0E
Grafisch seh ich absolut keinen Unterschied außer der Heligkeit (dafür gibts ein TV Menü
Über Ladezeiten am Levelbeginn, lässt sich natürlich streiten. Imho kanns ruhig ein bissi länger dauern, wenn ich dafür auf das laute DVD Laufwerk der Xbox verzichten kann.
hey demoness schau mal hier dieses video an und halte genau bei 18 sec an, dann siehst du genau den unterschied.
http://www.youtube.com/watch?v=KjDtVexATKE
tiefere auflösung, verwaschene texturen, mehr und schlimmere slowdowns und natürlich die längeren ladezeiten. da man das game auf der 360 installieren kann kann den lärm vorteil der ps3 vergessen.
Stimmt mit NXE sind die zeiten von Flugzeugtriebwerk und co vorbei.
Bei meiner neuen 360 installiere ich die Spiele immer und die ist dann genauso leise wie meine 120GB PS3 Slim.
aha... na dann bin ich vielleicht nicht so heikel was das angeht, da ich von ladezeiten in den levels eigentlich nichts/kaum (alles unter 1sec. - wimpernschlag) etwas gemerkt habe. wie gesagt, mir ist ne leise konsole lieber :-) aber jedem das seine.
Den Unterschied merkst du auch erst wenn du beide Versionen miteinander vergleichst. Der Spielfluss ist einfach schneller beim X360. Die längeren ladezeiten sind nciht nur am Levelbeginn sondern auch wenn du zB einen Storyrelevanten gegenstand aufnimmst.
Was gibts an der PS3 Version auszusetzen? Hab keine Probleme damit
)
Hier ein Vergleichsvideo
www.youtube.com/watch?v=H29WwyM9t0E
Grafisch seh ich absolut keinen Unterschied außer der Heligkeit (dafür gibts ein TV Menü
Über Ladezeiten am Levelbeginn, lässt sich natürlich streiten. Imho kanns ruhig ein bissi länger dauern, wenn ich dafür auf das laute DVD Laufwerk der Xbox verzichten kann.
Fies von Sega euch nur die bessere Version zukommen zulassen. Ihr solltet aber dann auch angeben, dass die Wertung nur für die 360 gilt und nciht für die PS3, da diese ja nicht getestet wurde. Ich habe mir aufgrund mangelnder Reviews die falsche Version zugelegt.
besorgt.
Sega liess uns nur eine X360-Testversion zukommen.
Seltsam ist am test auch, dass nicht auf die Unterschiede zwischen PS3 und X-Box Verison eingegangen wird. Die meisten zeitschriften haben die X-Box Version wesentlich besser bewertet und das ist auch gerechtfertigt. Ich habe mein PS3 Game verkauft und mir dann das Game für die 360
besorgt.
genauso gings mir persönlich auch. Etwas "too much" imo.
Viele Grüße,
Jens
Naja, wenn ich mir andere Spiele anschaue, dann sehen solche Screenshots schon so aus, als ob das Spiel toll ist, was es dann ja auch meistens ist. Aber die bilder sehen schon iwie komisch aus....einfach zu japanisch, wie RAZOR auch schon geschrieben hat.
genauso gings mir persönlich auch. Etwas "too much" imo.
Viele Grüße,
Jens
Wie meinst du das?
genauso gings mir persönlich auch. Etwas "too much" imo.
Viele Grüße,
Jens
Ja, kann ich mir denken, schon wenn man sich die Bilder hier anschaut, das sieht nicht gerade besonders spannend aus.
Hallo,
genauso gings mir persönlich auch. Etwas "too much" imo.
Viele Grüße,
Jens