01.12.2009 - Juergen Siegordner
Als „Presidente" einer korrupten karibischen Bananenrepublik dürft ihr euer Inselreich zu Ansehen, Wohlstand und Reichtum führen. Wobei es im Zweifelsfalle auch genügt, wenn das eigene Schweizer Bankkonto gut gefüllt wird - das Wohlergehen der Bevölkerung steht klar an zweiter Stelle. So könnt ihr beispielsweise mit einem „Sondererlass für Baugenehmigungen" dafür sorgen, dass zehn Prozent aller Umsätze von Bauaktivitäten direkt auf das persönliche Konto des Präsidenten fließen.
Unter der intellektuellen Oberschicht im Lande sorgt derlei Geschäftsgebaren natürlich für wenig Freude. Also seid ihr gut beraten, der Intelligenzija in der nächsten Präsidentenrede ein wenig zu schmeicheln und ihr großzügige Vorteile zu versprechen. Andernfalls kann es passieren, dass die Uni-Dozenten streiken und „El Presidente" dringend benötigte akademische Arbeitskräfte teuer aus dem Ausland einkaufen muss. Was natürlich dem Schweizer Bankkonto nicht gut bekommt.
Schon an diesem Beispiel sehr ihr: Tropico 3 ist, wie seine Vorgänger, eine komplexe Wirtschaftssimulation mit Hang zum Mikromanagement. Wer jedoch angesichts der humorvollen Bananenrepublik-Thematik glaubt, hier leichte Kost vorzufinden, wird schnell eines Besseren belehrt: Wie in einer Planwirtschaft üblich muss der Spieler seine Inselwirtschaft stets in guter Balance halten. Das Sägewerk hat nicht genug Arbeiter? Dann erhöhen wir die Löhne. Die Hafenarbeiter streiken? Dafür haben wir einen Polizeiapparat, der effektiv durchgreift. Die Bibelfans unter den Inselbewohnern fühlen sich spirituell vernachlässigt? Schnell eine neue Kirche bauen!
All das kostet natürlich Geld. Wer jedes kleine Problem sofort mit einem Mammut-Bauprojekt beantwortet, wird seine Republik schnell in die roten Zahlen führen - und dann geht nichts mehr. Also heißt es: vorsichtig investieren, behutsam austarieren, mit kleinen Schritten die Inselwirtschaft in Schwung bringen. In dieser Hinsicht ähnelt Tropico 3 sehr stark Wirtschaftssimulationen wie SimCity und weniger klassisch expansionsorientierten Aufbau- und Ressourcen-Sammelspielen nach Anno-Manier. weiter...
Wer die Vorgänger mochte und keine spektakulären Neuerungen erwartet, kann bedenkenlos zugreifen. Zumal die hohen Systemanforderungen für PC wegfallen.
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Kommentare
wenn man die grafik der pc version auf xbox360 niveau runterdreht, kann man aber wirklich nicht mehr von "irrsinnig hohe Systemanforderungen" sprechen.
Also bei meinem Kumpel läuft das Spiel auf einem E8400 Dualcore und einer GTX260 in Full HD nahezu perfekt. Wegen der besseren Steuerung und der besseren Grafik würde ich allemal zur PC-Version greifen.