27.11.2009 - David Stöckli
Zwillinge haben es ja nicht leicht: Ständig werden sie verwechselt, müssen dieselben bescheuerten Klamotten anziehen und werden von allen Leuten getriezt. Die Klonkrieger X1 und X2 galten einst als Elitekämpfer des Imperiums, doch bald erkennt der jüngere der beiden, dass die Rebellen doch die bessere Seite vertreten. Sein älterer Bruder bleibt dagegen lieber beim Imperium und schon wird der Krieg der Sterne für die beiden X-Brüder noch persönlicher. Ihr übernehmt natürlich die Steuerung über X2 und begleitet ihn durch einen eher kurzen Karrieremodus. Zwischen den Einsätzen wird die Handlung mittels neuer Dialoge und Szenen aus den Star-Wars-Filmen weitergesponnen.
Leider ist die Hintergrundgeschichte bereits das spannendste an der Kampagne. Die Levels sind viel zu routiniert gestaltet, es fehlt insgesamt an Esprit, neuen Ideen und einem erkennbaren Spannungsbogen. Ihr ballert euch eher lustlos durch Missionen, die sich viel zu ähnlich anfühlen - mit sich wiederholenden Aufgaben und zu wenig spielerischer Abwechslung. Gerade wer einen früheren Battlefront-Titel schon mal gespielt hat, bekommt im Grunde nichts Aufregendes geboten. Hinzu kommt, dass das Leveldesign der einzelnen Areale eher schlicht ausfällt - diesbezüglich haben frühere Episoden mehr punkten können.
Um fair zu sein: Natürlich ist die Solokampagne eigentlich nicht das Herzstück eines Battlefront-Spiels. Vielmehr ist der Mehrspielermodus das Maß der Dinge. Kein Wunder, ist die Serie doch seit Beginn im Grunde ein frecher Klon des Mehrspielerhits Battlefield mit dem Krieg-der-Sterne-Bonus. Gerade hier kommt es dem Titel zugute, dass die Steuerung recht simpel gehalten ist. Ihr ballert aus der Third-Person-Ansicht auf die Gegner und braust ohne lange Eingewöhnungszeit mit einem Boden- oder Luftfahrzeug durch die Gegend. So verlagert sich der Kampf wortwörtlich im fliegenden Wechsel von Bodengefechten zu Flugduellen. Bis zu sechzehn Spieler dürfen online gegeneinander antreten. Allerdings trafen wir während unserer Testspiele kaum andere Sternenkrieger, und dann waren die WLAN-Runden auch noch Lag-anfällig.
Kämpfe am Boden und in der Luft - ihr wollt aber noch höher hinaus? Kein Problem: An Bord eines Fliegers dürft ihr sogar die Planetenoberfläche verlassen und jederzeit im Weltraum auf Sternenzerstörerjagd gehen. Die umgekehrte Richtung ist natürlich ebenfalls kein Problem. Solche Verfolgungsjagden über drei Sphären hinweg machen durchaus Laune, auch wenn sich der Reiz nach einiger Zeit ein wenig abnutzt. Was im Mehrspielermodus überzeugt, leidet in Einzelspielerpartien an der üblen KI: Es kommt halt wenig Spaß auf, wenn ihr herumtuckernde Flieger abschießen wollt und diese ohne Not unmotiviert nach einigen Manöverschleifen einfach abstürzen. Oder wenn feindliche Soldaten lieber die hässlich texturierte Wand anstarren, anstatt euch und eure Laserschüsse zur Kenntnis zu nehmen. In allen Spielmodi sorgt das übertriebene Auto-Aiming bei erfahrenen Handheld-Shooter-Spielern für zu wenig Herausforderung.
Die größte Neuerung in Star Wars Battlefront: Elite Squadron sind die veränderbaren Ausrüstungspacks. Ihr wählt zwar wie gehabt eine der Charakterklassen (Pilot, Scharfschütze, normaler Soldat, schwerer Soldat und Angriffssoldat), deren Ausrüstung dürft ihr jedoch frei zusammenstellen. Damit gehen diverse Upgrades einher, die ihr sowohl in der Kampagne als auch in Mehrspielerrunden freischaltet. Eine eigentlich gute Idee, die jedoch in der Kampagne zu wenig beachtet wurde. Dasselbe gilt für die Möglichkeit, nach guten Leistungen kurzzeitig in die Haut eines besonders starken Star-Wars-Promis zu schlüpfen. Die Kampagne fällt übrigens ziemlich kurz aus, dafür gibt es einen zusätzlichen Galaxies-Modus, in dem ihr wie in einigen früheren Episoden strategisch einzelne Planeten besetzt.
Auch technisch setzt das neue Battlefront auf PSP zu keinem Höhenflug an: Die Anzahl an Figuren und Fortbewegungsmitteln sowie die Weitsicht sind ordentlich, dafür müsst ihr arg hässliche Matschtexturen, akute Detailarmut, sehr eckige Modelle und eine niedrige Framerate ertragen. Die Entwickler haben die Zeit zwischen dem Vorgänger und der neuen Episode augenscheinlich nicht für die Überarbeitung der Grafik-Engine genutzt. Der typische Star-Wars-Sound gibt sich hingegen keine Blöße. weiter...
Die bekannte Spielmechanik wurde einmal mehr aufgewärmt, ohne dabei auch nur im Geringsten Jedi-Kräfte zu verbrauchen.
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Kommentare
Schade, das ging schon mal besser.