24.11.2009 - Matthias Lanwehr
Haken wir den abgefahrenen Teil einfach ganz schnell ab: Nachdem eure wahlweise weibliche oder männliche Spielfigur per Boot auf der Waffelinsel angekommen ist, wird es ziemlich esoterisch: Der Göttinnenbaum ist durch mieses Agrarmanagement ziemlich im Eimer und zieht damit die Produktivität von Feldern und Getier gleich mal gehörig mit runter. Also braucht es einen gar heldenhaften Bauernlehrling, der die zerbombte Struktur von Flora und Fauna wieder auf Vordermann bringt.
Natürlich will auch das andere Geschlecht ein wenig beachtet werden, was bei Baum der Stille noch einen zusätzlichen Reiz als nur traute Zweisamkeit hat: Um den kaputten Baum wieder einigermaßen herzurichten, braucht ihr bei effizientem Management ungefähr drei Spieljahre. Im Vergleich zu anderen Harvest-Moon-Teilen erscheint diese Zeitspanne recht kurz, doch wenn ihr im Verlauf der Geschichte geheiratet und ein wenig mit eurem Partner gekuschelt habt, könnt ihr nach dem Finale als eure Tochter beziehungsweise euer Sohn ein Endlosspiel beginnen.
Doch bis es so weit kommt, müsst ihr euch ordentlich reinhängen, um Geld für Geschenke an die Liebsten und Ausflüge mit ihnen zusammenzukratzen. Zum Glück steht euch ein ganzer Bauernhof zur Verfügung, auf dem ihr ganz in der Tradition von Harvest Moon fast schon von Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung erschlagen werdet. Sei es das Scheren von Schafen, durch die Pampa reiten oder die Weiterverarbeitung von Bioprodukten: Solange eure Ideen etwas mit dem Leben eines Bauern zu tun haben, werdet ihr eine Möglichkeit finden, sie auf der Wii auszuleben. Die Erzeugnisse des Bauernhofs verkauft ihr in der nahe liegenden Stadt, um damit neue Tiere, Landwirtschaftsmaschinen oder Pralinen für die Herzensdame zu finanzieren.
Einzig das Stamina der Spielfigur könnte euch einen Strich durch die Rechnung machen, da jede Handlung Ausdauer verbraucht und diese nur mit einer ordentlichen Portion Schlaf wieder hergestellt wird.
Baum der Stille ist ein klassischer Vertreter der Harvest-Moon-Reihe. Zum Teil sogar so klassisch, dass es bis auf die Qualität der Grafik keinen Anhaltspunkt gibt, dass tatsächlich zehn Jahre seit der ersten Version vergangen sind. Sowohl die Kamerawinkel als auch die Aktionsmöglichkeiten sind exakt wie in den Vorgängern, wenn man mal von mehr Tieren und ein paar Verbesserungen im Detail absieht. Die Steuerung mit der Wii-Fernbedienung würde theoretisch angepasste Bewegungen erlauben, doch leider können 99 Prozent der Aufgaben mit immer derselben Bewegung erledigt werden - da hätte mehr Potenzial drin gesteckt.
Wenn es ein wenig in den Gehörgängen schmerzt, dann liegt es wahrscheinlich an der ziemlich öden akustischen Untermalung der Action auf dem Bauernhof. Trotz hohen Nostalgiefaktors wäre es zum Zehnjährigen sehr lobenswert gewesen, die alteingesessenen Geräusche ein wenig zu überarbeiten oder ganz auszutauschen. Die Musik haut zwar nicht vom Hocker, passt aber gut zum gemütlichen Leben auf dem Land. Grafisch ist Baum der Stille ein grundsolider Titel ohne viele Spielereien, die vom Wesentlichen ablenken könnten. weiter...
Ihr bekommt genau das, was ihr erwartet: Kühe füttern, Tomaten ernten, Freundin klarmachen - und leider so gut wie nichts Neues.
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Kommentare
So sieht's aus ... und die Spin-Offs, wie Rune Factory, sind auch nicht das Wahre. Aber immerhin versuchen sie mal was neues reinzubringen.
Also so langsam ist die Reihe festgafhren, scheint es mir. Ist im Prinzip nix neues seit der Version damals aufm SNES...
Der Zenit ist hier wohl schon überschritten.