16.11.2009 - Stephan Fassmer
Die Geschichte beginnt eher unspektakulär und etwas wirr. Der fiese Pirat Green Beard steckt mit der Vooju-Zauberin Zimbi unter einer Decke, um die Herrschaft im Piratenreich an sich zu reißen. Diese hat aber noch viel fiesere und weiter reichende Pläne, wie wir im Laufe des Abenteuers erfahren. Die schöne Spionin des amtierenden Piratenkönigs Flint, Jane Starling, der etwas tumbe Smutje Blue Belly und der Vooju-Priester Papa Doc, der mal mit Zimbi verheiratet war, geraten dabei in die Schusslinie und werden dank Papa Docs Vooju-Künsten zwar nicht getötet, aber von ihren Körpern getrennt. Als Geister gehen sie nun daran, ihre fleischlichen Hüllen wiederzubekommen und die Verschwörung zu verhindern.
Die Geschichte wird in drei Kapiteln erzählt, wobei das letzte tatsächlich nur das relativ kurze Finale ist. Im ersten Kapitel geht es in erster Linie darum, die Körper der drei Geisterprotagonisten wiederzubeschaffen und zu beleben, im zweiten dann um drei verschiedene Missionen, die mehr oder weniger im Zusammenhang mit der Verschwörung stehen. Das klingt vage? Kein Wunder, denn die Geschichte ist unglaublich kompliziert und wird letztendlich nur im Intro und den Zwischensequenzen erzählt. Während des eigentlichen Spiels werdet ihr euch das eine oder andere Mal fragen, warum ihr eigentlich tut, was ihr gerade tut. Die Verbindung von Geschichte und Spielgeschehen ist irgendwo zwischen „nicht vorhanden" und „an den Haaren herbeigezogen" anzusiedeln.
Etwas weniger Geschichte hätte dem Spiel wesentlich besser getan, dann wäre vielleicht auch etwas mehr Zeit gewesen, sich auf die Charaktere zu konzentrieren. Denn die Grundidee dreier durch ihre Geistergestalt gehandicapter Protagonisten, die parallel spielbar sind und die sich durch ihre geistige Verbindung gegenseitig unterstützen können, birgt ja durchaus einiges an Potenzial. Zum einen arbeiten alle drei das ganze Spiel strikt getrennt voneinander an auch noch ziemlich linear aufgebauten Aufgaben. Zum anderen kommt auch die gegenseitige Hilfe durch die geistige Verbindung zu kurz. Nur selten müssen sich die drei mit Informationen zu Problemlösungen aus der Patsche helfen.
Vielleicht wäre das ja noch zu verkraften gewesen, wenn wenigstens der Humor stimmen würde. Tut er aber leider nicht. Zwar gibt es durchaus einige Situationen, die euch schmunzeln lassen, im Großen und Ganzen sind Gags oder spritzige Dialoge aber Mangelware. Das liegt nicht daran, das Bill Tiller es komplett vermieden hat, ständig witzige Querverweise zu Monkey Island zu produzieren - das war sicher eine richtige Entscheidung. Da aber die Motivationen der drei Hauptcharaktere aufgrund der wirren Geschichte häufig im Dunkeln bleiben und sie keinen gemeinsamen Antrieb haben, wird aus den unterschiedlichen Persönlichkeiten viel zu wenig herausgeholt. Der Humor erschöpft sich dadurch in Banalitäten oder dem einen oder anderen witzigen Kommentar. weiter...
Das Spiel verschenkt so viel Potenzial, dass es fast schon wehtut.
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Kommentare
wieso vergleichst du bitte diese beiden miteinander oO
Finds genial wie "gut" das spiel ist und Fairytail Fights nicht, obwohl sich die beiden kaum vom Schlechtigkeitgrad unterscheiden. Ich glaub die Seite kommt auch irgendwie in er Wertung vor.
Wenn das Spiel so eine Enttäuschung ist, wieso bekommt es dann dennoch 75%? Warum nicht mal 50 oder 30 oder fangen Wertungen generell erst bei 60+ an?
wirklich schade, dabei hatte ich anfangs so viel gutes gehört und auch die Previews haben sich prima gelesen
Schade, kommen aber eh einige Adventures raus in nächster Zeit.