11.11.2009 - Juergen Siegordner
... ein Märchendorf, in dem viele wackere Helden wohnten. Es gab dort große Abenteurer, wie das tapfere Schneiderlein, die von den Massen verehrt wurden wie Popstars. Aber auch solche, die im Laufe der Zeit etwas in Vergessenheit geraten waren. Zum Beispiel Rotkäppchen, Schneewittchen, der Bohnenranken-Hans oder der nackte Kaiser. Wie im echten Star-Leben ist eben nur derjenige hip und angesagt, der auch im Mittelpunkt des Interesses steht. Im Spiel heißt das für euch: Um die Märchenpromis aus der Versenkung zu holen, müsst ihr möglichst heroische Aktionen starten. Und was bietet sich da mehr an, als Prinzessinnen zu retten, Schätze zu finden und andere große Abenteuer zu bestehen?
Entsprechend sehen eure Aufträge dann auch tatsächlich aus. Allerdings sind sie nur Alibi für eine riesige Splatter-Orgie, die entfernt an klassische, zur Seite scrollende Prügelspiele erinnert. Wenn man das so hört, sollte man davon ausgehen, dass eigentlich ein recht spaßiges Spielchen dabei herauskommt, oder? In der Realität sieht das leider ganz anders aus, Fairytail Fights versagt bei vielen essenziellen Dingen. Da wäre - und das fällt von der ersten Spielminute an auf - die wirklich vollkommen verkorkste Kameraführung. Dass man die Kameraposition nicht selbst verstellen kann, wäre ja vielleicht noch zu verschmerzen.
Allerdings hat sie auch die üble Angewohnheit, vom Geschehen immer wieder viel zu weit wegzuzoomen. Im Märchendorf, das wohl eigentlich auch als eine Art Menü fungieren soll, müsst ihr euren Charakter manchmal regelrecht suchen, so weit fährt die Kamera weg. Als wäre die Verwirrung durch die halb versteckten Menüpunkte nicht so schon groß genug. Wenn ihr diese ersten Hürden überwunden habt, beginnt das nächste Debakel. Während der Kämpfe steuert ihr mit dem linken Control-Stick und schlagt mit dem rechten zu, indem ihr ihn in Richtung Feind drückt. Das war's! Punkt. Und keine Möglichkeit, die Misere mithilfe der Optionen zu beenden.
Warum man sich dieses Prinzip anstatt einer vernünftigen Knopfbelegung ausgedacht hat, ist uns schlichtweg ein Rätsel. Doch wie schon bei der Kameraführung kommt es auch im Resort Steuerung noch schlimmer. Denn es ist kein wirkliches Muster auszumachen. Stellt ihr euch neben einen Gegner und bewegt wild den rechten Control-Stick, so wird jener angegriffen. Mehr Kontrolle habt ihr nicht; wann welche Schlag-Kombo ausgelöst wird, erschien uns manchmal purer Zufall. Um der spielerischen Sinnlosigkeit die Krone aufzusetzen, könnt ihr nicht sterben. Ja, ihr habt richtig gehört: Unendliche Leben rauben zusätzlich zur stumpfsinnig eintönigen Bedienung jegliche Herausforderung.
So schnetzelt ihr euch durch verschiedene Szenarien und bezwingt Bossgegner, die wie „vermonsterte" Märchencharaktere aussehen. Da ihr nach jedem Ableben von Neuem ins Spielgeschehen geworfen werdet, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der mächtigste Endgegner fällt. Sogar ob ihr eine der vielen Waffen verwendet oder nicht, ist relativ schnurz. Wirklich traurig ... Versteht uns dabei nicht falsch. Gehirn abschalten und sich sinnfrei durch Gegnerhorden zu metzeln, kann durchaus reizvoll sein, aber etwas Herausforderung und (Kampf-)Stil sollten bitte schon dabei sein.
Wenn wir die Präsentation betrachten, finden wir viel Blut, das dick wie Honig erscheint, und darunter durchschnittliche Bilder, bei denen der Mix aus 2D und 3D nicht immer zusammenpassen will. Ein Eindruck, der durch die fast ständig herumschwenkende Kamera verstärkt wird. Die musikalische Begleitung ist so unaufdringlich, dass sie schon fast in der Bedeutungslosigkeit versinkt, die Soundeffekte sind ebenfalls nicht viel aufregender. Wir hätten uns unter Fairytail Fights eine Mischung aus Lady Sia, Ghost 'n Goblins, Streets of Rage und Resident Evil vorstellen können, in Szene gesetzt mit den Grimmschen Märchenfiguren. Wäre das nicht cool gewesen? Das Problem dabei ist, dass Fairytail Fights leider so gut wie nichts von all dem zu bieten hat. weiter...
Vom kompletten Spieldesign her ist Fairytale Fights ein eher schwacher Titel. Bitte nicht mehr investieren als einmal ausleihen!
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Kommentare
lol kann dir nur zustimmen, mir geht's genau gleich
Hi!
@Dark_Prince: *lol* =)
@Baerenbruder: Guck mal bitte auf den Multiplayer-Balken im Wertungskasten. Da fehlen nur zwei Striche, das sind ungefähr 70-75%. Allerdings konnte das die Gesamtwertung auch nicht wirklich heben.
cheers!
Also ich teile normalerweise viele Wertungen mit gameswelt, diese Wertung kann ich zum ersten mal nicht teilen...Es sind sehr viele lustige und auch spaßbringende Ideen dabei. Außerdem bietet der Trophäenmodus wieder einiges an Zielen, die es zu erledigen gilt.


Das Menü ist im Handbuch sehr deutlich und einfach erklärt und mit einem schnellen Blick ist sofort erkennbar wo was zu finden ist.
Die Kameraführung ist meiner Meinung nach völlig in Ordnung , bis auf ein paar kleine Schwächen, wenn man sich nach vorne in Richtung " aus dem Fernseher heraus" bewegt.
Die Steuerung ist zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch nicht so verherrend wie es hier dargestellt wird.
Das Spiel mit einem Freund zusammen im Koop durchzuspielen macht sehr viel Spaß und bietet durch den Trophäen Modus einiges an Anreizen...
Ich bin ehrlich wenn ich es alleine spielen würde, ist es nicht gerade der Renner, im Sinne von Langzeit Motivation und Spielspaß. Dennoch rate ich jedem dazu es sich wenigstens mal auszuleihen, sich einen Freund zu schnappen der etwas Spaß versteht und selbst zu schauen...
Fazit: Ich würde für das Spiel im Koop eine Wertung um die 70 herum ergreifen, und für den Singleplayer alleine eine Wertung von rund 55
Fehlkauf
MM sind die Besten
Hab persönlich etwas im Stil von Castle Crashers gehofft. Schad'.
war mein 1. und hoffendlich letzter fehlkauf ,gott sei dank tauscht mm auch um
ich denk jedes mal der elton schreibt hier reviews .. bei dem bild
Schon die ersten Tests vor ein paar Wochen (IGN) haben eine solche Wertung vorhergesagt. Schade.
Och nöö. Schade eigentlich, denn der Trailer versprach doch irgendwas besseres...Zum Glück gibts solche Tests! Danke!